Bern - Im Steuerstreit mit den USA um Schwarzgeldkonten von Amerikanern bei
Schweizer Banken liefern die Eidgenossen nun tausende Seiten umfassender
Bankdaten an die US-Staatsanwaltschaft. Es handle sich zwar nicht um konkrete
Kundenangaben, aber immerhin um Daten, aus denen umfangreiche "Erkenntnisse zum
Geschäftsgebaren" der betroffenen Banken gewonnen werden können, sagte ein
Sprecher des Berner Finanzministeriums.
Dabei solle das Bankgeheimnis an sich möglichst gewahrt bleiben. Namen von
Bankmitarbeitern, die unter Umständen von den US-Behörden belangt werden, sind
den Angaben zufolge in den Datensätzen verschlüsselt worden. Dieser Schutz
besteht aber nur vorläufig: Der Code zur Entschlüsselung werde den USA
übergeben, sobald sich beide Länder auf eine generelle Lösung des Streits um die
Besteuerung der Einlagen von US-Bürgern bei Schweizer Geldinstituten geeinigt
haben.
Nach Medienberichten sind elf Schweizer Banken im Visier der
US-Staatsanwaltschaft. Sie sollen jahrelang reichen Amerikanern geholfen haben,
Milliardenbeträge vor dem Fiskus zu verstecken. Verhandelt wird über angeblich
zehn Mrd. Dollar (7,6 Mrd. Euro), mit denen die Banken sich für frühere Sünden
quasi freikaufen würden. Zugleich verlangen die USA verbindliche Regelungen, die
künftig eine Verfolgung von US-Steuersündern mithilfe der Schweiz ermöglichen
sollen. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2012)