Schwund

Schwach gefüllter Fördertopf

31. Jänner 2012, 20:11
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    foto: apa

    Der Nationalstiftung geht das Geld aus. Ein massiverer Einbruch als im Krisenjahr 2009 steht zu befürchten.

Die heimische Forschungsszene fürchtet einen Einbruch der Nationalstiftungsmittel

Optimismus schwindet schnell angesichts wirtschaftlicher Fakten: Im November 2011 empfahl der Rat für Forschung und Technologieentwicklung der Nationalstiftung noch, 55 Millionen an die Förderinstitutionen FWF, FFG und AWS, an die Österreichische Akademie der Wissenschaften sowie an die Christian-Doppler- und die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft zu vergeben. Wenn am 14. Februar der Stiftungsrat zur nächsten Sitzung zusammentrifft, wird man über die Hälfte der empfohlenen Summe froh sein. Insider fürchten, dass die Nationalstiftung nicht einmal 20 Millionen Euro zur Verfügung haben wird. Im vergangenen Jahr waren es dagegen noch 85 Millionen.

Konjunkturabhängig

Hintergrund: Die Nationalstiftung, gespeist aus Erträgen des ERP-Fonds und aus Mitteln der Österreichischen Nationalbank, ist konjunkturabhängig. Da diese derzeit alles andere als erfreulich verläuft, dürften auch die Mittel der Nationalstiftung nicht die gewünschte Größenordnung haben - von den "ursprünglich intendierten 125 Millionen Euro", wie in der Ratsempfehlung vermerkt, können Fördergeber ohnehin nur träumen.

Klaus Pseiner, gemeinsam mit Henrietta Egerth in der Geschäftsführung der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, befürchtet einen massiven Einbruch für die Förderagentur. Man habe ihm Ende letzten Jahres eine Summe von vier Millionen Euro avisiert, als eine Sitzung des Stiftungsrates verschoben wurde, weil der genaue Betrag noch nicht feststand. 2010 waren es noch mehr als 26 Millionen.

Pseiner verweist auf die Programme, die mit den Mitteln der Stiftung betrieben wurden und nun infrage gestellt würden: Das Programm Bridge, das gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF aufgesetzt wurde, um den Wissenstransfer der Wissenschaft zur Wirtschaft zu unterstützen, und das Headquarter-Programm zur Sicherung des Forschungsstandorts. Der Einbruch würde massiver sein als im Krisenjahr 2009, als die Nationalstiftung an die FFG nur mehr 17 Millionen und damit die Hälfte der Dotierung von 2008 vergeben konnte.

Der genaue Betrag, den die Nationalstiftung ausschüttet, wird vor der kommenden Sitzung bekanntgegeben. In den Reihen der Stiftung ist man optimistisch und glaubt, zusätzliche Mittel lukrieren zu können.

Von einer "langfristigen Finanzierung" von Forschung, so die Zielvorgaben der Nationalstiftung, spricht derzeit trotzdem niemand. (pi/DER STANDARD, Printausgabe, 01.02.2012)

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