Ausgelöschte Spuren

31. Jänner 2012, 19:26
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Die auf Servus TV ausgestrahlten Folgen lassen die Errungenschaften des Menschen bombastisch vor die Hunde gehen

Der Planet Erde hat nicht weniger als 4,6 Milliarden Jahre am Buckel. Dagegen ist die Spezies Mensch einigermaßen unbedeutend. Die Dokureihe "Zukunft ohne Menschen" legt noch ein Scherflein nach und demonstriert, wie schnell sich der Planet menschlicher Spuren entledigen würde, vorausgesetzt wir stürben bald aus.

Die derzeit auf Servus TV ausgestrahlten Folgen der von The History Channel produzierten Serie lassen die Errungenschaften des Menschengeschlechts bombastisch vor die Hunde gehen. Und zwar mit an Fantasy-Blockbuster aus Hollywood angelehnten Titeln: "Der Zorn Gottes, Chaos am Himmel, Gefahr aus der Tiefe". Auch die computeranimierten, menschenleeren Zukunftslandschaften haben in ihrer Ausgestaltung fiktionalen Charakter. Wer weiß denn schon, wie es wirklich wäre?!

In der Folge "Wogen des Todes" am Montagabend war die zerstörerische Kraft des Wassers den Spekulationen ausgesetzt: Gebäude würden im Verlauf der Jahrzehnte aufgrund von zu hoher Luftfeuchtigkeit zerbröseln, Städte wie Sacramento würden in den Fluten des Schmelzwassers ertrinken. Nur eine kleine Bergbausiedlung im hohen Norden nahe des Polarkreises mit dem für diese Gegend untypischen Namen Pyramiden würde durch den Permafrost ein paar hundert Jahre lang erkennbar erhalten bleiben. Aliens wären ob ihrer Architektur halt eher enttäuscht.

Noch schlimmer sieht es in 2000 Jahren nach dem Menschen aus. Da hat dann von sämtlichen menschlichen Machenschaften einzig nur mehr die Trans Alaska Pipeline dank ihrer erdbeben- und rostsicheren Bauweise überlebt. Zumindest in der Hoffnung amerikanischer TV-Produzenten. (Margarete Affenzeller/DER STANDARD; Printausgabe, 1./2.2012)

  • Dokureihe "Zukunft ohne Menschen" auf Servus TV.
    foto: servus tv

    Dokureihe "Zukunft ohne Menschen" auf Servus TV.

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