Black Wings sammeln Ar­gumente für größere Halle

1. Februar 2012, 18:16
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Eissporthalle Linz platzt aus allen Nähten und ist eines Tabellenführers nicht würdig

Linz - Raum ist in der kleinsten Hütte, hat Schiller festgehalten. Nicht in unserer, halten die Black Wings Linz entgegen. Sie ragen derzeit und zwar fast seit Saisonbeginn hierzulande aus dem Eishockey heraus, und das kommt doch überraschend - auch und vor allem, weil die Eissporthalle Linz eines Tabellenführers nicht würdig ist. Ob ihrer Lage heißt sie Donauparkhalle, nach dem Sponsor auch "Keine Sorgen-EisArena", Sorgen aber bereitet sie sehr wohl. Die Halle fasst nur knapp 3800 Zuseher, von denen bloß 1200 sitzen können. "Wir platzen aus allen Nähten", sagt Klubmanager Christian Perthaler, "haben Kartenanfragen ohne Ende."

Für die Nachfrage und dafür, dass es auch die 1200 oft nicht auf ihren Sitzen hält, ist der Erfolgsrun der Black Wings verantwortlich. Seit der zwölften Runde des Grunddurchgangs, seit 16. Oktober, liegen die Oberösterreicher an der Tabellenspitze, mittlerweile sind 45 Spieltage absolviert. Das 5:4 am Dienstag gegen Fehervar war der achte Erfolg en suite. "Von einem Lauf kann man fast nicht mehr reden", sagt Perthaler. "Jetzt wissen alle, dass wir einfach ein tolles Team haben."

Perthaler, der bis 2008 für die Black Wings stürmte und dann ins Management wechselte, hat die Truppe gemeinsam mit dem kanadischen Trainer Rob Daum und dessen Assistent Mark Szücs zusammengestellt. 13 neue Spieler wurden geholt. "Wir haben bei jedem einzelnen recherchiert, ob er charakterlich in Ordnung ist und zu uns passt." Die Linien sind relativ ausgeglichen besetzt, Kapitän Philipp Lukas etwa gibt dem vierten Angriff als Center Halt. Kein Linzer führt die Torschützenliste an, dafür rangieren fünf Cracks unter den Top 19.

Seit 2000 mischen die Black Wings oben (Erste Bank Liga) mit, 2003 waren sie Meister, 2005 folgte einem Konkurs eine Neugründung. Natürlich könnte der Klub eine Halle für 6000 Zuseher brauchen, Linz ist ja nicht irgendwer, sondern drittgrößte Stadt des Landes. Angeblich deuten Signale der Stadt auf den Bau einer neuen Arena hin. Perthaler: "Je mehr Erfolg wir haben, umso bessere Argumente haben wir."

Doch das Ziel (Halbfinale) sei unverändert. "Im Viertelfinale beginnt alles wieder bei Null." Da könnten die Linzer auf Znojmo treffen, den Angstgegner, der sie in vier Duellen dreimal schlug. Oder, so die sich doch noch erfangen, auf die Vienna Capitals. Deren Hütte, die 7000 Zuseher fasst, ist übrigens die größte in Österreich, doch tauschen mit Wien würde in Linz deshalb niemand wollen. So groß sind die Sorgen auch wieder nicht. (DER STANDARD Printausgabe 2. Februar)

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    Die Black Wings spielen auf.

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