Österreichs EU-Politik

Faymanns Wandlung

Kommentar | Thomas Mayer , 31. Jänner 2012, 19:00

Der Bundeskanzler bemüht sich in Brüssel Inhalte einzubringen und auch für unangenehme Botschaften die Verantwortung zu übernehmen

Als der Bundeskanzler vor einigen Monaten in Interviews durchblicken ließ, dass er sein Herz für die EU entdeckt habe, sorgte das für Erstaunen bis hin zu Häme. Den "glühenden Europäer", wie er sich nun selber nannte, nahm ihm - außer seine Spindoktoren in der Parteizentrale - kaum jemand ab.

Die Kritiker hatten auch gute Gründe dafür: Zu sehr hatte sich Werner Faymann im Wahlkampf 2008 an eine beispiellos vulgäre Anti-EU-Kampagne der Kronen Zeitung angeschmiegt; viel zu oberflächlich schien er als Regierungschef an die komplexen politischen Probleme auf der europäischen Ebene heranzugehen. Die meisten seiner Aussagen waren wie maßgeschneidert für den billigen Verkauf an seine Impresarios in bunten Blättern, die ihn gerne und jederzeit (gratis?) in der Regierungsmaschine begleiten.

Nun aber, nachdem die Schuldenkrise auch das sich so sicher wähnende Österreich voll getroffen hat, scheint sich bei Faymann tatsächlich eine Wandlung zu vollziehen. Seit ein, zwei EU-Gipfeln sieht man einen ernsten Kanzler auftreten, der nicht mehr so tut, als habe er mit den EU-Beschlüssen eigentlich nichts zu tun. Er bemüht sich, Inhalte einzubringen, auch für unangenehme Botschaften Verantwortung zu übernehmen. Aus dem SPÖ-Präsidium wird berichtet, dass zwei Drittel der Debatten um Europathemen kreisen, Faymann sich ewigen Nörglern gegen die EU deutlich entgegenstellt. Gut für Österreich. (DER STANDARD Printausgabe, 1.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
Edmund der Fröhliche
00
Da wird ihn aber die Krone bald bei den Ohren ziehen...

... und die Liebe von Pandi und Gnam verlieren.

Un veistu
02
Apropos Qualitätszeitung, -medium..

Glaubt jemand, dass dieser Artikel in einer Qualitätszeitung erschienen wäre?

Anticitizen1
03
Wandel?

Ich kann beim besten Willen keine Veränderung bei Faymann sehen. Egal in welcher Station seines Lebens, er war immer ein U-Boot und hat nie etwas fertig gebracht. Nicht als Student, nicht als Chef von Wr. Wohnen, nicht als Stadtrat, nicht als Minister, und auch nicht als Bundeskanzler. Nirgends hat er eigene Ideen eingebracht oder etwas in seinem Verantwortungsbereich erfolgreich konzipiert.

Darum ist es auch lächerlich einen Parteivorsitzenden wegen seiner EU-Politik zu loben, der sich dank niveauloser EU-Kritik an die Spitze der Partei geputscht hat.

Auch lustig
02
Artikel Copyright Löwelgasse

Abtippen - vor allem in der Kronen Zeitung ausdrücklich erwünscht.

Auch lustig
00
Artikel Copyright Löwelgasse...

black jack
01
Das ist schön!

Er bringt sich ein. Wie denn genau?

Realistisch wäre folgendes:

Faymann hört andächtig zu und sagt dann so ernst er eben fiepsen kann: "Ich bin genau Ihrer Meinung, Frau Merkel" oder "D' accord, Monsieur Sarkozy".

Alles in allem geben die Berichte nicht gerade eine eigenständige Österreichische Position zur Erneuerung der EU, Wirtschaftsregierung, etc wider.
Traurig, traurig. Die EU entwickelt sich zu einem Bundesstaat, der - umgelegt auf österreichische Verhältnisse - von den Landeshauptleuten ohne Verantwortung gegenüber dem Nationalrat regiert wird, wobei nur die Meinung des Wiener und Niederösterreichischen Landeshauptmanns von Bedeutung ist.

Tolle EU! Tolle demokratische Zukunft!

edurkheim
00
Ja jetzt wo es ums Geldverteilen der Österreicher geht ist Faymann natürlich fest dabei - bei der EU

MartinP
 
02
Gut für Österreich??

Der Schlusssatz lässt mich zusammenzucken!

Wie bitte soll denn ein ESM Konstrukt
"Gut für Österreich" sein???

Das alles ist ein wenig zu kurz gedacht wie mir scheint. Unsere Kinder und Enkel werden diese "Anbiederung" unseres Kanzlers an die EU, aber speziell an die Ideen der Frau Merkl noch lange Zeit büßen dürfen.

Hari Ka
10

Unsere Kinder und Enkel, wie auch wir, büssen alle für die Ausgaben der Vergangenheit.
Faymann hat halt erkannt dass die EU besser für Österreich ist als Österreich alleine. Die selbe Wandlung würde auch ein Kanzler Strache durchmachen.

MartinP
 
01
net falsch verstehen..

Der ESM hat nur indirekt mit der EU zu tun.
Ich bin keiner der "auf Biegen und Brechen" aus der EU austreten will.

Dass die Demokratie am dahinschwinden ist, muss ja langsam auch den glühendsten Befürworter einleuchten.

Sonia Sutter
00
Faymanns Handlung

Wenn Faymann nächstes Jahr von Strache als Bundeskanzler abgelöst wird, dann bleibt von seiner Regierungszeit die Wurstpapierverordnung und der Verlust vom AAA.

AsaJoe
00
"außer": Präposition mit Dativ - Bsp.: "niemand außer ihm selbst

Also bitteschön: "... außer seinen Spindoktoren"!

Wir sind hier schließlich in einem Qaulitätsmedium.

Danke!
;)

Tim Burr
36
Im Vergleich zu Anderen

Misst man Faymanns Europapolitik ab jener von Spindelegger oder Strache, dann ist der Befund klar. Faymann hat da wirklich (jetzt sehen wir mal vom Dauergrinsen und der oft hilflosen Rhetorik ab) inhaltlich toll zugelegt. Dass er da in Österreich und Europa keinen Blumentopf gewinnen wird ist klar. Dafür ist dieser Kontinent derzeit zu weit ins Konservative gerückt. Das primäre Ziel des schwarzen Europas ist nach wie vor primär die "gesellschaftlichen Stützen" zuallererst mit Geld zu versorgen, dass dann diese mit hohen Zinsen weiterreichen mögen. Und über Kaputtsparen aus den ärmeren Ebenen (und Ländern) soviel rauszuholen wie nur geht bevor wieder sozialdemokratische Überzeugungen die Oberhand gewinnen. Faymann hat's da nicht leicht...

Auch lustig
00
Faymann hat toll zugelegt... ja...

aber er hat ja auch von ganz hinten angefangen und ist jetzt im schlechten Mittelfeld. Zum Europapolitiker fehlt ihm noch viel.

barney
23
Logik

Bravo! Das Wesen der EU umfassend erkannt! Und da sie sich nicht ändern wird, bleibt nur der Austritt!

le chat botté
11

Wenn die Welt nur aus Leuten wie Ihnen und Ihresgleichen bestünde, wäre der Austritt tatsächlich das Beste!

barney
01
Argumente

Hervorragende Argumentationslinie; das Markenzeichen aller Eu-Fanatiker!

le chat botté
00
Nachtrag wider Willen

Nachdem ich aus Ihrem apodiktischen Posting schließe, dass Sie für sachliche Argumente keineswegs zugänglich sind, begebe ich mich einfach auf Ihr Niveau!

Bitte Ich Weiß Was
00
Egal was er tut: Er bleibt ein Kanzler "in neuen Kleidern"

aufgrund seiner "Leistungsbilanz" als Regierungschef.

Wie ein Nachzipfschüler braucht er erst eine Verwarnung (S&P) bevor er zu arbeiten beginnt - eine Frechheit ist das für einen Kanzler - Abgang nach Liesing spätestens 2013!

Cote 304
14
Wo ist das Inserat, das diesen Artikel bezahlt hat?

Faymann hat doch immer erst dann eine Meinung, wenn er von einem EU-Gipfel zurückkommt.

Stahl_____666
13
.

Und was für Inhalte waren das?

Dass er der Angie erklärt hat, sie kann ihre Security zurückpfeifen wenn er ihr Schlag in den Kaffee löffelt?

Wie soll jemand, der grad mal 1 1/2 Sprachen kann in Europa Inhalte einbringen?

gutmensch6
00

was war seine leistung für die ordenverleihung??????

Diego: Das alte Lager
 
13
Na ja, bei der nächsten Wahl, wird er wieder genau das tun, was die "Krone" verlangt.

Nach mehreren Jahren kennen wir "unseren" Faymann...

...und die "Bundesgeschäftsführerin" wird wieder versteckt werden...

...und die Bundesbahnen werden wieder viel Werbung in der "Krone" machen...

etc.etc.

Schwarz Grün
02
das kann nur heißen, dass

faymann sich von tumpel und muhm - den größten eu-raunzern und provinzlern - distanziert hat ....
endlich mal ein gute nachricht aus der sozialdemokratie.

der schwitzbär der schwitzt sehr
35
Ich seh ihn nur immer bei Merkel, unser Geld versprechen

ein konstruktiver Beitrag zu Europa sollte mehr sein, als unsere Enkelkinder zu verpfänden

"Gut für Österreich" - i man i tram

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.