Meinl Bank bestätigt

Zwei Geschäfte über Ferint abgewickelt

1. Februar 2012, 13:46

Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl: Geldhaus mit Grasser-Treuhänder Schwägler "seit längerer Zeit in Kontakt"

Wien - Im Zusammenhang mit den Korruptionsverdachtsfällen rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP) hat die Meinl Bank am Mittwoch bestätigt, Geschäfte über die Schweizer Treuhandgesellschaft Ferint AG abgewickelt zu haben. Auf ein Ferint-Konto bei der Meinl Bank hat Grasser ja laut Eigenangaben jene 500.000 Euro in bar eingezahlt, die er von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota bekommen haben will. "In zwei Fällen hat sich die Meinl Bank der Ferint zur Abwicklung bestimmter Geschäfte bedient", sagte Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl bei einer Pressekonferenz. Welche Geschäfte dies waren, sagte Weinzierl nicht, er berief sich auf das Bankgeheimnis.

Die Ermittlungsbehörden zweifeln an Grassers Angaben zum Schwiegermuttergeld. Laut einem aktuellen "Falter"-Bericht hegt die Wirtschaftspolizei in dem Zusammenhang auch den Verdacht der Beweismittelfälschung. Ein Vertrag, der beweisen soll, dass das Geld der Schwiegermutter gehört, solle gefälscht sein. Die Ferint "ist Schwägler (Grassers Treuhänder Heinrich, Anm.) zuzuordnen", sagte Weinzierl heute. Mit Schwägler habe die Meinl Bank "seit längerer Zeit Kontakt", meinte der Banker zur APA. "Auch jetzt noch."

Ferint-Leiter Schwägler wird verdächtigt, Grassers Geschäfte zu decken. Ihm wird puncto Schwiegermuttergeld laut "Falter" die vorgeworfen, eine Falschaussage gemacht zu haben.

"Konsistent die Wahrheit gesagt"

Auch der Meinl-Bank-Vorstand Günter Weiß soll aus Sicht der Kriminalpolizei Grasser durch eine falsche Zeugenaussage gedeckt haben, dem Zeitungsbericht zufolge wird auch gegen ihn ermittelt. Sein Vorstandskollege Weinzierl meinte dazu heute: "Es soll Aussagen geben, die von der Staatsanwaltschaft als widersprüchlich gewertet werden. Er sagt, er hat konsistent die Wahrheit gesagt."

Weinzierl, den die Staatsanwaltschaft im Meinl-Strafverfahren ebenfalls als Beschuldigten führt, bestätigte heute auch erneut indirekt, dass es sein nunmehriger Kollege Weiß gewesen sei, der im Sommer 2005 - außerhalb der Banköffnungszeiten - die 500.000 Euro von Grasser entgegengenommen hat. Auf eine entsprechende Frage meinte Weinzierl: "Grundsätzlich ist das korrekt" bzw. "ich glaube, es ist so." "Grundsätzlich" habe Weiß den damaligen Finanzminister als Kunden betreut. Weinzierl findet prinzipiell nichts dabei, wenn eine Bank außerhalb der Öffnungszeiten große Summen entgegennimmt. Auch der Direktor einer kleinen Raiffeisenbank würde für einen Minister nach 18 Uhr aufsperren, meinte der Meinl-Bank-Chef sinngemäß.

Grasser gab bei Einvernahmen laut "Falter" an, das Vermögen im Jahr 2005 in großen Scheinen von Fiona Grassers Mutter im schweizerischen Zug erhalten und es über die Grenze gebracht zu haben, um es "gewinnbringend" zu veranlagen. Einem früheren "Falter"-Bericht zufolge hat er den Großteil des Geldes aber nicht persönlich, sondern durch seinen Treuhänder Schwägler eingezahlt. Schwägler ist jener Treuhänder, dessen Anwalt kürzlich beschlagnahmte Akten aus einem Liechtensteiner Gericht bei der Akteneinsicht entwendete.

Widersprüche nicht aufgeklärt

Laut "Falter" wird Grasser in Dossiers von der Wirtschaftspolizei schwer belastet. Er habe nicht vermocht, die Widersprüche, die sich aus den bisherigen Kontenöffnungen, Treuhandunterlagen und Verhören ergeben hätten, aufzuklären. Insgesamt wollen die Ermittler dem Bericht zufolge auf drei Konten Bestechungsgeld gefunden haben. Auf dem Ferint-Konto bei der Meinl Bank, auf einem Konto bei der Raiffeisenlandesbank Liechtenstein, das der Treuhandfirma "Mandarin" mit Sitz in Belize gehört, und auf einem Konto bei der Hypo-Bank Liechtenstein mit der Nummer "15444", das von seinen früheren Freunden Walter Meischberger und Ernst Plech verwaltet wurde. Alle drei Konten seien Grasser zuzuordnen, so die Ermittler laut "Falter". Über diese Konten soll der Ex-Finanzminister Schmiergeldzahlungen erhalten haben, vermuten sie. Grasser bestreitet diese Vorwürfe. (APA)

Marquis de Sade
 
02

es sollte einem Minister verboten sein Geld ins Ausland zu schaffen! Erstens ist das ein wenig unpatriotisch (aber legal) aber es lässt den Verdacht von Korruption zu. Aber so selbstauferlegte Gentlemen's Agreements waren noch nie die Stärke von Politikern.

...und ich weiß beim besten Willen keinen anderen Grund als Steuerhinterziehung/Korruption um (Nummern-)Konten in Liechtenstein, der Schweiz oder Belize zu haben. ...oder Geld von Liechtenstein nach Zypern zu überweisen und bar aus der Schweiz mit einem Boten nach Wien zu bringen und außerhalb der Öffnungszeiten ohne Belege einzuzahlen.

Kahuna
02
278a

FaymannsBoss
00
Ein Finanzminister, der sich selbst wegen Steuerhinterziehung anzeigt ist sowieso die Spitze der Skurilität,

aber bezeichnend für die Zustände unter den Politikern dieses Landes!

BBSS
12
Das wird noch getopt

.
vom Finanzminister, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Jetzt ist er Salzbaron.

Aber auch ein Bankdirektor als Parteivorsitzender einer sozialistischen Partei ist in diesem Land der Perversion kein Problem. Der ist jetzt der teuerste Pensionist der Nation.

Auch ein Innenminister, der wegen Beweismittelunterdrückung verurteilt wurde, passt ins Bild. Der lässt noch heute die österreichischen Geheimdienste für seine Rüstungsgeschäfte arbeiten und macht neben seiner Beamten- und Politikerpension von ca 280.000 EUR pro Jahr noch jede Menge Provisionen.

Ein Wehrdienstverweigerer als Verteidigungsminister ist schon als pikant zu bezeichnen.

In Österreich musste die Psychoanalyse erfunden werden.

FaymannsBoss
01
Nachtrag:

Eine Justizministerin, deren Urteile als Richterin (siehe BAWAG-Verfahren) im Instanzenzug aufgehoben werden müssen.

Ein Verteidigungsminister, dessen Abberufungsbescheid (Gen. Entacher) trotz hunderter Seiten an Begründungen wegen Rechtswidrigkeit aufgehoben werden muss.

Alles in allem scheinen bei uns nur noch die größten Idioten und Gauner in der Spitzenpolitik zu landen!

Kahuna
00
Man kann es nicht besser sagen!

Andreas W
01
Hoffentlich versinken die alle in ihrem selbst geschaffenen SUMPF!

Michail Bakunin
03

Nö, die lachen sich einen Ast und trinken bis ans Lebensende Champagner vom "legal geraubten" Geld. Einige bekommen das in den Rachen geschüttet, was alle anderen erarbeiten. Kaputtes Gesellschaftssystem.

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