Am Sonntag gastiert eine der besten deutschen Bands aller Zeiten in der Szene Wien
Ihre Jugend ist zwar längst dahin, nach ihrer eigenen Aufforderung
standesgemäß verschwendet worden, die Musik der Deutsch Amerikanischen
Freundschaft ist hingegen unverschämt jung geblieben. Kommenden Sonntag
gastiert eine der besten deutschen Bands aller Zeiten in der Szene Wien.
Mit einem analogen Korg MS 20 und Schlagzeug schufen Gabriel
Delgado-López und Robert Görl als DAF die knochentrocken ratternde Basis
für ihre Slogans voll wildem (schwulem) Begehren (Als wär's das letzte
Mal), kompromissloser Lebenswut (Alle gegen alle) und scheinbar
politisch konnotierten Verwirrspielen (Kebab-Träume, Der Mussolini ...).
Das war Punk, Postpunk und Proto-Techno zugleich.
Heute scheppert statt
des Korg ein Produkt aus dem Laptop, was ein wenig den Charme des
Unperfekten untergräbt - das gleichen zwei nach wie vor bestechend agile
Hauptdarsteller locker aus. Zuletzt wütete die beiden an derselben
Stelle durch das zeitlose Material. Also rein in die schwarze Montur,
Zeit für Ein bisschen Krieg zum Wochenendausklang. (flu, DER STANDARD/Printausgabe 1.2.2012)
5. 2., Szene Wien, Hauffg. 26, 20.00