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Die Gewinnmarge für in Lohnfertigung hergestellte Laptops in chinesischen Fabriken beträgt schlanke drei Prozent. Geht die Nachfrage nach den Geräten nur geringfügig zurück, sinken die ohnehin schon bescheidenen Gagen der chinesischen Arbeiter. Unter anderem aus diesem Grund haben Streiks und Proteste bis hin zur Androhung von Massenselbstmorden in den vergangenen Monaten enorm zugenommen - genauso wie Aufstände gegen chinesische Lokalregierungen, zuletzt etwa vor einigen Wochen im Fischerdorf Wukan, dessen Bewohner gegen ungerechte Enteignungen auf die Straße gingen.
Was das mit den ethnoreligiösen Konflikten in Tibet und Xinjiang zu tun hat? Aus der Perspektive der Führung in Peking ziemlich viel. Denn all das ergibt einen Cocktail hochbrisanten sozialen Sprengstoffs, den die Kommunistische Partei Chinas mit ihrem allumfassenden Machtanspruch sehr vorsichtig behandeln muss.
Die größte Bedrohung für das Reich der Mitte ging über die vergangenen Jahrtausende immer von innen und nicht von äußeren Aggressoren aus. Besatzungsmächte mögen in China noch so gewütet haben, das Land überdauerte - nicht unbeschadet, aber eben doch - den britischen, französischen, deutschen oder japanischen Einfluss. Viel gefährlicher dagegen war etwa die Taiping-Rebellion, der Mitte des 19. Jahrhunderts 30 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Damals übernahm die sozialrevolutionäre Taiping-Sekte im Kampf mit der Qing-Dynastie für einige Jahre große Teile Süd- und Ost-Chinas. Vor genau einem solchen Szenario geht den Mächtigen in Peking der Reis, vor allem in Zeiten des Machttransfers von Staats- und Parteichef Hu Jintao zum kommenden Mann, Xi Jinping.
Er wird aller Voraussicht nach im Herbst den Parteivorsitz und Anfang 2013 das Amt des Staatspräsidenten übernehmen. In dieser heiklen Phase kann niemand in Peking Aufstandsgeschrei brauchen. Deswegen wurde bereits im Frühjahr jeder Anflug eines Aufbegehrens im Gefolge des Arabischen Frühlings mit harter Hand unterdrückt. Und deswegen schickt die Hauptstadt nun auch tausende Beamte in die autonome Grenzregion Xinjiang, um dort auch auf dem Land jene lückenlose Überwachung zu gewährleisten, die in der Provinzhauptstadt Urumqi von 40.000 Kameras besorgt wird.
Das zugrundeliegende Problem allerdings lässt sich nicht durch Überwachung und Unterdrückung beseitigen. Denn Uiguren und Tibetern kämpfen gegen eine Marginalisierung in ihrem eigenen Land. Und auch den Fabriksarbeitern bei Foxconn in Wuhan geht es um Teilhabe, um einen größeren Anteil an der schier endlos scheinenden Prosperität im kommunistischen Kapitalistenparadies.
Noch gibt es in China niemand, der den allenthalben herrschenden Unmut zu einer größeren Bewegung kanalisieren könnte. Deswegen kann sich das Regime vorerst noch sicher wähnen. Aber die Kader planen immer auf lange Sicht. Und wenn schon keine demokratische Öffnung in der Volksrepublik zu erwarten sein dürfte, dann gehen versierte China-Beobachter doch davon aus, dass Xi Jinping, sobald er er seine Macht konsolidiert hat, ganz pragmatisch dazu übergehen wird, die ethnischen Spannungen in Tibet und Xinjiang aufzulösen.
Denn damit wäre zumindest ein wenig Druck aus jenem politischen Topf genommen, auf dem die Köche in Peking einen Deckel halten wollen. (DER STANDARD-Printausgabe, 01.02.2012)
Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor war groß inszeniert und inhaltlich schal
Die Golan-Entscheidung der Bundesregierung war die außenpolitisch folgenschwerste der vergangenen Jahre
Kein US-Präsident hat Whistleblower mit so heiligem Eifer verfolgt wie Obama
China hat seit 2007 gut 50 Milliarden Dollar in den USA investiert und ist der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten
Auch wenn er nun eloquent ein paar unangenehme Fragen beantworten wird, seine Glaubwürdigkeit ist dahin
Wien darf sich auch nach dem Golan-Abzug nicht aus der Verantwortung stehlen
Die meisten Experten rechnen inzwischen mit einem Libanon-Szenario für Syrien
die geben ihrer Regierung ordentlich Dampf, dort wären unsere Patschachterer schon längst unter die Räder gekommen
China bemüht sich um seine Minderheiten, wie es hierzulande nie möglich wäre:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_ent... ?id=245486
ebenfalls bemerkenswert: Rechtsstaatlichkeit
"In nicht weniger als 15 von 16 unterschiedlichen Punkten, die sich auf Eigentumsrechte und Regierungsform beziehen, stehen die USA schlechter da als Hongkong. Tatsächlich ist Amerika nur auf einem einzigen Gebiet unter den weltweit ersten 20 Staaten: beim Investorenschutz."
schreibt nicht irgendwer, schreibt Cicero
http://www.cicero.de/weltbuehn... 78?seite=3
Wir hingegen sind pleite.
also dir ist schon klar, das HK ein noch deutlich anderes system hat als china? der unterschied zwischen HK und china ist das ersteres rechtsstaatlichkeit besitzt. Auch in HK hat sich leider viel verschlechtert seit uebergabe von UK an china, auch was rechtsstaatlichkeit betrifft, viel mehr noch was pressefreiheit betrifft.
das china viel fuer minderheiten tut, ist ein schlechter witz ...
In einem fast 1.5 Milliarden Volk müssen dann das kleine Fischerdorf Wukan, eine Handvoll protestierender Mönche in Sichuan (diesmal nicht in Tibet, lieber Autor) und der Schnee von gestern. also Foxconn herhalten. Dazu kommen, ohne Angabe von Quellen oder Beweisen, Aussagen wie "Streiks und Proteste bis hin zur Androhung von Massenselbstmorden haben in den vergangenen Monaten ENORM zugenommen - genauso wie Aufstände gegen chinesische Lokalregierungen." Wenn etwas die Menschen (und die Medien) in China beschäftigt, dann ist es die allgegenwärtige Korruption der Eliten. Die überwiegende Mehrheit (auch der ethnischen Minderheiten) ist mit dem gestiegenen Lebensstandard zufrieden und interessiert sich nicht für Politik.
Die korruption ist ein thema, das in china beschaeftigt, allerdings ist das gleichzeitig auch 'das thema' auf das sich die fuehrung gerne ausredet: 'waere eh alles so toll, wenn nicht ein paar boese so korrupt waeren' - das gesagt, wird dann nichts dagegen unternommen.
die unzufriedenheit in der unteren schicht ist allgegenwaertig. wer das nicht sieht, der hat offensichtlich nur kontakt zur mittelschicht. aber auch die mittelschicht hat ziemlich konkrete probleme ganz abseits der korruption: inflation und teilweise unbezahlbarer wohnraum.
streiks und aufstaende nehmen stetig zu. diese themen werden in den medien (die ja kontrolliert sind) grossteils ignoriert (auch im westen). nur in HK wird da wirklich berichtet.
Wieviele Tote hat der Freiheitskampf der Basken gekostet ?
Wieviele Tote hat der Nordirlandkonflikt gekostet ?
Auch in Corsika gab es Tote im Kampf um die Vorherrschaft auf der Insel.
Na und an die Toten im Kosovo werden wir uns ja doch noch erinnern oder ?
Im Baltikum werden in absteigender Reihe bis zu 50% der Bevölkerung als Menschen zweiter Kategorie behandelt, was übrigens die EU auch schon kritisch bemerkt hat.
In der Slovakeit leben 600.000 Ungarn
Süditalien wird von der Lega Nord als entbehrlich eingestuft
Belgien zerbricht und in Kärnten werden Minderheiten als Zankapfel der Verfassung mißbraucht.
Der bei uns ach so hochgeliebte Dalai Lama und dessen Vorgänger haben ein Sklavensystem geführt, davon ist bei uns nichts zu hören.
1) wo gibt es dort Dutzende Tote? Die Massaker in Bad Bleiber dürften vom österreichischen Geheimdienst vertuscht worden sein.
2) Besteht in Europa tatsächlich die Gefahr von Flächenunruhen? Werden die Wiener von Protesten in Bratsilava oder Tallin mitgerissen?
Sein Sie nicht traurig, wenn es in Europa nicht all das gibt, was andere Länder zu bieten haben. Verzichten Sie auf das Argument "bei uns ist es genauso" und steigen Sie um auf "dafür stehen wir unter der unsichtbaren Diktatur der Finanzindustrie" - das wirkt etwas weltmännischer.
meisten europäischen druckkochtöpfe mit einem ventil ausgestattet, die den überdruck ablassen bevors wirklich kracht.
und abgesehen davon: es ändert daran nix, es diese in china gibt...
wobei imho die fokussierung weniger auf ethnische denn auf soziale unterschiede liegt...
- wie Xi das machen will. Die chinesische Regierung gibt übrigens seit ca. 8 Jahren ihre -schon damals jährlich deutlich wachsende- eigene Unruhenstatistik nicht mehr bekannt; damals lag sie schon bei über 80.000 Aufständen, wilden Demos, wilden Streiks etc. Nix "nur ein paar Leute".
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