Kein Durchbruch

Internationale Atomexperten beenden Besuch in Iran

31. Jänner 2012, 22:22

US-Geheimdienstdirektor: Sanktionen lassen Teheran einlenken

Teheran - Die ranghohe Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) hat ihren dreitägigen Besuch im Iran am Dienstag ohne Durchbruch beendet. Wie iranische Medien berichteten, vereinbarten beide Seiten eine Fortsetzung des Dialogs. Auch ein Datum dafür wurde demnach festgelegt, war zunächst jedoch nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, die sechs Mitglieder der Delegation hätten in den drei Tagen keine Atomanlage besichtigt. Die Rückkehr der Abordnung nach Wien ist für Mittwoch vorgesehen.

Das Team um den belgischen Chefinspekteur Herman Nackaert wollte versuchen, die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der zum Stillstand gekommenen Gespräche über das iranische Atomprogramm zu schaffen. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna hatte vor dem Besuch gemeldet, die Inspekteure würden "wahrscheinlich" die Urananreicherungsanlage Fordo südlich von Teheran besuchen. Dort soll Uran auf bis zu 20 Prozent angereichert werden.

Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben und verhängten seit dem Jahr 2007 immer striktere Strafmaßnahmen gegen das Land. Die iranische Führung weist die Beschuldigungen zurück und pocht auf ihr Recht, ein ziviles Atomprogramm zu verfolgen. Die IAEA sprach in ihrem letzten Bericht vom November 2011 von einer "möglichen militärischen Dimension" des Programms und beförderte damit weitere westliche Sanktionen gegen den Iran. Zuletzt verhängte die EU ein schrittweise in Kraft tretendes Ölembargo.

Nach Einschätzung des US-Geheimdienstdirektors James Clapper können Sanktionen und Diplomatie die iranische Führung zur Einstellung ihres umstrittenen Atomprogramms bewegen. Teheran lasse sich von einer "Kosten-Nutzen-Rechnung" leiten, deshalb sei es auch beeinflussbar, erklärte Clapper vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. CIA-Chef David Petraeus erklärte, Hauptziel der Führung im Iran sei das "Überleben des Regimes".

Der Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, Tamir Pardo, beriet Medienberichten zufolge in Washington über einen möglichen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen. Im israelischen Fernsehen hieß es, Pardo sei deswegen am Sonntag in Washington gewesen. Die Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Senats, die Demokratin Dianne Feinstein, habe die normalerweise geheim gehaltene Information "versehentlich" verbreitet. Demnach traf Pardo außer mit Feinstein auch mit Petraeus zusammen.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in Tel Aviv, die deutsche Regierung könne die Option einer Atomwaffe in den Händen der iranischen Regierung nicht zulassen. Das sei "nicht nur eine Frage der Sicherheit Israels und der Region, sondern der internationalen Gemeinschaft". (APA)

TomGard
 
00
Wie RT mitteilte, haben die "Inspektoren" all die Zeit

gequatscht, sich die Hintern plattgesessen und die Bäuche vollgeschlagen. Inspektionen, zum Beispiel der Anlagen, in denen nach neuesten Meldungen die israelische Generalität waffenfähiges Uran WISSEN will, wurden nicht GEFORDERT, geschweige welche durchgeführt.

DerStadtrat
00
Könnte man nicht Nuklearexperten schreiben?

Als Atomexperten sollte man doch lieber Menschen bezeichnen die sich mit Atomen auskennen.

Atomexperten sind keine Nuklearexperten.

mistaG
00
Nukular bitte ;-)

DerSepp
00
Kein Durchbruch - endlich eine gute Nachricht.

Das heißt, dass KEINE ein-, zwei-, oder mehrdeutigen Beweise, Fakten, die man als solche auslegen oder verdrehen könnte oder gar "smoking guns" etc. gefunden wurden, die dem Iran kurz und knackig das belegen, was ihm seit Jahren vorgeworfen wird.

Es wird Zeit, die Kriegstreiber, Hetzer und Mitläufer mit einer saftigen Klage wegen Rufschädigung, Gewinnentgang, wasweißichnoch, in urwestlicher Manier zu begegnen und mal ein paar Milliarden $ abzukassieren.

Und dem nächsten Präventivschlagdroher wird auch politischer Realitätsverlust bescheinigt. Hoffentlich.

Skandinavian Morgen
21
die Option einer Atomwaffe in den Händen der iranischen Regierung nicht zulassen

Bei allem Respekt,

Die Deutschen sollen ein wenig vorsichtig sein und die eigene Vergangenheit nicht vergessen! Man kann lieb sein zu den den Juden, man muss aber nicht....................................

shahabblack
12

Die oprion das deutsche mit eine so brutal vergangenheit atomwaffen besitzten ist nicht hinnehmbar oder franzosen oder die usa oder israel. die bombe wär eher in der hand vom iran sicherer als die der westmächte. iran: kriege angezettelt in den letzten 100 jahren: 0 kriege geführt: 1 hauptschuldiger dieses krieges:Us regierung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.