Austrobanken sind für Zwangskonvertierung gewappnet

1. Februar 2012, 17:55
1 Posting

Wien - In Ungarn dürfte es für die Austrobanken zu keinen Überraschungen bei der Zwangskonvertierung von Frankenkrediten kommen. Die ungarische Aufsichtsbehörde PSZAF will neue Zahlen über die Zahl der Kreditnehmer und das in Anspruch genommen Rückzahlungsvolumen am 6. Februar veröffentlichen. Am Montag ist eine Frist abgelaufen, bis zu der die Kreditnehmer ihre finanziellen Möglichkeit nachweisen mussten, um die Konvertierung in Anspruch zu nehmen. Anstürme auf die Bankfilialen sind ausgeblieben, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Die Erste Group rechne aus heutiger Sicht, dass die Risikovorsorgen in Höhe von 200 Mio. Euro ausreichen werden, erklärte ein Sprecher zur APA am Mittwoch. Bei der ungarischen Tochter der Bank Austria, die im UniCredit-Konzern für Osteuropa exklusive Polen zuständig ist, werden zusätzliche Belastungen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erwartet, hieß es zur APA.

RBI rechnet mit 60 Millionen Euro Belastung

Die Raiffeisen Bank International (RBI) rechnet mit Belastungen von bis zu 60 Mio. Euro aufgrund der Zwangskonvertierung, wie RBI-Chef Herbert Stepic bereits vergangene Woche erklärte. Diese dürfte nach einer Vereinbarung mit der ungarischen Regierung vom Dezember 2011 geringer ausfallen als die getroffen Vorsorgen.

Die ungarischen Hypothekarkreditnehmer konnten sich für die heftig umstrittene Zwangskonvertierung drei Monate lang bis Ende Dezember 2011 anmelden, knapp über 94.000 machten davon Gebrauch. Einer Schätzung der UniCredit-Analysten zufolge wird der Bankensektor in Ungarn dadurch zwischen 500 und 600 Mio. Euro belastet.

Mitte Dezember 2011 einigte sich die ungarische Regierung mit den Banken auf eine Kostenaufteilung: Zwei Drittel sollen die Banken tragen, ein Drittel der ungarische Staat. In den kommenden fünf Jahren sollen die Banken laut Regierungsangaben mit 600 Mrd. Forint (2,05 Mrd. Euro) belastet werden, die Kosten für den ungarischen Staaten betragen 300 Mrd. Forint. Im Vorjahr zwang das finanziell angeschlagene Ungarn die Banken per Gesetz, Fremdwährungskredite zu einem für die Hypothekarkreditnehmer günstigeren Forintkurs zu konvertieren. (APA)

Share if you care.