Madrid

Die "Zwillingsschwester" der "Mona Lisa" ist nun ausgestellt

1. Februar 2012, 18:52

Die Kopie des Prado, zeitgleich mit dem Original in der Werkstatt von Leonardo da Vinci gemalt, wird dann im März nach Paris verliehen

Madrid - Viel Zuschauerinteresse am Saal 49 des Prado-Museums in Madrid am Dienstag: Anlass war die nunmehrige öffentliche Ausstellung einer Anfang des Monats erstmals präsentierten "Zwillingsschwester" der berühmten "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci. Das Bild hatte seit Jahren an einer Wand in der Madrider Pinakothek gehangen, sein Wert war jedoch bisher nicht anerkannt worden. Experten des Museums hatten bei viermonatigen Restaurationsarbeiten festgestellt, dass das Gemälde von einem Schüler des Renaissance-Meisters Leonardo da Vincis in dessen Werkstatt in Florenz angefertigt wurde, Anfang des 16. Jahrhunderts und gleichzeitig mit dem Original.

Die für die technische Studie der "Mona Lisa" im Prado-Museum zuständige Expertin Ana Gonzalez Mozo sagte, das Werk sei jahrelang nur als eine der vielen Kopien des Originals betrachtet worden. Jetzt habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich um "die bedeutendste Version der bisher bekannten Kopien" handele. Sie unterstrich den "außergewöhnlich guten Zustand", in dem das Tafelbild und die Farben erhalten worden seien. Die Experten erkannten bei der Restauration, dass der schwarze Hintergrund der Kopie erst nachträglich aufgetragen worden sei. Darunter entdeckten sie die Darstellung einer toskanischen Landschaft, wie sie auch auf dem Original zu sehen sei. 

Die "Mona Lisa" des Prado-Museums soll am 13. März vorübergehend an das Louvre-Museum in Paris für eine Ausstellung späterer Werke Da Vincis ausgeliehen werden. Das dort bis zum 25. Juni zur Schau gestellte "Zwillings-Gemälde" wird dann nach Angaben der Madrider Pinakothek jedoch nicht in demselben Saal hängen, wo sich das berühmte Original befindet

Relativierung des Wertes

Der Leipziger Kunsthistoriker und Da-Vinci-Experte Frank Zöllner relativierte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur die Bedeutung des Werkes. Es habe nicht die Aura des Bildes im Pariser Louvre: "Also das ältere Gemälde, das Original, hat natürlich auch die Geschichte, es hat diesen nachgedunkelten Firnis, es ist zehntausend Mal kopiert und kommentiert worden. Diesen Zuwachs an Bedeutung, an eben einer auratischen Ausstrahlung, kann dieses neue Gemälde gar nicht haben." Original und Kopie des Gemäldes unterschieden sich in etlichen technischen Details zudem ganz eklatant.

Der Fund der zweiten "Mona Lisa" bestätige kunstgeschichtliche Erkenntnisse der letzten Jahre: Danach habe Leonardo da Vinci ab dem Jahr 1500 einen florierenden Werkstattbetrieb gehabt, "wo er selbst Dinge entwirft oder auch malt. Und dass es Schüler gab, die das noch einmal malen, in derselben Gestalt oder mit leichten Varianten." Insofern sei dieser Fund in Madrid nicht so überraschend, wie er zunächst erscheine. Allerdings sei die Untersuchung der Kopien anderer Gemälde Leonardos lange Zeit vernachlässigt und leider erst in den letzten Jahren vorgenommen worden.

Giacomo Salai oder Francesco Melzi 

Angenommen wird, dass das Werk von einem der beiden bevorzugten Schülern da Vincis angefertigt wurde, entweder von Giacomo Salai oder von Francesco Melzi. Die "Mona Lisa des Prado", wie das Gemälde genannt worden sei, hat das Museum bisher der flämischen Schule zugeordnet - wie zahlreiche weitere Mona-Lisa-Kopien.

Die Kopie hat fast dieselben Maße wie das Original. Mit Hilfe von Infrarotstrahlen wurde festgestellt, dass der Maler bei seiner Arbeit an dem Bild dieselben Korrekturen vorgenommen hat wie da Vinci am Original. Dies zeige, dass beide Werke simultan entstanden seien - Anfang des 16. Jahrhunderts. 2008 wurde eine Schriftquelle aus dem Oktober 1503 bekannt, nach der da Vinci zu jenem Zeitpunkt an einem Porträt der Lisa del Giocondo arbeite.

Bei der Porträtierung unterscheiden sich die Gemälde durch deutliche Nuancen, etwa in der Augenpartie - so sind bei der Kopie Augenbrauen dargestellt, im Original keine - oder dem sprichwörtlichen Lächeln, erkennbar in einer interaktiven Grafik des "Guardian".  (APA/red)

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Zinsenfeger
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Nicht sehr gut getroffen, die Zwillingsschwester. Was aber wiederum belegt, wie es oft behauptet wird, dass Leonardos Lieblingsschüler nur sehr mittelmäßig waren.

jumpingjack flash
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die dritte mona lisa - sensation!

http://www.designboom.com/weblog/im... nalisa.jpg

Reinkarnation eines Passivopfers
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Primitiv...

Lectrice
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Den link den Sie mir geschickt haben - net schlecht ;-)

Jetzt weiss ich auch warum ich die Barbie die ich hatte in die Ecke legte,weil sie nämlich nie an die Realität nur annähernd rankommt ;-).

vallis rosarum
 
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...und sie lächeln doch!

Ab jetzt bin ich sicher,

pira
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Mona Lisa bei Nacht

schau, schau
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Schaut ein wenig aus wie ein Photoshop-Vorher-Nachher...

Kan Tau
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Es möge mir bitte ein Experte erklären:

wie man als Museumsbetreiber ein Bild mit einer derartig frappierenden Ähnlichkeit zur Mona Lisa in seinen Ausstellungsräumen hängen haben kann, ohne dass man sich fragt, welcher Zusammenhang zwischen den Gemälden besteht;
woran man nach 500 Jahren und wer weiß wie viel Restaurierungen erkennt, dass zwei so ähnliche Bilder nicht von einer Person gefertigt wurden, sondern das eine vom Lehrer und das andere vom Schüler stammt.
Oder knausert der Artikel mit Hintergrundinformationen?

Zinsenfeger
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Es wird Ihnen jeder Experte gerne erklären

das nicht nur eine historische Kopie der Mona Lisa existiert, sondern Duzende. Das Kopiern gehörte früher zum Standard-Teil einer jeden künstlerischen Ausbildung. Nicht die Tatsache der Kopie als solche ist bemerkenswert, sondern dass hier ein Schüler Leonardos am Werk war.

Und eine Schülerarbeit war es. Keine besonders gute nämlich.

Bernhard Kubicek
07
Dieses Bild

ist in Ihrem Land nicht verfügbar.
Ihre Urheberrechtslobby...

Stoppt ACTA!

Insbesonders weil Kopieren schon immer ein Mittel zur Wissensschaffung war.

dasandere
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In der Grafik

des Guardian unterscheiden sich die Hintergründe schon sehr deutlich...und sowieso das Lächeln.

The Wizard of Oz
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Die Ertraege vom Verkauf koennens dann gleich dem ESM office in Bruessel ueberweisen.

Philipp Wrann
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Somit schon eine Stereo Lisa

Martin Major
 
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lol, der is mir neu :)

Dragonerfliege
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Kujau?

Martin Major
 
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warum muss ich da jetzt plötzlich an polanskis neun pforten denken? :)

und überhaupt: was sagt dan brown dazu?

Zinsenfeger
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Der hat sowieso ein Problem. Die Mona Lisa hieß früher nicht Mona Lisa, sondern nur Porträt einer Dame/ Bildniss einer Florentinerin, usw. usf. Den "offiziellen" Titel hat sie erst im 19. Jahrhundert gekriegt.

Lilly Rush
 
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Wie kommen sie auf die "Neun Pforten"?
Kann da keine Parallele entdecken.

Martin Major
 
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dazu fehlen halt noch die sieben restlichen "kopien" ;-)

Lilly Rush
 
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Waren das im Film nicht Holzschnitte und unterschiedliche Bilder?
Außerdem war das Dürer ähnlich und nicht Da Vinci.

Martin Major
 
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ich meinte nicht die "ähnlichkeit" der bilder. ich meinte, dass plötzlich eine "schwester" der mona lisa gefunden wurde. was, wenn es noch mehr gäbe, und in jeder ein hinweis versteckt wäre (für was auch immer), das meinte ich.

Lilly Rush
 
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An die Mona Lisa in neun Pforten kann ich mich nicht mehr erinnern - verwechseln sie das jetzt mit Sakrileg?

Raul First
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major martin wurde gerade vom teufel geholt.

Martin Major
 
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rawr! :)

Leonardo Basil
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das ist die Photogeshoppte Version

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