Sicherheitspolizeigesetz

Verfassungsschutz: Polizei wird Einzelne nicht "wahllos" überwachen

31. Jänner 2012, 19:21

Verfassungsschutz-Chef Gridling verteidigt Sicherheitspolizeigesetz-Novelle - Rechtsanwältin widerspricht

Wien - Nein, es gibt keine Garantie, dass die umstrittene geplante Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes einen Austro-Breivik verhindern könnte. Sagt Peter Gridling, der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Er hielt am Dienstag bei einer Pressekonferenz dennoch daran fest, dass die "erweiterte Gefahrenerforschung bei Einzelpersonen" dringend notwendig sei - denn so sieht er zumindest theoretische Chancen, potenziellen Attentätern auf die Spur zu kommen.

Sein Argument: Es müsse für die Polizei möglich sein, Informationen zu sammeln und zu prüfen, die für sich allein genommen noch nicht strafbar sind. Dabei könne die Polizei nicht wahllos vorgehen, beteuert er. Denn das Gesetz verlange, dass sich ein Verdächtiger entweder öffentlich für Gewalt ausspricht oder sich Kenntnisse oder Mittel verschafft, um eine Gewalttat zu begehen - und es muss zudem damit zu rechnen sein, dass die Person aus weltanschaulichen oder religiösen Motiven "eine mit schwerer Gefahr für die öffentliche Sicherheit" verbundene Tat begeht.

Elisabeth Rech, Vizevorsitzende der Wiener Rechtsanwaltskammer, widerspricht: Die Ausweitung der Polizeikompetenzen gehe mit dem Risiko einher, "dass zunehmend auch Verdacht auf mittlere Kriminalität zu Überwachung führt", sagt sie. Unter "schwerer Gefahr für die öffentliche Sicherheit" könne unter bestimmten Umständen sogar eine Drohung subsummiert werden, "etwa gegen Politiker im Wirtshaus".

Bei der Antwort auf die Frage, ob sichergestellt werden könne, das Justiz-und Sicherheitsbehörden nicht wie bei den "Mafia"- und "Terror-Paragrafen" versuchen, diese so breit wie möglich zu nutzen, blieb denn auch Gridling vorsichtig: "Wir können nicht sagen, wie Sachverhalte in den einzelnen Behördenbereichen interpretiert werden", sagte er.

Als Beleg für ein vorsichtiges Vorgehen sieht er die Statistik der bisherigen erweiterten Gefahrenerforschung bei Gruppen. Im Vorjahr habe es dafür nur zehn Neuanträge beim Rechtsschutzbeauftragten gegeben. (bri, moe, DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 45
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PaterWilli
00
20.3.2012, 12:05
Ein potentieller Attentäter ...

ist jemand, der zwar kein Attentäter ist - aber das Potential dazu hätte.

Ein Fleischhauer zB, der sowohl professionell gelernt hat zu töten und sich täglich, auch praktisch im Umgang mit scharfen Messern übt. Diese Messer auch selbst besitzt und sogar sammelt und viele dieser potentiellen Mordwerkzeuge besitzt.

Dieser Mensch hat sich also Kenntnisse UND Mittel beschafft (die für sich allein genommen, nicht strafbar sind). Dazu kommt, daß er manchmal auch, aus religiösen Apekten anderer, auf deren Verlangen tötet, ein Lamm zB. (Der religiöse Aspekt)

Nun bräuchte es nur noch einen Verdacht (der sieht aber irgendwie "anders" aus). Vorsatz ist ja nicht erforderlich - nur Potential. Er ist zwar ein Fleischhauer, aber wenn er wollte ..

grandw
01
15.2.2012, 23:32

Also wenn man z.B. ein bisschen in dem Forenrummel um den WKR-Ball mitgemischt hat und dann irgendwann den Wikipedia-Artikel zum Thema Atombombe ansurft ist man verdächtig.

Das Erwerben von Kenntissen, ..... gehts noch? Und potentiell gefährlich ist ein Kugelschreiber auch, vorallem wenn man damit solche Gesetze schreibt.

andreas00
02
12.2.2012, 20:17
Österreich entwickelt sich zu einem Polizeistaat, ohne Rechte für den einzelnen Bürger

Wider diesem menschenrechtsverletzendem Gesetz, der Vorwand ist Terrorismus, den es so gut wie nicht gibt.

Micha Do
 
01
Nein, sie werden jeweils eine einzelne gezielte stichprobenartige Auswahl treffen.

PEACETIME
02
Nach dem Motto: Wir müssen dich vor dir selbst beschützen.

Wer das Sicherheitsbedürfnis über das Bedürfnis nach Demokratie und Freiheit stellt, begeht einen gefährlichen Weg. Tatsächlich wird gegen die Oberkriminellen nämlich nichts unternommen.
Aber vielleicht sollte man ja heute schon wieder aufpassen, was man von sich gibt. Denn Kritik ist keinem System angenehm, auch nicht dem neo-konservativ-Kapitalistischem, in dem wir heute leben.
Also lautet wohl die Devise in Zukunft: aufpassen was man sagt, denn nur wegen Gewaltaufrufen..., das wär ja schön, wenn alle eingesperrt würden, die pro Gewalt schreien. Da wären nämlich eine Menge Politiker auch gleich an der Reihe, die aus Humanität Leuten Bomben auf den Kopf wünschten.

john pell
00

Polizei wird Einzelne nicht "wahllos" überwachen...ach so?und we überwacht die polizei ? die grosartige ermmlitlung bei Kunst studente und Tierschutzer hat genao gezeoght wie man politisch dieses gesezt genuz werde konnte!!!
ich taraue nicht die Politiker und nicht die Polizei

Der Chronist
01
Wortspielchen

Es werden niemals Leute WAHLLOS überwacht. Man hat immer einen Grund. Und das muss ja nicht unbedingt der offizielle sein.

karl storscheisser
12
STOPP ACTA Demo Wien

STOPP ACTA Demo Wien

Samstag, 11. Februar 2012

http://www.facebook.com/events/14... 925526943/

die naive
00
Wann und von wem werden dann die

Überwacher überwacht?
Damit kann man viele Arbeitsplätze schaffen...

Kafka läßt grüßen!

VI SHU
07
man merkt

die diversen skandale um die BPD Wien einerseits (blauer bespitzelungsskandal, horngacher & co, etc) sowie die unhaltbaren zustände im BMI (politische polizei im dienste der ÖVP) verschwinden schon wieder im unterbewusstsein der bevölkerung...

ansonsten wär sowas nicht möglich.

wasawos
018
Ich gründe eine Partei......

...diese könnte ja "Böses im Sinne" führen, denn sie will die Macht der etablierten Parteien brechen. Dies reicht aus, um mich zu überwachen, alle Telefonate, alle e-mails, usw. Meine Ideen und politischen Schachzüge werden "legal" ausspioniert und entsprechend verwertet.
Mir wird speiübel, wenn ich an unsere Gesetzgebung denke. Die primitiven Erfüllungsgehilfen, die jetzt schon Nachhilfeunterricht für die Aufnahmsprüfung brauchen (siehe Vorarlberg), werden sich bemühen jeden Schritt der kritischen Bürger zu überwachen.
Gebt mir ein grünes Stricherl, wenn Ihr für die Neugründung einer weltoffenen, ehrlichen und sozial ausgewogenen Partei seid.

ichnichicnich
08

Traurig das ganze. Kann mir jemand ein Beispiel in der Geschichte nennen, wo Polizeiwillkür und Polizeiüberwachung etwas Gutes bewirkt hat? War die Polizei jemals "die Guten"?

Lichtfreak
02
Das Gegenteil von: Einzelne nicht wahllos?

Alle und das systematisch?

HonZ
00

"Denn das Gesetz verlange, dass sich ein Verdächtiger entweder öffentlich für Gewalt ausspricht oder sich Kenntnisse oder Mittel verschafft, um eine Gewalttat zu begehen"
wenn ich mich öffentlich für gewalt ausspreche, kann das ja jeder hören, lesen... ABER
um mich über Mittel zu informieren muss ich nur ein bisschen googeln. was ich google, ist im regelfall nicht öffentlich einsehbar, und damit es jemand einsehen kann, muss es durch eine überwachung geschehen...
Auserdem wird vergessen, dass es immer noch bücher, unis, etc gibt, wo ich mir solches wissen gaaanz ohne internet verschaffen könnte.

schniggschnagg
 
011
Mal abgesehen davon..

....daß mir noch zugut in Erinnerung ist, wie Polizisten in Melde- und Autozulassungsregistern herumgestöbert haben, um Adressen oder sonstige Informationen zu irrelevanten Personen zu erlangen... wahllos geschieht es eh nicht. Nur wird in Zukunft halt wahllos entschieden, was "zurecht"/"wahllos" ist. Man fabriziert einen Grund und hat dank diesem Gesetz somit auch das Recht zu überwachen. Unabhängig davon, ob dieser Grund gerechtfertigt war, oder gar zu einer Erkenntnis geführt hat. Meist wird's so ausschauen, daß man überwacht wurde - nix dabei rausgekommen ist - und man dann auch nicht davon erfährt.

Lichtfreak
00
Holt mich ab!

Ich habe schon sehr viele Kenntnisse, die ich für eine Gewalttat einsetzen könnte.

Hudri Wudri
01
Ist praktisch Jede(r)

da wir davon ausgehen koennen, dass die Rezeptur von Schwarzpulver auch in der Mittelstufe unterrichtet wird, wissen wir alle, wie man einen Sprengsatz herstellt.
Einer der 10000 Gruende, warum fuer solche Faelle Gummiparagraphen noch weniger geeignet sind als anderswo.
Also liegt der Gedanke, dass gewisse Teile der Justiz letztlich alles nach eigenem Ermessen zu (be)urteilen trachten, ein weiteres Stueck naeher.

Patrick Star3
03
Verfassungsschutz: Polizei wird Einzelne nicht "wahllos" überwachen"

Stimmt sogar, sie überwachen mit den neuen Instrumenten nämlich alle.

erkelteter tiger
015
wahlos?

eh nicht, man wird schon gezielt politische und gesellschaftliche "feinde" raussuchen

ngos, opposition, kritiker, ...

das problem ist ja, dass die überwacher vom selben ministerium kontolliert werden sollen

also es gibt in wirklichkeit keine kontrolle, für ein grenzenloses spitzelinstrument

wer dem zustimmt, der will es NUR wegen den missbrauchsmöglichkeiten

supermike
016
Verfassungsschutz: Polizei wird Einzelne nicht "wahllos" überwachen

Das hat die Staatssicherheit (STASI) in der Ex DDR bestimmt auch gesagt.

WIR WOLLEN KEINEN POLIZEISTAAT.

Gibt es Verdachtsmomente die eine Überwachung rechtfertigen, kann die Polizei diese einem Richter vorlegen der dann entscheidet, ob die Verdachtsmomente ausreichen um das Persönlichkeitsrecht des Verdächtigen absichtlich zu verletzen. Alles andere ist massiv Demokratiegefährdend.

standarT
09
ich freu mich schon auf den ersten Nachrichtenbeitrag:

"Polizist aus Tiefstenkaff nutzt neue Maßnahmen um Ex-Freundin zu überwachen"

oder:

"Polizist H. gibt zu, kleine Lauschangriffe auf Telefone von Bekannten, aus langeweile durchgeführt zuhaben."

luquas
07
"Verfassungsschutz: Polizei wird Einzelne nicht "wahllos" überwachen"

Doch! Darauf können wir Gift nehmen!

Neza
03
wahllos sicher nicht, die Wahl fällt wie bisher halt auf "Linke" und war der im BVT herrschenden Politik sonst nicht genehm ist

mit dem neuen Gesetz gibt es nur bessere Überwachungsmöglichkeiten, an der Auswahl der Überwachten wird sich nichts ändern

cyber.vassili
01
Mehr Schutz vorm Sicherheitspolizeigesetz

http://albertsteinhauser.at/2012/01/3... zeigesetz/

Fritz Meyer
05
"Grosses Pfadfinder-Ehrenwort!"

Es wird bestimmt - wie bisher auch - für jede Überwachung eine Begründung geben. Darum waren's schon bisher nicht verlegen.

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