Budgetverhandlungen

Gesundheitsreform: Zentrale Steuerung kommt

1. Februar 2012, 18:00
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    Bis dato gibt es zwischen Spitälern und niedergelassenem Bereich enorme Reibungsverluste.

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    "Bitte warten" im Krankenhaus: Wenn die Reformpläne von Bund, Ländern und Sozialversicherungen für das Gesundheitssystem aufgehen, könnten die Ambulanzen deutlich entlastet werden.

Die zentrale Steuerung des Gesundheitssystems - ein langgehegter Wunsch von Ministern und Ökonomen - soll schon bald Wirklichkeit werden - Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Kassen stehen kurz vor dem Abschluss

Wien - Während über andere Sparvorhaben noch heftig verhandelt wird, zeichnet sich ausgerechnet beim heiklen Thema Gesundheit eine Einigung ab: Künftig soll es ein Gremium geben, das die gesamte Versorgung steuert. Bisher gab es zwischen den (von den Ländern verantworteten) Spitälern und dem (von den Kassen geplanten) niedergelassenen Bereich enorme Reibungsverluste.

Künftig soll es nicht mehr möglich sein, Leistungen und damit Patienten hin- und herzuschieben, sagte Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) am Mittwoch dem STANDARD. Sie ist die rote Ländervertreterin in einer im Vorjahr eingesetzten Steuerungsgruppe, die in den nächsten Wochen konkrete Ergebnisse vorlegen will. Auch die Sozialversicherung sei "an Bord", betonte die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), Ingrid Reischl, die die Kassen vertritt.

Wie dieses Steuerungsgremium genau zusammengesetzt sein soll, dazu wollten sich Wehsely und Reischl noch nicht im Detail äußern; STANDARD-Informationen zufolge könnte dies die Bundesgesundheitskommission sein, in der schon jetzt unter anderem Bundes-, Länder-, Kassen- und Standesvertreter sitzen. Allerdings müsste die Kommission mit deutlich mehr Durchgriffsmöglichkeiten als bisher ausgestattet werden. Wehsely sagt, es müsse auch Sanktionsmöglichkeiten geben, sollte sich einer der Partner nicht an die vereinbarten Ziele halten.

Keine Einstimmigkeit

Niederösterreichs Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (VP) sagt, in dem Gremium sollten Beschlüsse nicht einstimmig fallen müssen, sondern mit einer qualifizierten Mehrheit: "Das muss so gestaltet sein, dass man zu Entscheidungen kommt." Grundsätzlich kann er der Idee einiges abgewinnen, von einer Gesundheitsreform möchte Sobotka aber nicht sprechen: "Das ist eine Finanzierungsreform, dadurch werden die Leute nicht gesünder." Jedenfalls könnten dadurch aber Mittel für die Prävention frei werden.

Die Dämpfung der Steigerung der Gesundheitsausgaben auf die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes, wie sie die ÖVP gefordert hatte, hält Sobotka ebenfalls für machbar. Wehsely ist da skeptischer: Sie sei zwar für Effizienzsteigerung, sieht aber bei drastischen Einsparungen Tendenzen in Richtung Privatisierung - "und dafür bin ich nicht zu haben". Im Budget niederschlagen werde sich die geplante Reform erst mit dem neuen Finanzausgleich, der 2013 paktiert werden muss.

Grundsätzlich sei die Stimmung unter den Verhandlern gut und konstruktiv, sagte Kassen-Obfrau Reischl. Wie gut das Einvernehmen zwischen Stadt und Kasse sei, betonten Reischl und Wehsely beide bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Thema Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bis 2013 sollen in Wien drei neue ambulante Therapiezentren entstehen, die Kosten teilen sich Stadt und Gebietskrankenkasse. Zudem sollen in einer Datenbank alle Therapieplätze erfasst werden. Durch die Neuorganisation der Gesundheitssteuerung sollten Projekte wie diese nicht mehr "von Befindlichkeiten abhängen", meint Wehsely.

Im Gesundheitsministerium will man die Reformschritte nicht im Detail kommentieren. Grundsätzlich gebe es eine Annäherung, und das sei "sehr erfreulich". (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 129
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Phoenixx
 
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Zentrale Steuerung

BESTENS sofern der Mittelpunkt der "Mensch" ist.
- Auflösung der Verwaltungsmanie
- Schlanke Verwaltung sollte gefördert werden (z.B. Grundzahlung nach Anzahl der Einwohner des Einzuggebietes)
- zus. Bezahlung nach Erfolg anstelle von Therapieform und Medikation (Beste Therapie setzt sich durch)
- Übertragung von Eigenverantwortung an die Versicherten mit Boni gekoppelt zum Versicherungsbeitrag an JEDEN Versicherten sofern er das System nicht in Anspruch nimmt.
- Entsprechende verpflichtende, regelmässige Selbstauskunft zu Risikogruppen
(Warum nicht: Wer Leistung will soll auch Auskunft über sein Verhalten geben)
usw....

aflen
02
So lange Vertreter der Länder

in den bestimmenden Gremien vertreten sind, solange wird es keine vernünftigen Lösungen geben. Daher: Landtage und Landesregierungen abschaffen - sofort!

Frau (Un)Lustig
00
ALLES ZENTRAL - NICHT 10fach

Österreich ist zu klein für 9 Landesregierungen - es reicht EINE GESAMTREGIERUNG!

Bei den GESETZEN z.B. gilt das Gleiche!

Man bedenke das Einsparungspotential, das enorm viel höher als die Vorgabe wäre!

ÖSTERREICH BRAUCHT REFORM !!!

(nicht das Herumbasteln an kranken Systemen!)

denke
00

Es ist immer ein Für und Wider.
z.B. sind viele Krankenhäuser im Waldviertel in 9 von 10 Jahren unnötig.
Aber wenn es dann einmal einen kalten Winter gibt, dann sind die Patienten doch froh eine Versorgung in der Nähe zu haben.
Effizienz und Ausfallssicherheit stehen in einem ständigen Widerspruch zueinander und hier gilt es einen goldenen Mittelweg zu finden.

Zaphod Beeblebrox III
00
Um. Äähh...

Spitäler sind eigentlich keine Wärmestuben...
Irgendwas ist faul im Lande Niederösterreich !!

Phoenixx
 
00

Wenn alle eine eigene warme Stube haben - doch kein Problem, oder?

denke
00

Natürlich sind Spitäler keine Wärmestuben, aber was ist die praktische Lösung für das Problem?
In einem normalen Winter ist es kein Problem. Aber wenn es dann einmal doch sehr kalt ist und viel Schnee liegt kann die Frage wie lange man zum nächstgelegenen Krankenhaus braucht schon wichtig sein.
Das sind die kleinen Feinheiten, die in populistischen Diskussionen nicht berücksichtigt werden, aber eben sehr wohl eine praktische Rolle spielen.

Zaphod Beeblebrox III
00
Das ist der "griechische Weg" !!

http://www.zpa.at
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ganz unsere Rede

denke
00

Ein Beweis für die Unrichtigkeit

Zaphod Beeblebrox III
01
Stimmt zwar, aber es ist schwieriger ...

... Wie man in D sehen kann, wo die Kassen für alles zahlen müssten, es aber dann eben doch nicht tun.

Unser System hat auch Vorteile, weil nicht JEDE Leistung einzeln abgerechnet werden muss. Das Problem wäre eher durch Spitalskonzentration zu lösen, wie man es in Wien praktiziert. Es kommt billiger, Patienten in Zentralkrankenhäuser zu transportieren, als überall kleine Bezirkskrankenhäuser zu errichten...

Michael Holzermayr2
00
Super! Alles wird gut, wenn Fahrer und Beifahrer

am Lenkrad drehen.

higgs - wozu?
04

naja, die pharmalobby wird ihnen schon eingeflüstert haben, wie sie es gerne hätte - ein gesundheitswesen das gewinnorientiert wirtschaftet widerspricht seiner eigentlichen aufgabe - denn in dem moment wo an der behandlung geld verdient wird tritt diese in den vordergrund, und die heilung wird völlig uninteressant - rein betriebswirtschaftlich.
was sich natürlich auch auf die forschung auswirkt, die frei sämtlicher heilenden innovationen nur mehr eine therapie nach der anderen auf den markt knallt, wärend jenen die heiulung anbieten die ärztliche lizenz entzogen wird -oder schlimmeres passiert.
an unserer gesundheit läßt sich nix verdienen, nur unsere dauerkrankheit läßt die kasse klingeln - und für die sorgt schon das lebensmittelmonopol

Giegritsbotschn
11
"Gesundheitsreform: Zentrale Steuerung kommt"

Das ist wohl die zentrale Planwirtschaft im kapitalistischen Mäntelchen.

Sind die Kommunisten an der Grosstechnokratie gescheitert, werden es auch die Kapitalisten.

Hoffentlich recht bald.

Zaphod Beeblebrox III
00
Im Prinzip haben Sie Recht, aber Sie irren in Bezug auf das Gesundheitssystem ...

Bei der Gesundheit gelten ANDERE Regeln als in der Wirtschaft, weil es ein reiner "Verkäufermarkt" ist:

1.: Je mehr Ärzte, desto teurer.
Das wurde in Ö geflissentlich übersehen, weil die Zugangsbeschränkung lange verweigert wurde. Jetzt klappts aber, die Ärzte werden schon weniger.

2.: Je mehr Spitäler, umso teurer.
Wien hat das schon erkannt, die anderen weniger. Wird schon kommen...

3.: Die beste Kostenreduktion beruht auf Selbstbehalten !! Diese Binsenweisheit wird von den Roten massiv bekämpft, obwohl gerade in Ö tattäglich von BVA, KFA und SVA der Beweis gelifert wird...

und 4.: Morbidität und Mortalität einer Bevölkerung haben NICHTS mit den Leistungen des Gesundheitssystems zu tun ...

stop-making-sense
21
Da platzt einem der Kragen!

redflatliner
12
wie wärs mit

schaffung einer krankenkasse für alle mit selben leistungen und beiträgen ?

GhostInside
02
wie wärs mit

gleichem Lohn für gleiche Arbeit in der Privatwirtschaft?

redflatliner
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naja

das is was anderes... da regiert der markt.
wir reden hier von staatlichen und halbstaatlichen organisationen. wiesoll ein bauer ode rien selbständiger andere selbstbehalte haben als ein angestellter oder beamter ? kosten eine plombe bei einem unternehmer mehr als bei einem arbeiter ? diese doppelgleisigkeiten bringen niemandem etwas. eine kasse für alle und asvg pensionen auch für die beamten. soll mal einer rechnen wieviel millionen einsparung das wären...

Zaphod Beeblebrox III
00
Sie haben ja IM PRINZIP Recht, aber ...

... es würde in diesem Falle nach nivelliert, nach WENIGER Leistung und WENIGER Bezahlung.

Ein gutes Beispiel ist Großbrittanien. Dort hat man so ein Einheitssystem, und die 2-Klassenmedizin floriert stärker als bei uns !!

Besser wäre ein System wie in Frankreich. Dort muss jeder zuerst bezahlen und bekommt dann eine Rückerstattung. DAS GEHT, und zwar BESTENS !!!!
OHNE 2-KLASSENMEDIZIN !!!!!!

Mario Gonzales
00
zusammenfassend ist zu "posten"

Es gibt

- Neue Posten
- für noch mehr Pfosten
- zu viel mehr Kosten!

Eingespart wird da gar nix, denn weil wir eine Bundesregierung zahlen haben wir auch keine Einsparungen in den Ländern, im Gegenteil.

frusciante
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ich versteh den artikel nicht. kann mir keinen inhalt zusammenreimen, wahrscheinlich fehlt mir allgemeines wissen zum gesundheitsbereich. ich hab nur verstanden: es kommt ein gremium, damit kosten gespart werden, weil jetzt ist "es" uneffizient.
was ist denn uneffizient? und wenn wir wissen, was "es" ist, wieso braucht es dann ein gremium?

na vielleicht klären sich diese fragen ja noch, im moment ist der informationsgewinn richtung null tendierend.

GhostInside
01
Gremium

Den Sinn eines Gremiums kann ich mir auch nicht erklären. Die Steuerung/ Koordination übernimmt normalerweise der Hauptverband, und selbst wenn dieser nicht die nötigen Kompetenzen hätte, könnte der Gesetzgeber dem HVB diese übertragen.

Micha Do
 
00
Im Grund gehts da nur darum dass es Leistungseinschränkungen geben wird-und zwar massive- und keiner sich in die "Auslage" stellen will dafür.

Ist ja kein Zufall dass die wesentlichen Dinge hinter verrschlossenen Türen abgemacht werden und die Betroffenen höchstens "desinformiert werden

http://www.zpa.at
00
solange es Länderverwaltungen gibt,

- solange gibt es keine zentrale Steuerung des Gesundheitssystems.

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