Amazon zahlt hohen Preis für seinen Wachstumsdrang

1. Februar 2012, 11:23

Kampfpreise und kostenloser Versand - Gewinn fiel um 58 Prozent auf 177 Millionen Dollar

Amazon baut seine Stellung als weltgrößter Onlinehändler aus. Mit Kampfpreisen und kostenlosem Versand hat der US-Konzern im vergangenen Jahr zahlreiche neue Kunden gewonnen. Das ungestüme Wachstum ging allerdings auf Kosten des Gewinns, der um beinahe die Hälfte eingebrochen ist. Die Anleger waren vor den Kopf gestoßen. Die Aktie ging nachbörslich runter.

"Sowohl in den USA wie auch in Europa"

Der Umsatz war im Gesamtjahr um 41 Prozent auf 48,1 Milliarden Dollar hochgesprungen (31,4 Mrd Euro). Die meistverkauften Produkte waren nach den Worten von Gründer und Konzernchef Jeff Bezos ein ums andere Mal die Kindle-Lesegeräte für elektronische Bücher und der neue Tabletcomputer Kindle Fire. "Sowohl in den USA wie auch in Europa", fügte Bezos am Dienstag an.

Analysten gehen allerdings davon aus, dass Amazon am Kindle wenig verdient oder sogar etwas drauflegt. So kostet der Kindle Fire in den USA weniger als die Hälfte des Apple iPad: 199 Dollar zu 499 Dollar. Zudem steckte Amazon jede Menge Geld in den Ausbau seiner Lieferzentren, auch in Deutschland. Angesichts der hohen Kosten schmolz der Gewinn um 45 Prozent auf 631 Millionen Dollar.

17,4 Milliarden Dollar

Besonders dramatisch sah die Lage im wichtigen Weihnachtsquartal aus: Nicht nur, dass Amazon sein Wachstumstempo nicht halten konnte, und den Umsatz für seine Verhältnisse um magere 35 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar steigerte. Der Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überdies um 58 Prozent auf 177 Millionen Dollar. Sogar ein Verlust schien zwischenzeitlich möglich.

Ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Bezos betonte vor allem das überdurchschnittliche Wachstum der Fremdanbieter. Amazon verkauft über seine Website nicht nur eigene Waren, sondern hat sie auch für Dritte als Verkaufsplattform geöffnet. Auf diese fremden Händler entfielen nach Stückzahlen mittlerweile 36 Prozent aller Verkäufe, sagte Bezos.

Ebay

Amazon fährt zweigleisig: Auf der einen Seite ist das Unternehmen ein klassischer Onlinehändler, der mit günstigen Preisen die Konkurrenz auszubooten versucht, etwa den Marktplatz Ebay. Zum anderen entwickelt sich Amazon immer mehr zum Anbieter von Inhalten wie Filmen und Musik. Dazu hat Amazon den Kindle Fire herausgebracht, und hat damit sein Profil als einer der schärfsten Rivalen von Apple geschärft.

An der Börse kamen die Geschäftszahlen gar nicht gut an. Die Analysten hatten mit einem besseren Abschneiden zu Weihnachten gerechnet. Zudem zeigten sie sich unzufrieden mit dem Ausblick auf das laufende Quartal. Der Konzern stellt ein Umsatzzuwachs von vergleichsweise schwachen 22 bis 36 Prozent in Aussicht und schlimmstenfalls einen Verlust. Nachbörslich brach die Aktie um 9 Prozent ein. (APA/dpa)

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14 Postings
Am besten jetzt...

ich finde amazon einfach gut. die sind die einzigen bei denen ich mit einem wirklich gutem gefühl einkaufe - jedoch nicht bei deren drittanbietern, nur direkt bei amazon.

Mit einem guten Gefühl einkaufen, weil ich weiß, dass der Gewinn in die USA an Oberschicht Investoren geht und nicht an den Buchhändler um die Ecke

der buchhändler an der ecke kauft auch bei amazon und schlägt halt 2-3 euro drauf...also wenns zu dem gehen bezahlens amazon UND den händler..

sie kaufen noch Bücher bei amazon??
bei amazon kauft man doch mittlerweile alles , von schuh bis elektronik...

auch wenn sie mit dem Kindle noch was rauflegen müssen beim Verkauf, langfristig werden sie auf jeden Fall mit Content und Apps damit verdienen.

Ich habe z.Bsp. bis jetzt um 650USD Android Apps gekauft (seit Mai 2010).

Dieses böse Unternehmen welches in die Zukunft und ins Business investiert statt kurzfristig Gewinn ohne Ende "abzuwerfen" bleibt einfach ein Dorn im Auge der Analysten...

"Die Analysten hatten mit einem besseren Abschneiden zu Weihnachten gerechnet"

na so was...

hier sieht man

wieder einmal die volle perversion des kapitalismus. eine firma die in die zukunft investiert stoesst ihre teilhaber vor den kopf.
tja amazon, besser fuer die aktie ist es mitarbeiter kuendigen, standorte schliessen und die kunden schlecht behandeln. das bringt die aktien auf vordermann.
*kopfschuettel*

Na ganz arm ....

"Nur" 177 Mio Dollar Gewinn .....!!!!

Zu beachten ist, beim Weihnachtsgeschaeft, uebers ganze Jahr warens eh ein paar Millionen mehr.

Aber ja, Unternehmen die gut dastehen, es sich leisten koennen in die Zukunft zu investieren und trotzdem noch Gewinn abwerfen sind fuer Anleger sehr gefaehrlich.
Ich sag nur, gehts der Wirtschaft (den Anlegern) gut, gehts uns allen gut.

Ja, noch dazu knapp am Verlust vorbeigeschrammt...

Langfristig gesehen...

die richtige Entscheidung. Die Investitionen kommen vorallem den Kunden zugute, zugegeben, nicht den Anlegern (noch nicht). Guter Service, guter Preis - die Qualität stimmt bei Amazon. Es gibt nahezu nichts dass man nicht bekommen könnte bei denen, das Unternehmen ist wirklich erstklassig aufgestellt. Analysten denken eben in Quartalen, gute Unternehmer in Jahren.

der gewinnrückgang ist aber den kampfpreisen zuzuordnen, und nicht der qualität. und kostenloser versand ist auch nur ein preisvorteil.
mir taugt amazon, da extrem zuverlässig, aber unternehmerisch ists haarig, bei dem umsatz so wenig gewinn zu machen.

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