Wiener Notschlafstellen bauen Kapazitäten aus

1. Februar 2012, 14:46
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Caritas plant weiteres Winterquartier bis Ende der Woche

Wien - Die frostigen und weiter fallenden Temperaturen sorgen für einen großen Andrang auf die Wiener Notschlafstellen. Die Plätze in den Quartieren wurden zum Teil bereits aufgestockt. Auch jenen Obdachlosen, die die Nächte trotz der Kälte im Freien verbringen, wird geholfen: Sozialarbeiter verteilten auch in der Nacht auf Mittwoch wieder Schlafsäcke und Decken.

"Der Andrang steigt, aber wir sind gerüstet", versicherte eine Sprecherin des Fonds Soziales Wien (FSW) am Mittwoch. Damit es keine Engpässe gibt, werden derzeit zusätzliche Plätze geschaffen - zehn weitere sind etwa aktuell dazugekommen. Nun gibt es bereits Gespräche zum Beispiel mit dem Roten Kreuz, um bei Bedarf weitere Unterkünfte einzurichten. Insgesamt fördert bzw. betreut der FSW derzeit insgesamt 422 Notquartiersplätze.

Caritas hat noch Restkapazitäten

Nahezu ausgelastet sind auch die Einrichtung der Caritas, also die "Gruft" unter der Barnabitenkirche in Wien-Mariahilf sowie die zweite Gruft in Wien-Neubau. Laut einem Caritas-Sprecher haben etwa in ersterer vergangene Nacht 75 Personen übernachtet. Restkapazitäten, so betonte er, gebe es aber dort noch.

Trotzdem wird nun vorgesorgt: Die Caritas plant, bis Ende der Woche ein weiteres zusätzliches Winterquartier einzurichten. Dazu gebe es derzeit Gespräche mit der Stadt, wie der Sprecher berichtete. 40 bis 50 Plätze sollen dort zur Verfügung stehen. Wo sich die neue Schlafstelle befinden wird, ist noch nicht fix. Sie solle, so betonte man bei der Caritas, jedenfalls dazu beitragen, dass jeder, der einen Schlafplatz sucht, auch einen findet.

Spenden im Moment besonders wichtig

Zahlreiche Betroffene verbringen die derzeit klirrend kalten Nächte aber trotz des Angebots nicht unter einem schützenden Dach. Laut Caritas dürften es einige hundert Menschen sein, die im Freien, in WC-Anlagen oder in Abbruchhäusern schlafen. Sie werden ebenfalls von Caritas-Mitarbeitern betreut. Die Streetworker verteilen unter anderem Decken oder Schlafsäcke.

Spenden sind nun, so betont die Caritas, wichtiger denn je: Hilfe ist unter anderem durch die Finanzierung eines "Gruft-Winterpakets" möglich. Dieses kostet 50 Euro und besteht aus einem Schlafsack, einem warmen Essen und der Möglichkeit, sich in der Gruft aufzuwärmen. Auch Sachspenden wie warme, waschbare Wolldecken werden benötigt, hieß es. (APA)

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