Netz-Architektur

Reparieren fällt Spinnen leichter als neu aufbauen

4. Februar 2012, 17:56

Einmal mehr widmeten sich Forscher der Spinnenseide und deren Eigenschaften

Washington - Spinnenseide gilt Bionikern schon lange als Material mit höchst interessanten Eigenschaften. Es sei aber nicht nur die Widerstandskraft der einzelnen Fäden des Netzes, die dieses so haltbar mache, sondern auch die raffinierte Netz-Architektur selbst, heißt es in einer Studie vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature". Im Falle eines starken Schocks könne die Spinne so einen begrenzten Teil des Netzes aufgeben, die Gesamtstruktur aber erhalten.

Die Spinne könne in der Regel "eher reparieren als wieder neu aufbauen", hieß es in dem "Nature"-Beitrag. Damit spare sie viel Energie. Dieser Effekt sei in der bisherigen Untersuchung und Bewunderung der Spinnennetze zu kurz gekommen. Für die neue Studie unter der Leitung von Markus Buehler wurden klassische Beobachtungen an Spinnennetzen mit Computer-Simulationen ergänzt. Es ergab sich, dass die Fäden des Netzes "stärker als Stahl" und als das wegen seiner hohen Zugfähigkeit patentierte Material Kevlar seien, sagte Buehler.

Die sternförmig vom Zentrum ausstrahlenden Fäden des Spinnennetzes, die diesem die Grundstruktur geben, sind von anderer Beschaffenheit als die Querverbindungen. Während die Querfäden klebrig sind, um die Beute einfangen zu können, sind die Hauptfäden seidig. Ihre molekulare Struktur gibt ihnen die Möglichkeit, phasenweise ihre Elastizität zu erhöhen oder sich zu verhärten. Wo immer ein Faden reißt, bleibt die Gesamtstruktur intakt. Mit ihren Computer-Simulationen meinten die Forscher Modelle entwickelt zu haben, die es ermöglichen würden, von Spinnennetzen ähnlich viel zu lernen wie beispielsweise von Geckos für starke Hafteffekte. (APA/red)

Kommentar posten
10 Postings
WoHo
00
in der autowerkstatt sagen sie es immer umgekehrt

higgs - wozu?
00

viel interessanter:
wer zeigt spinnen wie man ein netz webt? ich mein, das ist je eine recht komplexe angelegenheit, bedarf planung, standortsuche, augenmaß, und das netz selbst ist ja eine recht komplexe struktur - kurz: woher hat die spinne diese informationen über den netzbau? ist das in den genen einprogrammiert? hat man dieses gen schon gefunden? oder kommt diese info woanders her?

Wolfram Wendel
22

ich glaube auch, dass Nacht für Nacht kleine Raumschiffe mit Außerirdischen kommen und den Spinnen zeigen, wie sie ihre Netze zu weben haben, den Bienen, wie sie tanzen sollen und den Vögeln ihre Lieder vorpfeifen. Das ist doch viel logischer als die Sache mit den Genen, nicht?

higgs - wozu?
00

deine theorie in allen ehren, aber ich glaub da bist ähnlich am holzweg wie mit der ominösen "in den genen" theorie;-)

next one!

wizenstain
00
Reparieren fällt Spinnen leichter

klar, da können sie gleich ein paar reste von früheren partnern einbauen

*gruselig*

wiiha
00

so manchen menschlichen Spinnerinnen gar nicht so unähnlich :)

wizenstain
00

hoffentlich spinnen Sie nicht :)

wizenstain
00

ich hab übrigens einen vogel :)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.