Libysche Waffen überschwemmen Region

Blog | Reiner Wandler, 1. Februar 2012, 14:45
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    foto: rodrigo abd, file/ap/dapd

    Waffen aus Libyen überschwemmen die Region.

Wie Waffen aus Libyen Nord- und Westafrika instabil machen

Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit einer befreundeten Professorin aus dem algerischen Oran erinnern, als der bewaffnete Aufstand in Libyen begann. "Wenn Gaddafi fällt, werden die Waffen aus Libyen ganz Nord- und Westafrika instabil machen", warnte meine Freundin, die sich seit Jahren auf die Sahelzone als Konfliktregion spezialisiert hat. Sie war aus diesem Grund gegen den Nato-Einsatz in Libyen. Ihre Befürchtungen sollten sich bewahrheiten, wie jetzt ein Dokument der Vereinten Nationen belegt.

"Eine Zunahme bei der Verbreitung von Waffen, organisierter Kriminalität und Terrorismus erhöht den Druck auf die Ländern der Sahel-Region, in denen es bereits zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommt", heißt es zu Beginn des Protokolls der Sitzung des Sicherheitsrates zum Thema. Ob Tuareg-Milizen, Al Qaida im Islamischen Maghreb bis hin zu den Boko Haram in Nigeria, die derzeit eine brutale Anschlagserie von sich Reden machen, dürften Nutznießer des Waffenschmuggels sein. "Boko Haram hat Kontakte zu Al Qaida geknüpft", befürchtet die UN. Die nigerianische Truppe soll in Al Qaida Lagern in Mali ausgebildet worden sein, wahrscheinlich mit libyschen Waffen.

Die Instabilität verschärft sich noch durch die 420.000 Rückkehrern aus Libyen. Sie haben durch den Konflikt in Libyen ihren Job und meist ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Zu Hause haben sie keine Zukunft. Deshalb sind sie schließlich einst nach Libyen ausgewandert.

In Libyen selbst kehrt ebenfalls keine Ruhe ein. Das Land droht in einem langanhaltenden Bürgerkrieg zu versinken. Innerhalb der einstigen Aufständischen brechen Konflikte auf. Es geht um den Einfluss im künftigen Staatswesen. Und mancherorts reorganisieren sich die Gaddafi-Getreuen, um ganze Landstriche zurückzuerobern.

Die UNO ist ratlos. Libyen war - dank des Erdölreichtums - ein wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor in der Region. Solange das Land nicht zur Ruhe kommt, droht die gesamte Sahel-Zone in immer neuen Konflikten zu versinken. (Reiner Wandler, derStandard.at, 1.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 28
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henry pfabbe
00
und wenn Syrien auseinanderfallt?

Whin kommt dann das ganze angesammelte Waffenarsenal?

daniel wuchsel
21
depperte USA, depperte EU

jetzt haben wir alle den Scherm auf.

Elettra
21
@daniel wuchsel

Ein durch Gadaffi geeintes Afrika

hätte beinahe Frankreich und England aus dem exklusiven Clup der Veto Weltsicherheitsratsmitglieder katapultiert,

Libysche NATO Rebellen Waffe die nun Afrika auf Jahre destabilisieren und lähmen sind teil des Konzeptes.

Es darf keine 2/3 UN Mehrheit geben

http://derstandard.at/plink/132... id24719690

Porqué no te callas?
01
10.2.2012, 12:07

"Ein durch Gadaffi geeintes Afrika" - der realitätsferne wunschtraum der naiven diktatorenhuldiger.

hamaca reservada
00
tja, das ist echt eine sehr große enttäuschung, um nicht zu sagen eine sau***ei den menschen in den subsahara-ländern gegenüber.

die rolle ghadafis bei der waffenverteilung an die subsahara-länder bzw. bei der finanzierung, was er als freiheits- und friedenskämpfer definierte - ist noch nicht wirklich transparent. aber eine rolle hat er sicherlich immer schon gespielt. ich erinnere nur daran, dass er auch einmal der ö-waffenindustrie behilflich war und dass er kontinuierlich riesige mengen an waffen kaufte.

enttäuschend daher, dass genau diese waffenlager nicht zerstört wurden und dass weder die sicherung dieser lager noch die entwaffnung der menschen stattgefunden hat.
und die frage, warum gerade jetzt in afrika die konflikte aufbrechen ... ohne einem al-quaida verschwörungskonzept das wort reden zu wollen, da gibts genug kleinere profiteure. divide et impera -

diamant
82
Das ist eine ueberaus pessimistische Einschaetzung der Situation!

Das die Heimkehrer natuerlich ein soziales Problem darstellen sehe ich noch am Ehesten.
Aber wer weis, vielleicht koennen viele ja bald wieder zurueckkehren. Darauf hoffen wird man ja noch duerfen!
Das Waffen aus Libyen die Region ebenfalls destabilisieren koennen ist sicher moeglich. Aber die Milizen in Libyen stehen doch noch zu grossen Teilen unter Waffen, das duerfte also eher ein Problem der Zukunft sein.
Die Laender in der Sahelzone muessen sich aber erst mal selber an der Nase nehmen und vielleicht doch einmal was gegen Korruption, Misswirtschaft, soziale Ungleichheit tun und fuer demokratische Reformen einstehen!

Reis Holz
20

der pseudo experte mal wieder

mistvieh666
 
11

ja, sicher.
es hat sich im letzten jahr eigentlich gar nichts geaendert, es ist nur alles viel besser geworden.
ja, sicher.
wissens, ihr posting ist irgendwie - abgehoben.

casus belli
10
Waffen verbreitung...

Hoffen darf man vieles, aber nach der regelrechten Verfolgung schwarzer Menschen in Libyen (z.B.:http://www.sueddeutsche.de/politik/g... 1.1138509) gibt es viele die sich nicht mehr hintrauen werden.
Kommt darauf an ob die sozialen Umstände die Angst vor Rassismus überschatten werden.
Die Rebellen sind zwar noch bewaffnet, aber die Waffen stammen ja nicht alle aus der lybischen Armee. Von den Waffen der lybischen Armee, z.B. den ganzen Waffenlagern konnte sich teilweise genommen werden ohne Ende, da keine Wachmannschaften mehr bewachten. Die Verbreitung der Arsenale in andere Länder war mehr als vorprogrammiert.

diamant
11
Warum horten Diktatoren eigentlich so viel Waffen?

Bestaetigt nur meine Sicht das eine Welt ohne diese besser ist!

Porqué no te callas?
01
10.2.2012, 12:10

das fragen sich die libyer auch. "warum hat der verrückte so viele waffen gekauft, anstatt das viele geld in bildung, etc zu investieren?"

Seine Durchlaucht
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"Wie Waffen aus Libyen Nord- und Westafrika instabil machen"

Aber war das nicht von Anfang an so geplant?

Andi222
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das war ja offensichtlich der Sinn der NATO "Intervention"

supermike
24
Libyen war - dank des Erdölreichtums - ein wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor in der Region.

Noch vor ein paar Monaten wurde hier gepredigt, wie schlecht es den Libyern doch geht unter dem bösen Gaddafi. Nach 10.000 bejubelten NATO Lufteinsätzen hat man dann endlich das Böse aus dem Land gebombt und Gaddafi wurde ermordet.

Und nun liest man, dass Libyen früher ein stabiles Land in Nordafrika war und die sicher gelagerten und versperrten Militär und Polizeiwaffen - geplündert von den "guten" Rebellen - nun ganz Nordafrika destabilisieren und vermutlich zehntausende Tote fordern.

Wer ist nun Schuld ? Gaddafi bestimmt nicht - er hat ausdrücklich vor diesem Chaos gewarnt !!!
40 Jahre Gaddafi haben bestimmt nicht mal 1 Promille der Toten des jetzigen Chaos gefordert.

langsam
10

Es ist jedesmal das gleiche: Ob Afganistan, Irak, Libyen und jetzt Iran: Es wird zuerst mediales Trommelfeuer veranstaltet um die sogenannte öffentliche Meinung für einen Krieg vorzubereiten. Dann hat die politische Elite freie Hand und kann entsprechend irgenwelcher Machtinteresen die Kanonen rausfahren lassen.

zeitfuchs
51
wenn das alles nicht beabsichtigt war,

dann fress ich einen Besen.

Meerwelle
00

Mahlzeit!!

zeitfuchs
10
wie kommen Sie darauf,

mir Mahlzeit zu wünschen? Verfolgen Sie doch die postings dann sehen Sie, daß der überwiegende Teil meiner Ansicht ist: die Destabilisierung der ganzen Region ist und war beabsichtigt und dient nur dazu, den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Die Förderanlagen und Raffinerien hingegen sind überaus gut geschützt.

zebrafuss
00

ölpreis rauf? ja. das öl. nur denke ich, dass im bereich des öls für die industrieländer die sache ohnedies gut gelaufen ist.
die entwicklungen sind alle irrsinnig neu und ich denke, es sind ganz viele interessen da im spiel - natürlich alles noch im alten wettbewerbsmuster des höher, schneller, besser, weiter und spieglein, spieglein an der wand, wer ist hier der mächtigste im land.

ich denke, wir menschen haben momentan grad die arschkarte gezogen, am ende des zerfalls von alten mustern bei noch keinem neuen muster.

nur hab ich eigentlich immer gedacht, eine der größten menschlichen errungenschaft des 19. und 20. jahrhunderts war die etablierung der vernunft. aber leider: wie schon sartre meinte:

die leidenschaft verklebt das gehirn.

langsam
00

Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht! - nach Georg Schramm von Papst Gregor dem Großen (5. 6. Jh.) - http://www.youtube.com/watch?v=ZtvnVjt5bxo

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
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hmmm jaa... jetzt wo ich es mir recht überlege... vor dem libyenkrieg gabs wirklich keine kriegerischen auseinandersetzungen in afrika. keine anschläge, keine massaker (man erinnere sich an den völkermord in ruanda, den es nie gab zum beispiel) nichts! die al quaida drohte mangels waffen auseinanderzufallen! wer sich auf die suche nach eine kalaschnikov machte und in marokko zu suchen begann, endete irgendwann in südafrika und musste dort auf knien einen waffenhändler anbetteln und ihm € 50.000 dafür zahlen. als monatsrate und in bar. das waren noch zeiten! alles vorbei! alle waren glücklich und zufrieden, keiner hungerte...

supermike
11
Verharmlosung

Du weist aber schon, dass Nordafrika noch vor 2 Jahren absolut stabil und friedlich war ?
Ausser den radikalen Islamisten (wie z.B. die LIFG in Libyen) wurde keiner verfolgt und ermordet. Minderheiten wurden beschützt.
Nun hat man dort Anarchie und Chaos. Keine funktonierende Justiz - keine Polizei. Auge um Auge.
Und die Waffen aus den Waffenlagern werden an Terroristen in ganz Afrika verkauft. Besonders gefährlich (und das werden die Europäer auch noch kennenlernen) - "ZEHNTAUSENDE" tragbare Boden-Luftraketen mit ca. 6-7km Reichweite. Damit können Terroristen jetzt mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von ca. 30-40% Passagiermaschinen runterholen.

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
00

natürlich verharmlose ich. noch mehr waffen sind niemals gut. aber es ist lächerlich zu behaupten, dass niemand verfolgt wurde. was war zb mit den kopten in ägypten, das war doch vor der revolution? keine funktionierende justiz? keine polizei? ich glaube es ist besser keine justiz und keine polizei zu haben, als diese justiz und diese polizei, die es vorher gab. und dass zb die al quaida nicht an boden-luftraketen kam, kann ich mir nicht vorstellen.

Enrico Furioso
20
Libysche Waffen?

Wohl eher Waffen aus den USA, Frankreich und wer sonst noch den sog. Rebellen die Waffen von hinten und vorne in alle möglichen Körperöffnungen schob.

der schwitzbär der schwitzt sehr
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dafür wird das Öl billiger - CNN money:

Zitat:

Gadhafi ... effectively imposed a 93% tax on any oil the companies produced in Libya.

"This 93% is a joke," said Fadel Gheit, a senior energy analyst at Oppenheimer. "Not even Russia has that."

A more palatable rate would be something like Norway's 75%, said Gheit. A U.S.-style 50% would be a downright gift.

Libyan peace could bring oil bonanza ...

Im Gegensatz zu Gaddafi, der soviel förderte, wie das Land und die Projekte brauchten, will man nun die Produktion verdoppeln ...

... und dafür die Einanahmen Libyens je Barrel senken

Praktisch, nicht ? Ob dort noch ein paar einander erschießen ist nebensächlich. Exxon hatte letztes Jahr 42 Mrd. Dollar Gewinn.

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