Brasilianische Präsidentin besucht Raul Castro

Wirtschaftliche Zusammenarbeit soll gestärkt werden - Rousseff reist am Mittwoch nach Haiti weiter

Havanna - Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist am Dienstag bei ihrem ersten Besuch Kubas in Havanna mit Staatschef Raul Castro zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen dem Vernehmen nach Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Menschenrechtsthemen oder ein Treffen mit kubanischen Dissidenten waren bei dem Besuch nach Angaben des brasilianischen Außenministeriums nicht vorgesehen.

Brasilien hat in den vergangenen Jahren seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Kuba stark ausgebaut. Unter anderem ist das südamerikanische Land mit einer Investition vom umgerechnet rund 520 Millionen Euro am Ausbau des Hafens Mariel beteiligt.

Kubanische Medien zitierten Rousseff am Dienstag mit den Worten: "Mein Land ist ein Anhänger des Dialoges, sowohl im Hinblick auf interne Angelegenheiten wie auch hinsichtlich seiner Beziehungen zum Ausland." Nach Ansicht von Experten ist Brasilien darauf bedacht, mit pragmatischer Diplomatie eine wirtschaftlichen Öffnung Kubas zu fördern und mit der Kooperation eine schrittweise Verbesserung für die kubanische Gesellschaft zu erreichen.

Vor wenigen Tagen hatte der Fall der oppositionellen kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez Aufmerksamkeit erregt. Diese hatte, nachdem sie sich an Rousseff gewandt hatte, ein Visum für eine Reise nach Brasilien erhalten. Es scheint aber wenig wahrscheinlich, dass sie auch eine Ausreisegenehmigung der kubanischen Behörden erhält. "Ich hoffe, dass sich die Gespräche (Rousseffs mit Castro) nicht auf den Hafen Mariel und die Vergabe von Krediten beschränken", schrieb Sánchez jetzt in ihrem Blog.

Am Mittwoch wollte Rousseff nach Haiti weiterreisen, wo Brasilien seit 2004 die UN-Stabilisierungstruppe Minustah anführt. (APA)

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