Brasilianische Präsidentin besucht Raul Castro

31. Jänner 2012, 21:02

Wirtschaftliche Zusammenarbeit soll gestärkt werden - Rousseff reist am Mittwoch nach Haiti weiter

Havanna - Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist am Dienstag bei ihrem ersten Besuch Kubas in Havanna mit Staatschef Raul Castro zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen dem Vernehmen nach Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Menschenrechtsthemen oder ein Treffen mit kubanischen Dissidenten waren bei dem Besuch nach Angaben des brasilianischen Außenministeriums nicht vorgesehen.

Brasilien hat in den vergangenen Jahren seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Kuba stark ausgebaut. Unter anderem ist das südamerikanische Land mit einer Investition vom umgerechnet rund 520 Millionen Euro am Ausbau des Hafens Mariel beteiligt.

Kubanische Medien zitierten Rousseff am Dienstag mit den Worten: "Mein Land ist ein Anhänger des Dialoges, sowohl im Hinblick auf interne Angelegenheiten wie auch hinsichtlich seiner Beziehungen zum Ausland." Nach Ansicht von Experten ist Brasilien darauf bedacht, mit pragmatischer Diplomatie eine wirtschaftlichen Öffnung Kubas zu fördern und mit der Kooperation eine schrittweise Verbesserung für die kubanische Gesellschaft zu erreichen.

Vor wenigen Tagen hatte der Fall der oppositionellen kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez Aufmerksamkeit erregt. Diese hatte, nachdem sie sich an Rousseff gewandt hatte, ein Visum für eine Reise nach Brasilien erhalten. Es scheint aber wenig wahrscheinlich, dass sie auch eine Ausreisegenehmigung der kubanischen Behörden erhält. "Ich hoffe, dass sich die Gespräche (Rousseffs mit Castro) nicht auf den Hafen Mariel und die Vergabe von Krediten beschränken", schrieb Sánchez jetzt in ihrem Blog.

Am Mittwoch wollte Rousseff nach Haiti weiterreisen, wo Brasilien seit 2004 die UN-Stabilisierungstruppe Minustah anführt. (APA)

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13 Postings

http://www.cubanews.ain.cu/2012/dilm... -visit.htm

“Ich glaube, dass wir Kuba am meisten bei der Entwicklung des wirtschaftlichen Prozesses helfen können. Die Armut der Menschen resultiert aus den Folgen der Blockade, das Volk leidet unter dem Embargo. Eine Politik, die zur Blockade von Nahrungsmitteln für Menschen führt, ist nicht richtig”, betonte Rousseff.

Tja da sieht man wie die Dame sich auskennt. Nahrungsmittel, Medikamente etc. sind vom Embargo ausdrücklich ausgenommen. In der Tat sind die USA der größte Nahrungsmittellieferant Kubas ..... Was den Krieg betrifft.... Kuba hatte die Finger in so gut wie allen Stellvertreterkonflikten. Nur jetzt können sie das nicht mehr.

damit helfen sich die usa vor allem selbst und ihren notleidenden farmern, das würden andere auch gern übernehmen. nein, rousseff meint etwas anderes, denn das embargo hat natürlich trotzdem auswirkungen auf die bereitstellung von lebensmitteln, sauberem wasser und pharmazeutika. was nützen dir schon gnädige us-lieferungen, wenn es dir nicht erlaubt ist, maschinerie zu kaufen, mit denen du alles selbst herstellen kannst? wenigstens schert sich brasilien keinen deut um helms-burton und verschafft den kubanern diese maschinen jetzt.

Nonsense. Die kubanische landwirtschaft war schon zu Sovietzeiten praktisch ruiniert. Was glaubst Du warum die die Libreta seit 1962 haben obwohl Kuba aufgrund der sovietischen Subventionen (Umfang: mehrere Marschallpläne !!!) zu den am besten gestellten sozialistischen Ländern gehörte ? Eine sozialistische Planwirstchaft führt zwangsläufig zu einer Mangelwirtschaft in allen bereichen. Nach mehr als einem dreiviertel Jahrhundert erflgloser Experimente sollte das eigentlich klar sein, oder ?

möglich, aber das ist hier gar nicht das thema.
nur wenn's so wäre, warum brauchen die usa dann ein überhaupt embargo?

Der Einzige dem das Embargo nützt ist sowieso Castro.

Re Landwirtschaft, wenn Du erst in den 1980igern vorrevolutionäre Produktionsziffern erreichst hast enorm was falsch gemacht.

die tatsache, dass es das embargo gibt, widerlegt deine ansichten. es wäre ja ungleich eleganter, würde sich das kubanische system von selbst erledigen. hat es sich aber bislang nicht und es ist auch die frage, hätte es sich sonstwo von selbst erledigt, ohne von den amis totgerüstet zu werden. aber das dicke ende in form der pleite kommt für die auch noch.

Kokos, Florida ist ein ziemlich wichtiger Staat bei diversesten Wahlen. Das kubanische System wird sich erledigen, weil es NIEMALS auch nur annähernd den Standard der USA oder der EU erreichen wird. Das Problem aller sozialistischen Wirtschaftssysteme ist daß sie im Vergleich zu einer Marktwirtschaft viel zu verschwenderisch mit Ressourcen bei katastrophaler Produktivität sind.

das wissen wir gar nicht, weil es keinen vergleich ceteris paribus gibt. der kapitalismus hat auch ganz gewaltige schattenseiten, wenn ich mir nur die atomwirtschaft anschaue, da wurden bereits die "ressourcen" der nächsten 1000 generationen in anspruch genommen, im negativen sinn. oder die ganzen krisen wie 2007/2008, bei denen immer die kleinen ihre häuser verlieren, während sich die banken auf staatskosten sanieren. toller kapitalismus. ich halte es da mit schumpeter und bin völlig überzeugt, dass auch dieses system nicht ewig währt. im übrigen haben wir durchaus auch schon gemischte systeme gesehen, die nicht ganz erfolglos waren oder sind. auf jeden fall ist es ein unrecht, was die usa gegenüber kuba betreiben, soviel steht fest.

Doch, Kokos, das wissen wir, gerade am Beispiel Kuba die bei fast allen sozioökonomischen Parametern die vorrevolutionären Zahlen erst unlängst bzw gar nicht erreicht haben. Das Problem einer sozialistischen Wirtschaft ist der fehlende evolutionäre Druck der zwangsläufig zu Verschwendung auf allen Ebenen führt.

Zur Krise 2007/2008 ist zu sagen, wenn man den Kreditrahmen derart ausschöpft daß man Krachen geht wenn es auch nur ein bisschen härter bläst - das solltest Du als Unternehmer eigentlich wissen. Re Bankensanierung, was glaubst Du was passiert wäre wenn die NICHT saniert worden wären ?

Na immerhin ein Posting das belegt, dass Sie auch diskutieren können.

Da sollten sich Nazo und USA ein Beispiel nehmen:

Verbesserungen für Menschen erreicht man mit Dialogen und Investitionen.
Wenn man wie NazoUS nur Bomben drauf wirft verbessert man nichts.

Kein Wunder, dass Brasilien eine aufsteigende Nation ist, und die Nazo-US-Länder untergehende sind, und an Macht und Einfluss verlierende Nationen sind. Der Weg über den Dialog wirkt ein wenig ehrlicher als der kriegerische Weg, er schafft Vertrauen und Verbindung.

Wie gut oder schlecht es um eine Nation bestellt ist sieht man auch daran: Diplomatie oder Krieg, der bessere Weg stellt auch die bessere Situation dar: wer nur noch mit Kriegen antwortet ist am Ende, Brasilien aber ist erst am Anfang. ( wenns jetzt noch das mit dem Amazonas hinbekommen und den nicht Großkonzernen opfern...)

Die Zusammenarbeit zwischen Kuba und Brasilien ist natürlich sehr gut, aber warum wird hier nicht über ein anderes wichtiges Projekt geschrieben? In Kuba soll eine Weizensorte gepflanzt werden, die dem Klima in Kuba widerstehen kann.

Und selbstverständlich sind private Unternehmungen bei den Behörden anzumelden, um den korrekten Sozialversicherungsbeitrag zu überweisen.

Spenden zur Verbesserung des Gesundheits- und Bildungswesens sind natürlich erwünscht.

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