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Handel will mehr Samstagsarbeit

Verena Kainrath, 31. Jänner 2012, 18:04
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    foto: apa

    Unberechenbarer seien die Kunden in ihrem Konsumverhalten geworden, sagen Handelsexperten. Viele Unternehmen rennen mit hohen Rabatten um ihr Leiberl. 

Handelsmitarbeiter dürfen nur jeden zweiten Samstag arbeiten. Die Wirtschaftskammer will das lockerer regeln, die Gewerkschaft hält hart dagegen

Wien - Bettina Lorentschitsch will Bewegung in die Arbeitszeitregelung des österreichischen Einzelhandels bringen. Die neue Obfrau der Branche wünscht sich stärkere Liberalisierung rund um die Arbeit an Samstagen und trifft damit den Nerv der Gewerkschaft.

Handelsmitarbeiter dürfen derzeit nur an jedem zweiten Samstag im Monat im Einsatz sein. Darauf einigten sich die Sozialpartner vor zehn Jahren. Es war die Bedingung, unter der die Arbeitnehmer den längeren Öffnungszeiten zustimmten. Nicht alle Händler hielten sich daran, was seit einem halben Jahr empfindliche Strafen nach sich ziehen kann. Nun fordert Lorentschitsch, die Regelung aufzuheben. "Das wäre im Sinne aller Beteiligten." Vor allem Frauen in Teilzeitstellen würden gern an den Samstagen arbeiten. Denn am Wochenende lassen sich aufgrund stärkerer Kundenfrequenz auch höhere Provisionen erzielen.

Für die Beschäftigten habe diese sogenannte Schwarz-Weiß-Regelung hohe Bedeutung, es könne nicht sein, die Vereinbarung nun zu vergessen und als lästig abzutun, sagt Handelsgewerkschafter Franz Georg Brantner. "Wir schenken sie sicher nicht her." Abgesehen davon, dass etwas falsch laufe, wenn Mitarbeiter von den lukrativeren Samstagsschichten abhängig seien, um mit ihren Gehältern ein Auslangen zu finden.

Viele Unternehmen klagen, fürs Wochenende nicht genug qualifiziertes Personal zu bekommen. Es sind Vorzeichen für einen zunehmend harten Wettlauf um Arbeitskräfte. Der demografische Wandel stelle den Einzelhandel vor große Herausforderungen. Immer weniger Junge entschieden sich für ei- ne Lehre, sagt Lorentschitsch. Bis 2020 sollen es laut Prognosen nur noch halb so viele sein. In einzelnen Bundesländern gebe es schon jetzt Personalengpässe.

Mehr Jobs, viel Teilzeit

Österreichs Einzelhandel zählte im Vorjahr 320.000 Mitarbeiter, um 2,6 Prozent mehr als 2010. Lorentschitsch rechnet mit einer weiter stabilen Beschäftigung. Gut 43 Prozent der Jobs sind Teilzeitstellen. Dass viele Frauen in die Teilzeit gezwungen werden, wie Gewerkschafter kritisieren, weist sie zurück: Etliche Studien belegten, dass weniger als zehn Prozent lieber Vollzeit arbeiten würden.

Leicht wird dieses Jahr für die Branche jedenfalls nicht. Bereits 2011 hinterließ das raue Umfeld bei vielen Unternehmen sichtbare Spuren. Nahezu alle Sparten, vom Sport bis zum Buch, reihten sich unter die Verlierer. Nur Drogerieketten - von Schlecker abgesehen - und der Elektrobereich konnten sich etwas abkoppeln. Alles in allem verbuchte der Handel inflationsbereinigt im Vorjahr ein Umsatzminus von 1,7 Prozent, zeigen aktuelle Statistiken der KMU Forschung. Österreich liege damit unter dem Schnitt der EU-Länder.

Viel Psychologie habe hier mitgespielt, sind sich Experten einig. Zur Angst vor Krisen und höheren Kosten kam ungünstige Witterung und der Trend, sein Geld statt in den Handel lieber in andere Freizeitvergnügen zu stecken.

Volatiler, nervöser, stimmungsabhängiger seien die Kunden geworden, resümiert Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbands. Der Handel reagiere mit starken Rabatten, was Erträge koste. Man stelle sich innovativ dem harten Wettbewerb, das Expansionstempo aber verlangsame sich vielfach. Und die Marktkonzentration nehme rundum erneut zu. "Starke Betriebe werden stärker, schwache schwächer." (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2012)

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20 Postings
R., der Hundefreund
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A bisserl daneben, die Frau Lorentschitsch

Seit wann gibt es Provisionen für Spar/Billa/Merkur/Zielpunkt, etc. Kassiererinnen für den Samstagdienst? Ihr Argument ist auch ein Schuss ins eigene Knie, denn es bedeutet nichts anderes, als das die Entlohnung im Handel eine mindere sein muss, wenn man ausschließlich auf Provisionen angewiesen ist. Es ist die Gier nach mehr Profit, und nicht die soziale Ader, die da von sich gegeben wird. Man erinnere sich der Jubelberichterstattung und der Jubelmeldungen, auch von Frau Lorentschitsch, über das ach so tolle Weihnachtsgeschäft, der Handel im Umsatzrausch, etc. Ich glaube, die WK-Tante will uns verarschen.

John Denver
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zusätzliches Personal?

Gerade für Samstag und vielleicht auch einmal für Sonntag sollte man zusätzliches Personal anstellen.

Es gibt genug Menschen, die sich etwas dazuverdienen wollen (Pensionisten, Studenten zB), denen das Wochenende auch nicht so wichtig ist, vielleicht weil sie noch keine Kinder haben oder eben schon in Pension sind. (oder die Studentenfestln eh unter der Woche sind *fg*)

Das fixe Personal sollte dann frei haben am Wochenende.

Mehr kosten würd dies auch nicht, da die Angestellten eh pro Stunde bezahlt werden.

Gobi Todic
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Danke Gewerkschaft ... Ohne diese Regelung wäre eine Beziehung Handelsangestellte(r) / Mo-Fr Arbeiter unmöglich... echt jetzt.

Fritz Meyer
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Überhaupt kein Problem!

Besser bezahlen und mehr Freizeit als Ausgleich, dann lässt sich bestimmt ein Kompromiss finden.

Ach, das will der Handel gar nicht? Die Belegschaft soll froh sein, dass' überhaupt noch Arbeit haben?

Ja, dann...

Eleazar
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wer will mehr Handel am Samstag?

Der Kunde
der Bedienstete oder der Chef
Die Werbung oder der Umsatz
Die Steuer oder der Kreditgeber des Angestellten

Ich kenn mich da echt nimmer aus

Protonen Sam
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der chinesische Billigschrott der verkauft werden will.

Peter W1
 
12

Dann sollen die vielleicht mal menschengerechte Löhne zahlen statt andere mit ihrer ewigen Raunzerei zu nerven.

hack in den sack
 
00
31.1.2012, 22:07
Mehr Provision? Was für ein Witz.

U-Bahn Steuer
01

die dame wird schon wissen wovon sie spricht...

sie ist doch sicher auch selber schon einmal im geschäft gestanden, und hat dort ihre 50% (branchenübliche) umsatzprämie eingestreift

Francesca
20
31.1.2012, 21:40
Muss jeder unsinn, den ein(e) Kreißler(in) von

sich gibt, abgedruckt werden?

Der Große von Gegenüber
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Wer oder was ist ein "Kreißler"?

C R8
01
31.1.2012, 21:24
Stichwort "Bezahlung"...

"Abgesehen davon, dass etwas falsch laufe, wenn Mitarbeiter von den lukrativeren Samstagsschichten abhängig seien, um mit ihren Gehältern ein Auslangen zu finden." ??? Da läuft ja schon längst etwas GANZ falsch! Die Bezahlung ist hier mehrmals genannt worden, und auch aus meiner Sicht ist das ein sehr wichtiger Faktor. Man kann nicht immer mehr verlangen und von jenen die es leisten sollen stillschweigen erwarten. Ich habe auch eine Lehre im Einzelhandel gemacht. Den Anstoß etwas anderes zu machen gab mir zum größten Teil auch die schlechte Bezahlung. Schade, dass es kein Pflichtpraktikum im Einzelhandel gibt, für jene gibt die die Kollektivverträge erstellen.

tock tock tock
02
31.1.2012, 20:25

Mehr Cash - mehr Leute .... Angebot und Nachfrage ...

krenwurzn
02
31.1.2012, 19:58

jaja, mehr und mehr arbeiten .. dafür aber nicht mehr geld bekommen.

das ganze kannst nur mehr als ausbeuterei bezeichnen

Andreas W
00
31.1.2012, 19:58
War ja klar, nichts Neues aus der Händlerecke!

War mir bei der Sonntagsarbeitsdiskussion schon klar, dass das für die Arbeitstiere über kurz oder lang bedeutet, dass sie grundsätzlich immer Schuften sollen. Nur weiter so!
Schlecker hat sich auch selbst vernichtet - das schaffen sicher auch andere!

woody999
03
31.1.2012, 19:44
durch das jammern werden die arbeitsverhältnisse nicht besser!

na dann sollens halt ordentlich bezahlen und die mitarbeiterInnen gut behandeln, dann wollen auch mehr im handel arbeiten!

aber jammern kostet weniger!

es gibt kaum eine andere branche, die die mitarbeiterInnen so ausbeutet, wie der handel, siehe schlecker (tourismus, gastronomie sind auch ned besser, jammer aber auch so).

LuFi
11
31.1.2012, 19:32

Würde ich Samstag dafür Aufschläge erhalten, würd ich ohne Probleme jeden Samstag arbeiten (Student, ich kanns mir also zeitlich noch leisten ohne familie)

chaote2
 
04
31.1.2012, 19:26
samstagarbeit

Ganz einfach besser bezahlen die Handelsangestellten dann gibts genug Personal. Nicht die Benachteiligten noch mehr benachteiligen.
Sagte nicht der Lugner wegen Sonntagsöffnung er findet genug Personal ???? Schau und seine Mitbewerber finden zuwenig??? Einer LÜGT oder die anderen lügen !!!
Klar bei den Sch... -Gehalt soll jemand Einzelhandelskaufmann lernen ? Das Argument die Gewerbeberechtigung wurde wegen unserer Zuwanderer so gelockert das nach kurzem (teilweise auch getürkten) Angestelltenverhältnis jeder einen Laden aufmachen kann. Wozu dann 3 Jahre Lehre???

Fritz Meyer
00
Naja, der Lugner...

das was der sagt, muss man wie den Wetterbericht für kommende Woche ansehen - Es könnte eintreffen. Vielleicht trifft es auch ein. Wenn es nicht eintrifft, dann war nicht etwa die Vorhersage falsch, sondern nur die Basis, auf der sie gemacht wurde. Oh, und morgen gibt's natürlich schon die nächste... ;)

leser 4712
02
31.1.2012, 19:18
viele unternehmen klagen

wie wäre es, mit entsprechend attraktiven gehältern, dann gibt's auch qualifiziertes personal. die arbeitsbedingungen im handel sind jedoch oft dermaßen frech, dass echt qualifizierte sich weiterbilden und den handel verlassen.

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