Rechtliche Einschätzung

Irland prüft Referendum über EU-Fiskalpakt

1. Februar 2012, 08:47

Regierung sucht Rat bei Generalstaatsanwaltschaft

Dublin - Die irische Regierung will prüfen lassen, ob zur Ratifizierung des beschlossenen EU-Fiskalpakts für strikte Haushaltsdisziplin eine Volksabstimmung nötig ist. Sein Kabinett habe die Generalstaatsanwaltschaft um eine rechtliche Einschätzung gebeten, sagte Regierungschef Enda Kenny am Dienstag. Die Regierung werde diesem Rat folgen. Entscheidend sei, ob die Bestimmungen des Fiskalpaks mit der Verfassung des Landes vereinbar sind, sagte Kennys Stellvertreter Eamon Gilmore dem Rundfunksender RTE.

Gilmore verteidigte den Fiskalpakt, mit dem sich die Unterzeichnerländer verpflichten, striktere Regeln zur Haushaltsdisziplin zu befolgen als in den EU-Verträgen vereinbart. Dieser ziele darauf ab, den Euro zu stabilisieren und sicherzustellen, dass die Wirtschaft in der EU wachse. Die irische Wirtschaft erholt sich derzeit langsam von massiven Schuldenproblemen, durch die sich das Land im November 2010 gezwungen sah, Finanzhilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds zu beantragen.

Auf dem EU-Gipfel am Montagabend in Brüssel hatten sich 25 EU-Länder dem Fiskalpakt angeschlossen. Als einzige EU-Mitglieder wollen Großbritannien und Tschechien außen vor bleiben. Einer Umfrage vom Sonntag zufolge sind drei von vier Iren der Auffassung, dass es ein Referendum zum Fiskalpakt geben müsste. 40 Prozent der Befragten gaben an, bei solch einem Urnengang dann für den Vertrag zu stimmen. 36 Prozent lehnen ihn dagegen ab. In der Vergangenheit haben die Iren bereits zweimal einen EU-Vertrag bei einer Volksabstimmung zunächst abgelehnt, in einem zweiten Anlauf dann aber doch zugestimmt. (APA)

proteus
00
Wo bleibt unsere Volksabstimmung?

Bei jeder schwerwiegenden Änderung der EU-Verträge sollten wir doch darüber abstimmen dürfen, hat zumindest der Faymann im letzten Wahlkampf versprochen.

löwe306
01
Sicher nicht .....

Hierzulande wird einfach beschlossen. Wir haben ja die Regierung gewählt. Also haben unsere Herrn Politiker einen Blankozettel!? Das Volk fragen, kann doch nur unbequeme Antworten bringen. Das tut es in diesem Fall bestimmt. Damit will sich die Regierung doch nicht auseinandersetzen.

Mit dem Ja zur EU wurde doch zu allem was kommt ja gesagt. Wer wusste das nicht?? Ich glaube niemand wusste das. Um eine Volksabstimmung bei der Euro Einführung wurde ja auch "verzichtet", da ja mit der Beitrittsabstimmung angeblich dieser Punkt mit abgestimmt wurde. Gewusst hat das außer der damaligen Regierung wohl niemand.

Vielleicht täusch ich mich ja und gehöre auch zum Volk, das für dumm verkauft wird ohne es zu merken.

Waran
01
Irland

will mehr als 30 Mrd gestundet bekommen. Die versuchen jetzt auf diese Weise Druck zu machen.

barney
01
wozu, warum?

Was soll denn das? Sollte es tatsächlich eine Volksabstimmung geben und die "geht schief", gibt es halt in einem Jahr eine neue; wie bei den Verträgen von Nizza und Lissabon...

01052004
00
wird hierzulande auch geprüft???

oder hat österreich mit dem damaligen ja (zum eu-beitritt) ein blanko-ja zu allem gegeben???

oder wird das nicht geprüft, weil man sich aus angst vorm strache voll in die hosen macht???

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