US-Republikaner

Romney gewinnt in Florida, Gingrich will nicht aufgeben

1. Februar 2012, 08:37

Multimillionär verwies seinen schärfsten Konkurrenten klar in die Schranken

Orlando - Das Establishment der Republikaner kann wieder ruhiger schlafen. Mitt Romney, den die Parteioberen für den aussichtsreichsten Herausforderer von Barack Obama halten, hat mit einem klaren Sieg bei den Vorwahlen in Florida am Dienstag (Ortszeit) die alte Hackordnung im Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur wiederhergestellt. Romneys Rivale Newt Gingrich, der für einen Moment die Oberhand zu gewinnen glaubte, steht nun eine Durststrecke bei den nächsten Vorwahlen im Februar bevor. Aufgeben will der Ex-Chef des Repräsentantenhaus aber noch lange nicht.

Romney erhielt nach Auszählung fast aller Stimmen in Florida 46 Prozent, Gingrich lediglich 32 Prozent. Vor gut einer Woche hatte Gingrich im Sunshine State in Umfragen noch vorne gelegen, beflügelt von seinem Sieg bei den Vorwahlen in South Carolina. Romney, der sich über Jahre eine mächtige Wahlkampfmaschine aufgebaut hat, schien plötzlich besiegbar - und schlug mit seiner ganzen finanziellen Feuerkraft zurück.

Wahlwerbung in Florida

Mehr als 15 Millionen Dollar (11,5 Millionen Euro) gaben der Multimillionär und seine Verbündeten für Wahlwerbung in Florida aus - viermal so viel wie das Gingrich-Lager. Viele der Spots rückten Gingrich in ein äußerst schlechtes Licht, stellten ihn wegen eines lukrativen Beratervertrages mit dem Immobilienfinanzierer Freddie Mac als Profiteur der Krise auf dem US-Häusermarkt dar und erinnerten an seinen Verstoß gegen Ethikrichtlinien des Kongresses Ende der 90er Jahre. Dabei rückten zeitgleich die Themen in den Hintergrund, bei denen Romney in Erklärungsnot geraten war, etwa sein niedriger Steuersatz.

Romney sprach vor jubelnden Anhängern am Wahlabend von einem „großartigen Sieg", seinem zweiten Vorwahl-Erfolg nach New Hampshire. Der Triumph in Florida ist für den Ex-Gouverneur von Massachusetts dabei viel wichtiger - weniger wegen der 50 Delegiertenstimmen, die er für den Nominierungsparteitag Ende August einstreicht, sondern wegen der Größe und Vielfältigkeit des Staates. Die 19 Millionen Einwohner sind ein ziemlich gutes Abbild der Gesamtbevölkerung der USA. "Wenn man Florida gewinnt, kann man das Weiße Haus gewinnen", sagt Politikprofessorin Susan MacManus von der University of South Florida.

Gingrich will überall antreten

Den Umkehrschluss, dass nur der Gewinner in Florida auch der Kandidat der Republikaner werden könne, will Gingrich nicht geltenlassen. Noch müssten 46 US-Staaten ihre Entscheidung treffen, sagte er bei seiner mäßig besuchten Wahlparty in Orlando. "Wir werden überall antreten und wir werden gewinnen." Dabei setzt der 68-jährige Polit-Veteran auf knallharte Polarisierung: Während er Romney als „Moderaten aus Massachusetts" schmäht, zeichnet Gingrich von sich selbst das Bild des ehrlichen und grundsoliden Konservativen.

In der Tat muss Romney erst noch unter Beweis stellen, dass er in den erzkonservativen Südstaaten die republikanischen Stammwähler mobilisieren kann. Politikprofessor Michael Traugott von der University of Michigan hält es aber dennoch für unwahrscheinlich, dass Gingrich noch einmal zurückkommt. Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses habe sich mit seinem Verhalten in den vergangenen Tagen auf den Weg der „Selbstzerstörung" begeben. Mit markanten Vorschlägen wie einer dauerhaften US-Basis auf dem Mond habe er kurzfristig auf Stimmen geschielt, langfristig werde dies aber seiner Glaubwürdigkeit schaden.

Zeichen im Februar stehen für Romney

Dazu kommt, dass die Vorwahlen im Februar auf Romney zugeschnitten sind. Von den sieben Staaten, in denen abgestimmt wird, hat der Ex-Gouverneur fünf schon einmal bei seiner erfolglosen Bewerbung 2008 gewonnen. In Nevada dürften bereits am Samstag die dort stark vertretenen Mormonen ihren Glaubensbruder Romney zum Sieg tragen. Und auch im liberalen Maine kommt er deutlich besser an als Gingrich. Bei den meisten Vorwahlen werden die Delegierten aber proportional nach dem Ergebnis verteilt. Sollte Gingrich auch bei weiteren Niederlagen stur im Rennen bleiben, droht den Republikanern ein zäher Nominierungsprozess. (APA)

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F S 3
01
Wenn wir den Geldaufwand vergleichen, und mit den eingefahrenen Stimmen vergleichen, hat dieser ausgesprochene Schleimbolzen gar nicht so gut abgeschnitten…

…Bei einem Gesamt-Werbeeinsatz von 15.389.287 $ in Fl erreichte er 771.842 Stimmen.

Der Mond-beeinflußte Gingrich (wieso will die FS3 Tastatur wohl immer "Grinch" schreiben?) verbrannte - auch zusammen den für ihn arbeitenden PACs gesamt 3.389.085 $, was ihm 531.294 Stimmen einbrachte.

Romney benötigte also $ 19,94 p.Stimme und Gingrich $ 6,38.

Wenn wir Hrn.Soros glauben dürfen, vesuchte ja der seine "Verbündeten" in Europa zu beruhigen, indem er allen Ernstes verlautbarte, daß "Romney kein Problem sei", falls er gewählt werden würde, da er ja genauso gestrickt -wie sein anderer Sugarboy- Obama sei.

marsellus
20

Egal wer gewinnt oder Präsident wird.
Die USA sind ein zutiefst gespaltenes Land, dass schon länger auf Talfahrt ist und nicht wahr haben will dass die Zeit gegen sie läuft. Teaparty & Co. sind verzweifelte Strohalme für eine von Angst geplagte Bevölkerung, die von den Reichen genauso geplündert wird wie die Dritte Welt.
Und was tut die US-Bevölkerung ?
Übt sich in Patriotismus und Pathos !

Was ist so toll an den USA der letzten 40 Jahre ?

Odo
01
"Sollte Gingrich auch bei weiteren Niederlagen stur im Rennen bleiben, droht den Republikanern ein zäher Nominierungsprozess."

Das Problem für Gingrich ist halt nur, dass der Geldfluss an ihn mit jeder Niederlage gegen Romney kleiner und kleiner werden wird und wenn dann ab April die entscheidenden "winner-takes-all"-Wahlen kommen, wird er alleine schon finanziell gesehen keine Chance gegen Romney haben. Sicher kann Gingrich den einen oder anderen Südstaat gewinnen, aber mit guten Ergebnissen in den Südstaaten alleine wird man kein Präsidentschaftskandidat und schon gar nicht Präsident.

Mitt Romney steht übrigens ab morgen unter dem Schutz des Secret Service, ein weiteres Indiz dafür, dass er GOP-Präsidentschaftskandidat werden wird.

Walter KURTZ
 
01

Spätestens am Super Tuesday ist es vorbei. Außerdem werden die Debatten rarer und Romney wird bei dem Schauspiel auch irgendwann nimmer mitmachen. Warum soll er mit Leuten debattieren, die nicht einmal in seine Nähe kommen?

wookie0
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mit der kohle und den unterstützern!

weiss man ja woher der wind weht.

Mr.Matze
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Der Grinch und der Typ vom A_Team der nicht bis drei zählen kann,armes Amerika

Walter KURTZ
 
32

Meinen Sie Joe Biden und Barack Obama?

Odo
01
"Gingrich will überall antreten." Zumindest in VA wird dies aber nicht möglich sein. Und auch in MO steht Gingrich bei der "Primary" nicht auf dem Stimmzettel, wobei zum Glück für Gingrich da aber keine Delegierten vergeben werden.

Im übrigen gilt weiterhin das, was ich vor einigen Wochen hier schon schrieb: Nur Mitt Romney selber kann den "Romney-Express" noch stoppen. Er selbst hat sich durch sein Herumgeeiere mit seinen Steuererklärungen vor der Vorwahl in SC aus dem Tritt gebracht, sonst hätte er auch dort gewonnen und er hätte heute schon die GOP-Nominierung definitiv in der Tasche. Aber auch so sind die Chancen für Romneys Konkurrenten nur noch marginal. Schon am Samstag bei der nächsten Vorwahl in NV ist Romney wieder haushoher Favorit und sein Siegeszug dürfte auch bei den meisten, wenn nicht allen Vorwahlen im Februar weitergehen. Vor allem bei der wichtigsten Vorwahl im Februar in MI hat Romney den Vorteil, dass dies sein Geburtsstaat ist.

bratak
00

yoa, romney wird kandidat, das war relativ klar, aber die große aufbruchsstimmung ist einfach nicht zu sehen.

wie gesagt, spannend wird es, wenn er sich nicht mehr mit gingrich und co duelle liefern muss, sondern mit dem von der anderen partei ;) ich tipp mal, am abend des 6. märz gibt gingrich auf

peter schmidt
 
00
trotzdem hats was mit Romney.

Wenn ein derartig unsympatischer und noch dazu mit allerlei moralischen Problemen versehener Kandidat der ausser einer amüsanten Klappe gar nichts hat binnen einer Woche rasch mal 20 Prozent gegen Romney bundesweit aufholt spricht das dagegen das Romney wirklich viele loyale und begeisterte Anhänger hat.

Walter KURTZ
 
00

Irgendwann muß Romney in den "man on a mission" Modus kommen.
Da fehlt ihm aber mMn der Aha Moment. Er hat SC nicht verloren, weil er seine Steuererklärung nicht veröffentlicht hat - wie er wahrscheinlich glaubt -, sondern weil er nicht bereit oder in der Lage ist seine Vision von Amerika darzustellen und offensiv zu vertreten.
Nicht umsonst kriegt Gingrich immer einen Boost, wenn er sich mit "liberal"en Journalisten anlegt. Mitt Romney dagegen kann nicht klarmachen, warum seine Vision von Amerika (und seine Arbeit bei Bain!) besser für die Leute ist oder warum er mehr als genug Steuern zahlt.

peter schmidt
 
00
Tja diese Mission hat er aber nicht.

Das macht ihn ja sogar für mich zu einem erträglichen Kandidaten (wenn auch meiner Meinung nach einem bescheidenen und sogar schwachen).

Seine Mission ist alles zu tun alles zu sagen und jede Drehung und Wendung nachzuvollziehen um endlich irgendwann mal das Amt zu erreichen, dass schon seinem Vater verwehrt blieb.

Das ist irgendwo ja auch seine Stärke. Er ist ein Pragmatiker ohne innere Einstellung zu wesentlichen gesellschaftlichen Themen. Er hat halt einfach keine Mission. Wer eine Mission will muss Santorum oder Obama oder Bachmann oder Howard Dean wählen. Das ist seine Schwäche und auch seine Stärke.
Mehr ist da nicht bei ihm.

notsure
44
Paradox

Da lacht einem der Teufel mit breitem Grinsen entgegen und alle jubeln ihm zu... "Thats how we deal with it, no matter how bad the situation is, there is still a way to make profit (no matter how many jobs it costs)" Ach wie schön, dass niemand weiß, der der Typ da Rumpelstilzchen heißt! Er wird in die Geschichte eingehen, als der Präsident, der die Reichen noch reicher gemacht hat, den Cops gezeigt hat, wie man mit Schlagstöcken politische Gegner und Aufmüpfige richtig mundtot macht. Sponsored by Coca Cola and BP - because we care about the people and the world! go nuts

hmm..
00

Er wirds aber nicht werden..

notsure
21
das gilt es zu hoffen ...

Gibt kaum ein zweiter, der so viel Geld damit gemacht hat, Firmen so umzustrukturieren, dass die Angestellten gekündigt wurden .. er selbst gewaltige Provisionen kassiert hat oder die Firma gleich selbst gekauft und später zerstückelt hat .. und jetzt auch noch Präsident werden will ... Geld machen kann er, keine Frage .. auf auf Kosten von wem?!

hmm..
00

Ja stimmt..
dazu gabs gestern ein gute folge der dailyshow.
Auch das interwiev..

Entenbemaler
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Warum

gewinnt der Kandidat der die unscheinbarste politische Kontur aufweist und am offensichtlichsten gegen die Arbeitnehmer/das Volk agiert?

Liberaler Atheist
10
Wie weit ist es mit der Grand Old Party gekommen, wenn Romney ein "Moderater" ist?

Ich habe früher selbst die Reps unterstützt, aber spätestens seit dem ersten Bill Clinton-Wahlkampf haben sie sich von den positiven Grundwerten, die sie auch hatten, musste man sich abwenden. Vir allem die Hinwendung zum christlichen Fundamentalismus ist etwas neues (entstanden in den letzten 20 Jahren), völlig befremdlich und entspricht meiner Meinung nach nicht den Grundwerten der USA.

Und ich bin sicher, dass auch die große Mehrheit der Amerikaner nicht so denkt, deshalb freue ich mich schon auf das Wahlergebnis im November.

Truth Digger
 
00
Romney ist kein christlicher Fundamentalist ...

... und das ist einer seiner Schwaechen im Kernland.
Die Frage ist hier ob man den Mormonen-Kult ueberhaupt eine Religion nennen kann.

Romney hat als Governor eine ziemlich vernuenftige Politik gemacht. Obama-Care ist eigentlich Romney-Care, weil Obama sich seine Gesundheitsreform von Romney abgeschaut hat.

Heute will Romney nichts mehr davon wissen, weil es bei den Republikanischen Stammwaehlern nicht gut ankommt.

Romney ist ein kluger und moderater Politiker. Nur darf er das nicht zeigen. Das sagt viel ueber die Republikaner aus.

Walter KURTZ
 
00

"Obamacare ist im Wesentlichen Romneycare."
Ja und Nein. In wesentlichen inhaltlichen Punkten stimmt das, aber ein Hauptunterschied besteht: Obamacare ist ein Bundesgesetz, in dem sich der Bund Kompetenzen anmaßt, die er womöglich nicht hat. Ein Bundesstaat hat da mehr Möglichkeiten - etwa eine public option oder single payer einführen, was seltsamerweise nicht mal die Demokraten in "ihren" Staaten tun.
Und in MA gab's eine komplett andere Ausgangslage: ein derartiges Gesetz war gewünscht und der Prozentsatz der Versicherten viel höher als Gesamt-US.
Das Problem - daß die Kosten durch derartige Gesetze nicht gebremst werden-bleibt aber das Gleiche, evtl kann sich Romney rausreden, die Umsetzung in MA (durch die Dems) war nicht nach Plan.

Truth Digger
 
00
Ich verstehe dieses Argument, fuer mich klingt es jedoch nicht schluessig!

Wenn der Bundesstaat das Recht hat Medi-Care und Social-Security flaechendeckend einzufuehren, warum soll das dann mit Obama-Care nicht gehen?
Entweder sind alle Sozialprogramme der Regierung in Washington verfassungskonform oder sie sind es nicht.
Ich verstehe warum die Republikaner mit dem Finger auf Obamacare zeigen. Immerhin gibt es eine ueberwaeltigende Mehrheit fuer die Beibehaltung von MediCare und Social-Security.

Logisch ist es jedoch fuer mich nicht.

peter schmidt
 
10
Romney steht ja - wenn man seinen parteiinternen Kritikern glaubt ja nur einen Fussbreit davor sogar ein "progressiver" zu sein.

Ein Begriff der für Anhänger der Tea party Bewegung wohl ungefähr auf einer Ebene mit Crackdealer an Grundschulen oder Pädophiler rangiert:)

O5
11

Romney für seinen niedrigen Steuersatz zu kritisieren ist besonders pervers - als ob er etwas dafür könnte wie das US-Steuersystem funktioniert.

Gingrich geht langsam die Luft aus!

WJM
10
Naiv!

Was glauben Sie, wer für die Steuergesetzgebung verantwortlich ist und wer es sich leisten kann, alle Schlupflöcher zu nutzen!

youreskimofriend
00
nicht naiv sondern korrekt

Der niedrige Steuersatz hat mit Schlupflöchern nichts zu tun und "leisten" muss man die sich auch nicht.

Die Differenz kommt ganz einfach dadurch zu stande dass (wie auch bei uns) Einkommen aus Arbeit und Lohn viel höher besteuert wird als Einkommen aus Kapital- und Zinserträgen. Der Romney verdient nun mal in erster Linie durch Veranlagung.

Die Idee dahinter war einst Sparen und Investieren zu fördern. Kritik mag durchaus berechtigt sein aber bitte nicht immer diese billige Polemik.

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