Infineon hält trotz Gewinnknick Prognosen aufrecht

1. Februar 2012, 16:30
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Investitionspläne bleiben bestehen - Margenrückgang vorübergehender Effekt

Der Optimismus von Infineon-Chef Peter Bauer ist unerschütterlich. Auch wenn der Gewinn im vergangenen Jahr zurückgegangen ist - über den Konjunkturzyklus hinweg werde der Halbleiterhersteller um ein Zehntel wachsen und eine operative Rendite von 15 Prozent erwirtschaften, bekräftigte er am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. "Der Renditerückgang ist ein vorübergehender Effekt", blies Finanzchef Dominik Asam in das gleiche Horn. Wie vorausgesagt werde der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr (zum Ende September) wohl um fünf Prozent schrumpfen. Börsianern gefiel die Gelassenheit: Die Infineon-Aktie legte fünf Prozent zu und war größter Gewinner im Dax.

Halbleiter weniger gefragt

Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen wegen der Investitionszurückhaltung der Industriekunden im Zuge der Staatsschuldenkrise bestenfalls stagnierende Einnahmen. Vor allem Leistungshalbleiter, wie sie etwa in Solar- und Windkraftanlagen verbaut werden, sind derzeit weniger gefragt. Selbst die Chinesen hielten sich mit Bestellungen zurück. Infineon rechnet aber mit einer Trendwende. Chips für Computer- und Unterhaltungselektronik würden bereits in der zweiten Jahreshälfte wieder Urständ feiern, die Industriechips etwas später. Über die Flaute trägt Infineon unterdessen das ungebrochene Geschäft mit Automobil-Halbleiter.

Auch die einstige Mutter Siemens hatte jüngst über schwächelnde Geschäfte mit grüner Energietechnik geklagt. Durch die sinkende Auslastung kamen die Infineon-Margen bereits im Weihnachtsquartal unter Druck. Verglichen mit dem vorangegangenen Vierteljahr sank die operative Rendite um rund drei Punkte auf 14,9 Prozent. Der Umsatz knickte um ein Zehntel auf 946 Mio. Euro ein, der Gewinn um rund ein Viertel auf 96 Mio. Euro. "Das Ergebnis beunruhigt uns in keinster Weise", sagte Asam.

Besser als Konkurrenz

Infineon schnitt zuletzt besser ab als viele seiner Konkurrenten, die im Weihnachtsquartal stärkere Rückgänge hinnehmen mussten. Vor allem das Geschäft mit Automobilchips bewahrt die Oberbayern vor einer Einnahmenkrise. Vorstandschef Bauer äußerte sich zufrieden über die Entwicklung seines Hauses, dass mit einer operativen Rendite von rund 15 Prozent immer noch so viel verdient, wie es sich vorgenommen hat. "Infineon ist trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds weiterhin sehr profitabel. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit unserer Strategie, sich auf weniger volatile und profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren", erklärte er. Bauer hatte Infineon während der jahrelangen Sanierung unabhängiger von Chipprodukten gemacht, die starken Schwankungen unterliegen und sich stark auf die Absatzbranchen Automobilwirtschaft, Industrie und Energietechnik verlegt.

"Formal im Abschwung"

"Formal befinden wir uns im Abschwung", sagte Bauer. Im Herbst habe die Talfahrt einer fünf- bis siebenjährigen Konjunkturperiode begonnen. Es gebe allerdings keine Anzeichen für Lagerüberschüsse beiden Kunden. Die Autowirtschaft entwickle sich gut weiter. Um für den Aufschwung gerüstet zu sein und Marktanteile zu gewinnen, buttert das Unternehmen ungebremst Geld in die Entwicklung und neue Fertigungsanlagen. "In unseren Märkten für Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit will Infineon auch künftig profitabel wachsen. Dazu investieren wir in Forschung und Entwicklung sowie in den Ausbau der Kundenbeziehungen und Kapazitäten", sagte Bauer. (APA/Reuters)

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