Essbarer Tiergarten

Zotter baut ein Weideschlachthaus

1. Februar 2012, 14:42
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    foto: apa/bigshot/christian jungwirth

    Der oststeirische Schokoladenproduzent Josef Zotter in seinem "Essbaren Tiergarten" in Riegersburg.

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    "Die Tiere haben beim Transport und im Schlachthof einen Stress, der nicht zu fassen ist. Das ist eine Frage der Moral und des Mitleids - und auch die Qualität des Fleisches leidet darunter", so Zotter.

Die Tiere des steirischen Chocolatiers sollen vor Ort und nicht erst im Schlachthof getötet werden - Geplanter Baubeginn ist im Herbst

Graz - Der steirische Chocolatier Josef Zotter hat im Vorjahr neben seiner Schokolademanufaktur einen "Essbaren Tiergarten" eröffnet - ein 27 Hektar großes Areal mit artgerecht gehaltenen Tieren, die zum Bewusstsein über die Herkunft des täglichen Stück Fleisches am Teller beitragen sollen.

Künftig sollen die Tiere, die auch von den Besuchern verkostet werden können, auch an Ort und Stelle geschlachtet werden, schilderte Zotter am Dienstagabend bei einer Diskussion an der Uni Graz.

Dem Essen in die Augen schauen

"Mit dem 'Essbaren Tiergarten' wollte ich unseren Besuchern die Möglichkeit geben, bewusst über Lebensmittel und artgerechte Tierhaltung nachzudenken und vor allem dem Essen wieder in die Augen zu schauen. Das Fleisch im Regal weckt ja keine Emotionen mehr", so Zotter.

Rinder, Schweine, Hühner, Gänse und Enten, Esel, Ziegen u. a. leben auf dem Areal neben der Schokomanufaktur in Bergl in der Oststeiermark. Im Anschluss an den Tiergartenbesuch können die Produkte von Schwein, Rind und Huhn im Restaurant verzehrt oder für ein Picknick erworben werden. Rund 212.000 Besucher hat die Schokolademanufaktur im Vorjahr angezogen: "80 bis 90 Prozent waren auch im Tiergarten", so Zotter.

"Eine Frage der Moral und des Mitleids"

"Die Tiere haben beim Transport und im Schlachthof einen Stress, der nicht zu fassen ist. Das ist eine Frage der Moral und des Mitleids - und auch die Qualität des Fleisches leidet darunter", sagte Zotter. Er will daher künftig in einer "Endbox" auf der Weide, jedoch nicht öffentlich, schlachten. "Wenn wir schon Fleisch essen, dann müssen wir auch schauen, dass es den Tieren gut geht. Bis zur letzten Stunde." Im Herbst soll es so weit sein.

"Vielerorts gibt es ja die Mär - auch unter den Bauern -, dass das Schlachten auf der Weide und nicht im Schlachthof gar nicht mehr möglich ist. Das stimmt nicht - es müssen allerdings behördliche Auflagen eingehalten werden", betonte Zotter. 

"Für mich so wichtig wie für andere ein dickes Auto"

Er wünscht sich, dass sein Beispiel auch von den Viehbauern des Landes wahrgenommen wird. "Wenn sich mehrere Bauern nach dem Vorbild des Maschinenringes zusammenschließen, dann ginge das auch für die Schlachtung an Ort und Stelle. Nur trauen müssen sie sich." Allerdings, so Zotter: "Den meisten hat man durch die jahrelangen Förderungen immer mehr das Verantwortungsgefühl für ihre Tiere und ihr eigenes Tun genommen. Sie denken nur noch in Förderdimensionen."

Zotter rechnet mit Kosten "zwischen 80.000 und 140.000 Euro" für sein Projekt. Förderungen nehme er dafür nicht in Anspruch: "Das ist für mich einfach so wichtig wie für andere ein dickes Auto." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 171
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Wicked Vienna
00
10.2.2012, 13:27

Bei den Postings trennt sich wieder mal die Spreu vom Weizen...

anthropophagus
01
irgendwie werde ich den gedanken nicht los,

dass es zotter in erster linie darum geht tierschützer zu provozieren. wozu eigentlich der ganz unsinn mit dem "essbaren" tiergarten? zotter´s kernkompetenz ist schokolade und um schokolade herzustellen braucht man kein tier zu schlachten. er könnte seinen "bio-bauernhof" so führen wie 90 % aller landwirtschaftsbetriebe in österreich geführt werden: als milchbetrieb. da könnte er kühe und kälber und schafe und ziegen und esel und das immer halten und es gäbe keine diskussion. und ich vermute, dass es zotter vor allem um letzteres geht.

ridentem dicere verum
00
als menschenfresser

fehlt ihnen halt der draht zum essen von tieren - kann ich ja verstehen

Anders Dänken
 
21
Ja DARF der des denn überhaupt?? NICHT in "Förderdimensionen" denken??

Der Mann ist die personifizierte Lächerlichmachung dieser ganzen Bauernkammerraiffeisenmafia.

Andersen
20

Wenn einem schon keine gscheite Kritik einfällt, konstruiert man halt irgendwas.

Christ Kind
03
irgendwie

hast Du das posting genau gar nicht verstanden.

sociovation
11
Da sind die Spanier sogar noch einen Schritt weiter

Dort wird im Freien UND öffentlich geschlachtet - nur gefällt mir der Terminus "Arena" wesentlich besser als "Endbox"...

Christ Kind
00
sub

til

Storyteller
94

Ja, aber das muss ja alles nicht sein. Man kann sich wunderbar vegetarisch ernähren. Fällt einem kein Zacken aus der Krone. Und in unserem Land des Überflusses ist dies sehr einfach möglich. Ein bisschen Fantasie und Kochwillen.

Die Schokoladen sind gut, allerdings überteuert.

Christ Kind
01
und genau

so gut kann man Fleisch und Fisch essen.

wos wor jetztn dein Punkt?

Andersen
13
Die Schokoladen sind gut, allerdings überteuert.

Genau. Vegetarisch ernähren um das Gewissen zu beruhigen aber für die Schoki nichts bezahlen wollen. Weil ausgebeutete Kakaobauern sind den selbstgerechten Veggies egal, sind ja keine Tiere.

anders
01
oja,

das muß sein. weil ich gerne fleisch esse und mich nicht vegetarisch ernähren möchte. fantasie u. kochwillen - was ist denn mit ihnen los?

Jürgen Schmücking
 
05
..

sepp zotter zahlt seinen rohstofflieferanten und Partnern einen vernünftigen und fairen preis. über diesen Aufpreis sollten sie überhaupt nicht nachdenken.

Wicked Vienna
00
10.2.2012, 13:26

Und ausserdem schmeckts wesentlich besser als diese Milka Zucker Bomben.

styx12
05

Sie können sich von mir aus gerne vegetarisch ernähren. Aber warum haben Sie den Anspruch, dass es alle anderen auch tun müssen?

metall81
04
Man kann sich wunderbar vegetarisch ernähren.

Hält Sie ja eh keiner davon ab, oder?

Silvio Lackner
02
Christ Kind
00
der Typ ist

Spitze!

florian holzer2
00

es gibt auch in österreich einen, der so verfährt. ich schreib’s da jetzt nicht her, weil einfach hatte und hat er es mit den behörden auch nicht. aber wer sucht, findet ihn eh.

Takis
00

So sollte es sein, ein bewundernswerter Mensch.

berger940
01
Danke für den Link aus dem Jahr 2006

Der Bericht klingt zu schön um wahr zu sein. Hermann Maier (nicht der Schifahrer) hat Visionen, braucht daher nicht zum Arzt und gibt uns Hoffnung. Erlaubt die EU im Jahr 2012 noch immer Herrn Maier seine Vorgangsweise? Hygiene ist oberstes Gebot - sagt die EU.
Mein Gott, die Rinder haben noch ihre Hörner - auch noch jetzt? Hörner sind ja sooooo gefährlich!
"Menschen aus dem Ort beschwerten sich wegen des Lärmes..." Nicht auszudenken: Würde in unserem kleinen Dorf ein Hahn krähen, ein Aufruhr entstünde, da zuviel Natur. Soweit samma schon!

ad vocem
03
Grundsätzlich d'accord!

Leider hat die EU mittels skurriler Hygienvorschriften die Hofschlachtungen weitgehend unmöglich gemacht - und spielt damit nur den großindustriellen Fleischproduzenten in die Hände. Dafür werden die Tiere kruez und quer durch Europa gekarrt!

Dass man Tiere auch für die Fleischproduktion möglichst artgerecht und respektvoll behandeln soll, kann ich bedinungslos unterschreiben.

Ob "Essbarer Tiergarten" allerdings ein sehr glücklich gewählter Begriff ist, bezweifle ich aber ...

Und das Verkosten kommt hoffentlich NACH dem Schlachten:

"Künftig sollen die Tiere, die auch von den Besuchern verkostet werden können, auch an Ort und Stelle geschlachtet werden, schilderte Zotter"

marty fink
00
Zustimmung zum ersten Absatz!

monella laputa
123
Das ist eine Frage der Moral und des Mitleids - und auch die Qualität des Fleisches leidet darunter"

..aber gefressen wirst du trotzdem, du Tier du.

Was für eine Heuchelei.

Christ Kind
00
sagte

der Veganer und zog sich seine von Kinderhand gefertigten Nike's an.

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