Anja Salomonowitz' "Spanien" eröffnet die Diagonale

1. Februar 2012, 18:04

Personale des Filmemachers Ferry Radax und Tribute an israelischen Dokumentaristen Avi Mograbi

Graz - Das Spielfilmdebüt von Anja Salomonowitz, Spanien, wird am 20. März die Diagonale eröffnen. Die 35-jährige Regisseurin, die mit experimentellen Dokumentarfilmen bekannt wurde (Kurz davor ist es passiert), erzählt darin von einer Handvoll Figuren, die auf unterschiedlichen Wegen ihrem Glück hinterherlaufen. Seine Weltpremiere feiert der Film im Forum der am 9. Februar startenden Berlinale.

Zu den weiteren Programmhöhepunkten, die Intendantin Barbara Pichler in Graz bei einer Pressekonferenz präsentierte, gehören eine Personale des vielseitigen heimischen Filmemachers Ferry Radax (Sonne halt!). Der internationale Tribute geht an den preisgekrönten israelischen Dokumentaristen Avi Mograbi, der in seinen Filmen offen politisch Partei ergreift. Das historische Programm widmet sich dem Regisseur und Kameramann Charles Korvin.

Pichler äußerte sich auch zum Ausfall des Hauptsponsors A1, der das Festival vor "strukturelle Probleme" stellt. Für die kommenden Jahre seien Programmkürzungen nicht ausgeschlossen, sollte dieser Budgetentfall nicht anders aufgefangen werden. (kam, DER STANDARD - Printausgabe, 2. Februar 2012)

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Posting 1 bis 25 von 41
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Sun hild
01
diagonale feiert ihre kartellwerke

nur eine ganz kleine gruppe österreichischer filmerInnen ist auf der diagonale vertreten. auch international erfolgreiche filmerInnen (saarbrücken-einladung und max-ophüls-preis nominierung) werden bei der diagonale nicht gezeigt. für gesellschaftskritische filme hat die diagonale seit jahren keine bedeutung mehr. alle die den österreichischen film und seine vielfalt lieben, sollten die diagonale boykottieren: keine filme hinschicken, den besuch verweigern! wir können etwas bewegen!

benni bu
09

am unflätigsten in diesem Forum sind leider die, die das Festival verteidigen wollen.

ridicule
51

Hey, ich hab noch kein Argument gegen die Diagonale gelesen. Nur Beschimpfungen, die jeder Grundlage entbehren.
Es wirkt hier wirklich recht frustriert im Forum. Es kann halt nicht jeder dort laufen.
Jedes Jahr kommen tolle neue Filmemacher samt Avantgarde im Programm unter.
Die Zwänge einer Ö-Jahresfilmschau was Programmplatz betrifft sind einschränkend, aber kein Argument gegen die Veranstaltung.
Aber ich bitte Sie: Klären Sie mich mit Argumenten auf warum man denn die Diagonale abschaffen sollte!
Vielen Dank im voraus.

benni bu
09
Es ist doch keine Ö-Jahresschau

wenn junge Filmemacher aufgrund der im Rechnungshofbericht kritisierten Firmenverflechtungen Nachteile in Kauf nehmen müssen. Die Argumente in diesem Forum sind doch sehr verständlich.

ridicule
51

Ich gebe ihnen recht bezüglich Rechnungshofbericht. Aber gleich das Kind mit dem Bade ausschütten? Die Diagonale zeigt also einen Teil der "verflechteten Filme" ps: was noch nix über deren Qualität NichtQualität aussagt. Leider.
Und die Diagonale zeigt einen riesigen Teil an bmukk Projekten, viele sehr kleine, relativ unabhängige Produktionen. Jetzt kann man natürlich auch sagen das gesamt bmukk ist ein Politsumpf. Ist es ja auch nach der Postit Logik hier: lauter Branchenmenschen in der Kommission, die verflochten sind.
Ihrer Logik nach kann man also kein Festival abhalten?
Ganz ehrlich: trotz ekelhafter, abzustellender Verflechtungen, der öst. Film steht intern. sehr gut da.
Man wird also auch heuer wieder gute Filme sehen!

benni bu
08
Ich versuche es jetzt noch ein letztes Mal:

Es wurde (auch von mir) eine leider etwas vorhersehbare bzw. fast langweilige Filmprogrammierung kritisiert. Brancheninsider deckten die Gründe (Firmenkartelle) dafür auf und untermauerten ihre Postings mit Fakten (Rechnungshof), diese Brancheninsider wurden unflätig von Postern wie Ihnen angegriffen.

Ich werde es vorziehen, diesem Festival in diesem Jahr fernzubleiben. Wenn sich junge Filmemacher formieren und vielleicht sogar ein eigenes Festival für ihre Filme veranstalten, werde ich dieses sehr gern wieder mit meinem Besuch unterstützen.

ridicule
10

Aber ich gebe ihnen doch recht bezüglich Firmenkartell und Rechnungshof.
Die Programmierung dieses JAhr kenne ich -im Unterschied zu ihnen- nicht. Da kann ich nix sagen.
Aber: Die Diagonale war immer ein Festival des anderen Kinos in Österreich. Man denke an die Morakdiagonale, man denke an die gerade oft sehr AntiBranchenkonsens verliehenen Preise. Oft kritisiert von den gr. Firmen. Es waren nie die Firmenkartelle, die die Diagonale im Griff hatten. Die würden nämlich niemals im Schubert 1 um 2030 Uhr Experimentalfilme programmieren. ;-)
Die Diagonale zu bashen, schadet dem jungen Film mehr. Die Diagonale ist doch der Platz -der einzige in Ö- wo man ihre Kritik und Anliegen einer Öffentlichkeit zu Gehör bringen könnte.
Tun Sie es!

vanessa g,
08

Vom Ruf der Morakdiagonale habt ihr jahrelang gezehrt, davon ist heute nichts mehr übrig.

Ivan ceausescu
03
Der Ruf der Diagonale

beruhte auf den Qualitätsansprüchen und Unbestechlichkeit der Leiter Dollhofer/Wulff und wird bei Crossing Europe in Linz alljährlich durch Christine Dollhofer belegt. Die sogenannte "Morakonale" war nichts anderes als eine plumpe Kampagne die zur "kalten" Übernahme und Umstrukturierung der Diagonale durch die bereits beschriebene Gruppe führte. Jahre später wurde die Diagonale benutzt um den Produzentenverband zu spalten. Die Hetzparole "kreative" gegen "kommerz"Produzenten ausgegeben, als Ergebnis 2 Verbände deren Vertreter aus der selben Verflechtung stammen : AAFP : G.Kranzelbinder ((ex)Amour Fou, ÖFI ) Film Austria : A. Noll ( Rechtsbeistand Amour Fou)

ridicule
30

Ja, man bekommt den Eindruck, dass hier ein paar echt frustrierte Leute die Abschaffung eines gut besetzten und sehr jungen Festivals fordern.
Diese typische Haltung: Bring ich selbst nichts zustande, dann beschimpfe ich die andern...
noch dazu anonym.
Erbärmlich.

hermann heinreichstaler
20
Neid und Vernadderung

da gebe ich Ihnen hundert prozent Recht, junger Mann, Neid, Missgunst, Gräuelpropaganda und Vernadderung der ganzen Kulturnation durch ein paar Quertreiber die eine Sonderbehandlung wünschen, noch dazu anonym. Es ist eine Frechheit alles wegen ein paar schwarzer Schafe die den Hals nicht voll genug bekommen können in den Dreck zu ziehen, noch dazu anonym.

vanessa g,
110
KEINE ÖFFENTLICHEN FÖRDERUNGEN

mehr für ein "Filmfestival", das sich als Marketing- und Verwertungsinstrument für ein Filmkartell entpuppt hat!

ridicule
00

Na, Ihnen gehen ja seit Tagen ordentlich die Sicherungen.
Cool down. ;-)

hermann heinreichstaler
00
wäre sehr schade

wenn es das Festival nicht mehr gibt weil ich es sehr gerne besuche und ich bin sicher dass es ohne Förderung nicht mehr gemacht werden würde, warum sollten die auch alle Gratis arbeiten? Es ist schrecklich dass in Österreich jeder der Korruption beschimpft wird der es sich eben gut eingerichtet hat. Dieser Neid ist so hasserfüllt das man es mit der Angst zu tun bekommt. Wenn ich mir überlege was jährlich für Leistungen aus dem Sozialmissbrauch ausgegeben wird dann sind die paar Millionen für die Filmfirmen sowieso praktisch gar nix.

thehappyfew
63
die zukurzgekommenen

bin entsetzt wie hier einige (offenbar zukurzgekommene) ein gut laufendes und international anerkanntes filmfestival wie die diagonale niedermachen. falls es euch entgangen ist: die diagonale ist weder ein nachwuchs- noch ein menschenrechtsfilmfestival, sondern hat die aufgabe das ganze panorama des aktuellen österr. kinos abzudecken und vor allem ein treffpunkt für publikum und branche zu sein. außerdem: wenn anja salomonowitz oder leute wie richard wilhelmer oder paul poet, die in den letzten jahren dort filme laufen hatten, keine jungen filmemacher sind, dann weiß ich auch nicht weiter.

hermann heinreichstaler
11
einfach nur der Neid

ich stimme ihnen zu die Diagonale soll ja nicht zu einem Politspektaktel linkslinker Anarchospinner werden sondern die Filmform Kunst feiern.

Frank Sobotka
12
bitte um aufklärung

kann mir bitte jemand sagen,
- welche anderen werke bessere eröffnungsfilme wäre - wie die gesellschaftspolitisch anspruchsvollen filme und die mutigen filmemacher heissen, die mir die diagonale vorenthält?

mein herr
06
der österreichische film

ist wie der österreichische fußball:
müssen alle erst ins ausland, dann wird vielleicht was aus Ihnen

Barney Simpson66
03
traurige entwicklung

bin ein wenig down. muss in österreich alles, wos ums geld und geschäft geht in korruption und freunderlwirtschaft enden

benni bu
011
Antworten

Liest man die glaubwürdigen und mit Fakten belegten Statements hier, dürfte es also nicht am fehlenden Mut der Filmemacher liegen, sondern am Ausschluss derselben an einem Festival, das für Verwertungsabsichten einer kleinen verflochtenen Gruppe inszeniert wird. Die gezeigten Filme müssen deshalb nicht schlecht sein, ich schätze die Filme von Anja Salomonowitz, doch diese Kartell Konstellationen sind den Menschen nicht bewußt und bergen für beispielsweise junge Filmemacher einen erheblichen Nachteil.

P. S. Mein Eindruck, dass wir die interessantesten Filme nicht mehr auf der Diagonale zu sehen bekommen, dürfte also leider stimmen.

hermann heinreichstaler
120
schön

dass man am Festival des österreichischen Filmes die netten Filmemacherin Anja Salomonowitz mit ihrem neuen Film präsentiert. Ich freue mich schon auf die schöne Veranstaltung und den sicher wieder sehr anspruchsvollen Film. Hoffentlich gibt es nicht wieder solche Filmpolitischen Diskussionen denen man als einfacher Kinogeher ohnehin nicht folgen kann und die nur die tolle Festivalstimmung kaputt machen.

Sun hild
28

solche festivalbesucherInnen hättet ihr wohl gern auf der diagonale. wie ich unten aber schon geschrieben habe, ist die diagonale für gesellschaftspolitisch anspruchsvolle filme keine plattform. also keine angst, ihre schöne veranstaltung wird nicht gestört. waren sie auch auf der schönen veranstaltung burschenschaftsball?

hermann heinreichstaler
01
was ist so schlimm wenn man sich freut

das ist das schreckliche in Österreich. Wenn man sich auf eine schöne Veranstaltung von ehrlichen Menschen freut wird man gleich als Nazi beschimpft, das ist wirklich furchtbar. Was wäre denn so schlimm wenn man auf einen Ball geht oder zu einem Filmfest, beides ist doch ein Fest der Freude. Aber es gibt in diesem schönen Land immer noch zu viele verbitterte Menschen die ihre Kraft nicht aus der Freude sondern aus der Vernaderung von schönen, redlichen und sauberen Menschen schöpfen.

Rawunzel
152

Liebe PosterInnen,
Ein seit Jahren kulturell, gesellschaftspolitisch und ästhetisch gut positioniertes Diagonale Festival hier so anzuschmieren! Seltsam. Das verstehe ich nicht. Die Emotionalität der Postings zeugt nicht von einer sachlichen Diskussion um ein österreichisches Filmfestival. Sollen diese sich hier outen und die Diagonale Bühne betreten.
Es gibt ein Ö- Festival seit bald 20 JAhren (glaub ich), in Graz seit Ende der 90er. Es ist kein Branchenfestival, sondern zuerst ein Besucherfestival, wo auch sperrige Formate vom Publikum gesehen werden können. Wo sonst als auf der Diagonale kann das gesamte populäre bis sperrige und international erfolgreiche Filmschaffen der Österreicher besser gesehen werden.
Ein Festivalbesucher

vanessa g,
113
Bis auf mich war in diesem Forum niemand emotional

Iwan erklärt in seinem Posting ganz unten ganz unaufgeregt eine Sachlage, die mich sehr ärgert. Mir ist es wurscht, ob Sie ein echter Festivalbesucher sind oder in Wirklichkeit ein Nutznießer des Systems, jeder merkt doch daß hier etwas stinkt. Ganz gewaltig stinkt.

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