"Fernkopulation"

Der bizarre Sex von Nephilengys malabarensis

Klaus Taschwer , 1. Februar 2012, 12:01
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    foto: daiqin li

    Nephilengys im Größenvergleich: das Weibchen und links oben das Männchen, das im Bild unten nach der Kopulation bereits halb aufgefressen ist. Um sich trotz tödlichem Sex fortzupflanzen, bricht bei den Männchen der "Penis" ab.

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    foto: joelyn oh

    Der abgebrochene "Penis" (rot) sorgt für "Fernkopulation".

Wenn es bei einer südostasiatischen Spinnenart zur Sache geht, frisst das große Weibchen oft das Männchen - Zuvor kommt es allerdings noch zu einer Kastration

Dem Opfern sichert dies immerhin durch Fernbefruchtung die Vaterschaft.

* * *

In der Welt von Nephilengys malabarensis, einer südostasiatischen Seidenspinnenart, haben die männlichen Tiere ziemlich wenig zu lachen - zumindest nach menschlichen Maßstäben. Das beginnt bei ihrer Körpergröße. Die Männchen sind im Vergleich zu den Weibchen zwergenhaft klein: höchstens fünf Millimeter im Unterschied zu den 15 Millimetern der Weibchen.

Wer angesichts dieser extremen Form von sexuellem Dimorphismus vermutet, dass die männlichen Achtbeiner eine leichte Beute für die Weibchen darstellen, liegt ganz richtig: Wenn sich die Tiere fortpflanzen, kommt es während des Paarungsspiels oft genug vor, dass die Weibchen ihre Begatter einfach auffressen.

Diese Form des sexuellen Kannibalismus ist bei etlichen Tierarten bekannt. Ziemlich einzigartig sind freilich die Gegenstrategien, die männliche Vertreter von Nephilengys malabarensis anwenden, um dennoch zum Zug zu kommen, sprich: ihre DNA erfolgreich weiterzugeben. Ihr "Penis", der sogenannte Bulbus, bricht beim Geschlechtsverkehr ab und bleibt in den meisten Fällen in der sogenannten Epigyne stecken, dem weiblichen Geschlechtsorgan.

Die Männchen, die den Sex überleben, sind also für ihr verbleibendes Leben Eunuchen. Wie Forscher um die slowenische Verhaltensbiologin Simona Kralj-Fiser unlängst herausgefunden haben, besänftigt die Kastration während der Kopulation die Tiere ganz und gar nicht: In Kämpfen mit anderen Männchen erweisen sie sich als weitaus aggressiver und stärker (vgl. Naturwissenschaften, Bd. 99, S. 95).

Warum aber opfern die Männchen beim Sex ihr Geschlechtsorgan, zumal sie in den meisten Fällen ohnehin gefressen werden? Dieser Frage ging nun ein internationales Spinnenforscher-Team nach, dem auch Kralj-Fiser angehörte. Vor ihren Experimenten hatten die Biologen um Daiqin Li zwei starke Hypothesen: Der abgebrochene Bulbus könnte nicht nur verhindern, dass die Weibchen mit anderen Männchen Sex haben, sondern auch dafür sorgen, dass es zu einer "Fernbefruchtung" kommt. Aus dem abgebrochenen Bulbus könnten noch nach dem Sex und dem Liebestod des Spinnenmannes Spermien abgegeben werden.

Für ihre Untersuchung, die in den "Biology Letters" der Royal Society erschien, ließen die Forscher je 25 jungfräuliche Tiere kopulieren, in allen Fällen kam es zum Bulbus-Bruch. Dort blieb das männliche Organ 0 bis 1255 Sekunden stecken, ehe es die Wissenschafter entfernten und untersuchten. Tatsächlich befand sich je nach vergangener Zeit bis zur Entfernung noch eine erhebliche Anzahl von Spermien im Bulbus - und zwar umso weniger, je länger der Bulbus steckte. (DER STANDARD, Printausgabe, 01.02.2012)

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meineMeinung1969
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Wenn mein Bulbus ...

... brechen würde, würd nichts mehr fruchten. :)

mM

Der sich den Wolf tanzt
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irgendwie muss ich bei der geschichte an

den fioner und karl-heinz denken.

Mister Magister
 
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Eher an den KHG und seine Schwiegermutter...und nein, mach jetzt nicht den Fehler dir das vorzustellen =)

Mr.Blue
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Sie wissen schon, dass der mensch sich angeblich negationen positiv vorstellen MUSS, um das verbot erst verstehen zu können .....

genpro
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Es wäre professioneller

wenn die Autoren nach dem "Copy-Paste" Ihren Text wenigstens einmal durchlesen wuerden, dann wären wenigstens die gröbsten Fehler weg... aber was weiss ich von Professionalität? ;-)

Mirstetta Toni
03

darf ich bitte als schabrackentapir wiedergeboren werden?

baroli
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Da ists dann aber vorbei mit dem Schweinsbraten.

Lectrice
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Dann ist er selbser einer ;-)!

Mirstetta Toni
00

oink.

Neuer Nick neues Glück
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Bei uns nennt sich das "Ehe".

I pocks net
 
00

Stimmt, so ein abgebrochener Penis spart einen Haufen an Alimente.

wizenstain
00

frechheit von den spinnen

GTV916
 
018
G'hört das nicht eher in ...

... dieStandard? ;-)

Mister Magister
 
00

+1 Grün. Und ab heute hast du einen neuen follower ^^

Gegenflieger
010

Man kann also zwischen einem grauenvollen Tod oder einem Leben ohne Sex wählen.
Schwierige auswahl.)

R58
00
Der Ubtertitel scheint der Hunanethologie entnommen zu sein.

Wenn es da auch nur im übertragenen Sinn stattfindet.

TeddyBear
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"Warum aber opfern die Männchen beim Sex in ihr Geschlechtsorgan...?"

Naja, die "opfern" das nicht freiwillig.

Irgendwannmal hatte ien männchen eine mutation die ihm eine soll-bruchstelle beim bulbus beschert hat. erwurde wohl bei der befruchtung gefressen, aber im gegensatz zu seinen kollegen ohne soll-bruchstelle konnte er trotzdem seine gene weitergeben. Insofern ist das ein evolutionärer vorteil gegenüber der konkurrenz.

another_stranger_me
020

super - entweder kastriert oder tot

wer als so was geboren wird, muss echt ein scheiß karma gehabt haben...

yoghurtinator
 
00
Liebling

mein Bulbus hat Sehnsucht nach dir.

Der Jamshot
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"Dem Opfern sichert dies immerhin durch Fernbefruchtung die Vaterschaft."

...kein gute trost wenn dafür der bulbus bricht.

Drecksau
662

Die weiblichen Homo Sapiens haben die Methode so verfeinert, dass sie länger vom Männchen zehren können, aber im Prinzip ist das auch nichts anderes.

Lectrice
36

Damit stellen Sie Männer als Volltrottel hin.

Max. Power
05

Es heiratet ja nicht ein jeder.

Drecksau
00
Wenn die Männchen ...

irgendwann begonnen hätten, wenn es um das Thema Fortpflanzung geht, mit dem Kopf statt mit dem Bulbus zu denken, dann würde es schon längst kein Leben mehr auf der Erde geben.
Und man sollte nicht immer Alles so ernst nehmen.

Lectrice
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Welche Männchen? Menschenmännchen denken da durchaus drüber nach oder müssens jede Frau bespringen, die ihnen in die Nähe kommt.

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