Ölabpumpen verzögert sich, Frau auf Brücke der Costa wird befragt

1. Februar 2012, 16:09
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Wegen schlechten Wetters keine Arbeiten an Schiff möglich - Bordoffizier bestätigt Anwesenheit von Frau an Seite des Kapitäns

Rom - Nachdem die Suche nach Vermissten im Wrack der Costa Concordia endgültig eingestellt worden ist, kommt es auch zu Problemen mit den Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls, das sich im Schiff befindet. Wegen rauer See und starken Windes mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Wegen der schwierigen Wetterlage kann man schwer sagen, wann das Abpumpen beginnen kann. Wettervorhersagen geben wenig Anlass zu Optimismus. Meteorologen rechnen am Donnerstag mit einer weiteren Verschlechterung der Wetterlage. 24 Stunden Vorbereitung sind notwendig, bevor die Experten mit dem Abpumpen beginnen können.

Die Suchaktionen im Inneren des Schiffs wurden aus Sorge um die Sicherheit der Taucher am Mittwoch für beendet erklärt. Bisher wurden 17 Tote aus dem am 13. Jänner vor der Toskana-Insel Giglio havarierten Schiff geborgen.

Frau an Seite des Kapitäns wird befragt

Die Staatsanwälte der toskanischen Stadt Grosseto befragten am Mittwoch eine Frau aus Moldawien, die laut Medienberichten als wichtige Zeugin des Kreuzfahrtunglücks gilt. Die Frau habe angegeben, sie sei mit dem Kapitän Francesco Schettino zusammen gewesen, als das Kreuzfahrtschiff vor Giglio einen Felsen rammte. Die 25-Jährige sei auch auf der Kommandobrücke des Schiffes gewesen.

Laut italienischen Medien war die Frau als Gast des Kapitäns an Bord. Die Reederei Costa Crociere entgegnete, dass sie keine blinde Passagierin gewesen, sondern auf der Passagierliste gestanden sei. Die Frau sagte, sie habe für die Reederei auf anderen Schiffen gearbeitet und an Bord der Concordia ihren 25. Geburtstag feiern wollen.

Bordoffizier bestätigt Anwesenheit

Dass sich eine Frau kurz vor der Havarie auf der Kommandobrücke befand, bestätigte auch Bordoffizier Manrico Giampedroni, der 36 Stunden nach dem Unglück mit gebrochenem Bein aus dem Wrack geborgen wurde. Der 56-Jährige wurde am Mittwoch aus dem Spital entlassen, in dem er wegen des Beinbruchs behandelt worden war.

"Für mich ist heute ein toller Tag. Die Rettungsmannschaften waren wunderbar. Sie haben mich in drei Stunden aus dem Schiff geholt. Als ich die Retter gesehen habe, habe ich sie umarmt. Ich habe lange mit einem Topf an die Wand geklopft in der Hoffnung, jemand würde mich hören", berichtete der Bordoffizier.

Schiff fährt nie mehr

Mehr als zwei Wochen nach dem Kreuzfahrtunglück ist mittlerweile auch klar: Selbst im Falle einer erfolgreichen Bergung wird die Costa Concordia nie wieder in See stechen. Das sagte Pierluigi Foschi, Geschäftsführer der Reederei, in einer Ansprache vor dem Senat in Rom. (APA)

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    Das schlechte Wetter verhindert weiterhin die Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls der Costa Concordia.

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