Schuldendilemma

Ein Königsweg, der nur zur Neubelastung führt

Kommentar der anderen | Robert Skidelsky, 31. Jänner 2012, 17:47

Fünf Einwände dagegen, dass Schuldenabbau die Genesung bringt - Von Robert Skidelsky

Innerhalb der EU sind sich alle einig, den Weg der Haushaltskonsolidierung zu gehen. Wird das Schuldendilemma nicht grob überschätzt?

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Europa wird derzeit von einem Schuldengespenst heimgesucht. Alle europäischen Regierungen zittern davor. Um den Dämon auszutreiben, unterziehen sie ihre Volkswirtschaften einer Rosskur.

Zu helfen scheint das nicht. Ihre Volkswirtschaften sind noch immer am Trudeln, und die Schulden wachsen weiter. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von neun Euroländern heruntergestuft, darunter auch Frankreich. Großbritannien dürfte folgen.

Wer nicht von Torheit verblendet ist, für den ist die Erklärung für diese massenhafte Herabstufung offensichtlich. Wenn Sie Ihr BIP vorsätzlich schrumpfen, steigt zwangsläufig Ihre Verschuldungsquote. Die einzige Möglichkeit, Ihre Schulden zu senken (außer durch Zahlungseinstellung), ist, Ihre Wirtschaft zum Wachsen zu bringen.

Die Angst vor Schulden ist in der menschlichen Natur verwurzelt; daher sieht der Durchschnittsbürger Schuldenabbau als richtiges politisches Ziel an. Jeder weiß, was Schulden bedeuten: Zahlungsverpflichtungen, häufig in Kreditform. Schulden können Ängste erzeugen, wenn man nicht weiß, ob man, wenn es so weit ist, das Geschuldete zurückzahlen kann.

Ängste werden übertragen

Diese Ängste werden bereitwillig auf die Staatsverschuldung übertragen - das Geld, das eine Regierung ihren Gläubigern schuldet. Wie, so fragen sich die Menschen, wollen die Regierungen all jene Hunderte von Milliarden an Schulden zurückzahlen? Der britische Premierminister David Cameron hat es so formuliert: "Staatliche Schulden sind dasselbe wie Kreditkartenschulden; man muss sie zurückzahlen."

Hieraus folgt als unmittelbar nächster Schritt: Um die staatlichen Schulden zurückzuzahlen oder zumindest zu reduzieren, muss die Regierung ihr Haushaltsdefizit beseitigen, denn die über die staatlichen Einnahmen hinaus getätigten Ausgaben erhöhen kontinuierlich die Staatsverschuldung. Und wenn die Regierung nichts unternimmt, wird die Staatsverschuldung - wie es heute so schön heißt - "unhaltbar".

Auch hier bietet sich eine Analogie zu den Schulden eines privaten Haushalts an. Mein Tod tilgt meine Schulden nicht, sagt sich der vernünftige Bürger. Meine Gläubiger haben dann als Erste Zugriff auf meinen Nachlass - auf alles, was ich meinen Kindern hinterlassen wollte. In ähnlicher Weise sind von der Regierung zu lange nicht gezahlte Schulden eine Last für künftige Generationen. Ich selbst mag durchaus von der staatlichen Extravaganz profitieren, aber meine Kinder zahlen irgendwann die Zeche.

Dies ist der Grund, warum im Zentrum der Fiskalpolitik der meisten Regierungen heute der Defizitabbau steht. Regierungen mit "glaubwürdigen" Plänen zur "Haushaltskonsolidierung" fallen angeblich mit geringerer Wahrscheinlichkeit als Schuldner aus oder hinterlassen ihre Schulden kommenden Generationen. Dies wird, so die Annahme, die Regierung in die Lage versetzen, billiger Kredite aufzunehmen, als dies sonst der Fall wäre, was wiederum die Zinsen für private Kreditnehmer senkt, was dann die Wirtschaft anschiebt. Die Haushaltskonsolidierung gilt als Königsweg zur wirtschaftlichen Erholung.

Diese derzeitige offizielle Doktrin der meisten hochentwickelten Länder enthält mindestens fünf wichtige Denkfehler, die größtenteils unbeachtet bleiben, weil die Geschichte als solche so plausibel erscheint.

Q Erstens müssen Regierungen anders als Privatpersonen ihre Schulden nicht "zurückzahlen". Die Regierung eines Landes mit eigener Notenbank kann einfach immer weiter Geld aufnehmen, indem sie das Geld druckt, das man ihr leiht. Das trifft auf die Euroländer nicht zu, aber auch deren Regierungen müssen ihre Schulden nicht zurückzahlen. Falls ihre (ausländischen) Kreditgeber sie zu sehr unter Druck setzen, stellen sie einfach die Zahlungen ein. Ein Zahlungsausfall ist schlecht, aber danach geht das Leben ziemlich genauso weiter wie vorher.

Q Zweitens ist eine absichtliche Absenkung des Defizits nicht die beste Methode für eine Regierung, um einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Ein Defizitabbau mitten im Konjunkturabschwung führt nicht zur Erholung, sondern zur Kontraktion, denn er hat zur Folge, dass sich das Nationaleinkommen, von dem die staatlichen Einnahmen abhängen, verringert. Dies macht es schwieriger und nicht leichter, das Defizit zu senken. Die britische Regierung muss bereits 112 Mrd. Pfund mehr Schulden aufnehmen, als sie bei Bekanntgabe ihres Programms zum Defizitabbau im Juni 2010 geplant hatte.

Q Drittens geht von der Staatsverschuldung keine Nettobelastung für künftige Generationen aus. Selbst falls sie zu künftigen Steuerverbindlichkeiten führt (und teilweise wird sie das), sind dies Transferzahlungen von den Steuerzahlern an die Anleihegläubiger. Dies mag unliebsame Verteilungskonsequenzen haben. Doch der Versuch, sie jetzt abzubauen, stellt tatsächlich eine Nettobelastung künftiger Generationen dar: Die Einkommen sinken unmittelbar, die Gewinne fallen, die Rentenkassen leiden, Investitionsprojekte werden gestrichen oder zurückgestellt, und Häuser, Schulen und Krankenhäuser bleiben ungebaut. Künftigen Generationen wird es dann schlechter gehen, weil ihnen Vermögen vorbehalten wird, das sie andernfalls gehabt hätten.

Q Viertens besteht keine Verbindung zwischen dem Umfang der Staatsverschuldung und dem Preis, den eine Regierung zahlen muss, um diese zu finanzieren. Die Zinsen, die Japan, die USA, Großbritannien und Deutschland für ihre Staatsverschuldung zahlen, sind gleichermaßen niedrig, trotz enormer Unterschiede beim Schuldenniveau und bei der Fiskalpolitik.

Q Und schließlich reduzieren niedrige Kreditkosten für die Regierungen nicht automatisch die Kapitalkosten für den privaten Sektor. Schließlich borgen Unternehmensschuldner nicht zu jenem "risikolosen" Zins, der etwa auf US-Schatzanleihen gezahlt wird, und es hat sich gezeigt, dass eine expansive Geldpolitik die Zinsen von Staatsanleihen nach unten drücken kann, aber kaum Auswirkungen auf die Vergabe von Neukrediten durch die Banken an Unternehmen und Haushalte hat. Tatsächlich liegt hier eine Kausalitätsumkehrung vor: Der Grund, warum die Zinsen, die der Staat zahlt, in Großbritannien und anderswo so niedrig sind, ist, dass die Zinsen für Kredite an den privaten Sektor so hoch sind.

Wie mit dem "Gespenst des Kommunismus", das Europa in Karl Marx' berühmtem Manifest heimsuchte, haben heute "[a]lle Mächte des alten Europas eine heilige Allianz geschlossen", um das Gespenst der Staatsverschuldung "auszutreiben". Doch sollten sich die Staatsmänner, deren Ziel es ist, diese Schulden zu tilgen, an ein anderes berühmtes Gespenst erinnern - das Gespenst der Revolution. (Robert Skidelsky, DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2012)

© Project Syndicate, 2012; aus dem Englischen von Jan Doolan

ROBERT SKIDELSKY ist Mitglied des britischen Oberhauses und Professor emeritus für politische Ökonomie an der Warwick University.

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Reich sein muss sich lohnen!
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Ein Schuldenabbau ist doch eh nicht vorgesehen

Seht euch zum Beispiel mal die "Schuldenbremse" an - diese ist in Wirklichkeit keine Schulden- sondern eine Defizitbremse.
Sie will lediglich das Defizit (irgendwann 2017) von 0,5% des BIPs erreichen.
Und ein Defizit bedeutet eben nicht, dass die Schulden weniger werden - im Gegenteil, sie werden mehr.

Es war noch nie der Plan, Staatsschulden wieder zurück zu zahlen. Staatsschulden werden umgeschuldet.
Und wenn das Wachstum dann mal ausbleibt, dann werden sie blöd kucken, unsere Politiker.
Dass wir nicht unbegrenzt wachsen können, das werden auch die Ökonomen und Politiker irgendwann einsehen müssen...

dernachbar
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Schuldenabbau

ist doch gleichzeitig Guthabenabbau, denn die Schulden der Einen sind die Guthaben der Anderen.

Nutze den Tag
20
Der einzige Grund von Staatsanleihen ist, dass

PolitBedamte ihre überhohten Bezüge und Pensionen sicher anlegen können.
Irgendein Japse wird irgendwann draufkommen, dass seine Anleihen wertlos sind.
Dass Ratingagenturen das Land nicht auf Ramsch stufen ist nur soweit gut, als dann japanische Ware billiger würde und wir mehr Arbeitslose hätten.
Das Schuldensystem hält die Weltwirtschaft in chaotischen Zuständen weil es keinen verbindlichen Geldwert gibt. Ohne Geld oder einer Analogie dazu gehts nicht, das haben die Neandertaler schon gerafft.
Nur so mancher Wirtschaftswissenschafter ist eben noch nicht auf dieser Höhe..

Karinkoller
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"Staatsmänner"

Zuständiger "Staatsmann" bei uns ist Maria Fekter. Ihr O-Ton: „Das Budget ist in einem Fass und das hat so viel Löcher, dass egal ist, wieviel man oben hineinschüttet. Man muss zuerst die Löcher abdichten und die Löcher sind die Strukturprobleme im Land."
Das erklärte sie vor Kurzem nicht dem "gemeinen Volk", sondern Studenten und Professoren an der Wirtschaftsuniversität
( http://karinkoller.wordpress.com/2011/12/1... r-erklart/ )
Da bleibt nicht einmal die Hoffnung...

Karl Krammer
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die Notenbank ist das Problem der Eurozone

Während die Bank of England, die Bank of Japan und die FED die Regierungen ihrer Länder stützen, indem sie glaubwürdig damit drohen (und es im Bedarfsfall auch tun), die Staatsanleihen ihrer Länder in unbegrenzten Mengen zu kaufen, graben sie den Spekulanten das Wasser ab. Man kann schlicht nicht auf einen Zahlungsausfall von England, Japan oder den USA wetten, weil er nicht stattfinden wird. Phil Gross von Pimco war der letzte, der sich mit Wetten gegen Treasuries die Finger verbrannt hat. Daher werden die Zinsen in diesen Ländern nicht von "den Märkten", sondern von der Notenbank vorgegeben.

Nur die EZB ziert sich beharrlich, substantiell Staatsanleihen aufzukaufen. Das ist der einzige Grund für die Anomalie Eurozone.

Wolfgang Pimminger
 
00
21.2.2012, 01:15
Das wurde ja auch explizit in einem der Verträge zur Eurozone so festgeschrieben.

Die Banken quer durch ganz Europa haben sich darüber gefreut, weil die EZB ihnen nicht ins Handwerk pfuschen darf. Jetzt maulen sie, weil die griechischen Anleihen Ramschstatus haben. Hat den Typen in den Banken nie jemand erklärt, dass jede Münze zwei Seiten hat?

Genau deshalb: (Schuld-)Geldschöpfung durch die Nationalbanken (oder die EZB) und NICHT durch den privaten Sektor. Punkt.

Sidlo
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Ich bezweifle, dass nach jedem Zahlungsausfall

das Leben so weitergeht wie bevor: Wie das Leben nach einem unkontrollierten Staatsbankrott aussehen kann zeigt zb. der Fall von Argentinien. Wenn der Staat von einem Tag auf den anderen keinen Kredit mehr bekommt, dann kann ziemlich viel Wüstes passieren!

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:20
Stimmt.

Die beiden Schlüsselwörter sind "unkontrolliert" und "kann".

Aber gucken Sie doch mal in die Zeitungen unter "Konkurse" Da finden Sie jeden Tag haufenweise Einträge und niemand macht ein Drama draus. Auf Nationenebene ist das im Wesentlichen nix Anderes.

Dem eigenen Volk muss man allerdings schon die Wahrheit sagen.

Erzpiefke
 
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Thatcher ist eine Superohrfeige für Herrn Skidelsky

Der Fall Thatcher ist einer der wenigen Fälle, wo in einem Land ohne eine akute Krise wirklich radikal gespart wurde ohne Steuern zu erhöhen. Im Gegenteil die Steuer wurden sogar gesenkt. Das hat nach einer Weile die privaten Investitionen regelrecht explodieren lassen und Großbritannien hatte für viele Jahre die höchsten Wachstumsraten in Westeuropa und zum Zeitpunkt der Machtübernahme durch Labour auch die niedrigste Verschuldung in Westeuropa. Vor Thatcher hatte England mit die höchste Verschuklung. Dieses schöne Beispiel zeigt, welch ein flagranter Unsinn durch Herrn Skidelsky hier behauptet wird.

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:08
Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen?

Es geht darin ganz klar darum, dass Schuldenabbau zur Kriseneindämmung das falsche Instrument ist.

Sie schreiben selbst völlig richtig: "Der Fall Thatcher ist einer der wenigen Fälle, wo in einem Land ohne eine akute Krise wirklich radikal gespart wurde ohne Steuern zu erhöhen."

Genau das ist das Prinzip der gegenzyklischen Finanzgebarung. Geld ausgeben in der Krise, Schuldenabbau im Aufschwung.

Reich sein muss sich lohnen!
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Man muss aber auch sehne, dass unter Thatcher alles verscherbelt (privatisiert) wurde was irgendwie ging

Und nachdem sich da ein paar private "Investoren" bereichert hatten durfte der Staat die Infrastruktur wieder zurückkaufen und erstmal für gutes Geld wieder instand setzen, da die privaten zwar die Gewinne eingesteckt aber nichts in die Infrastruktur investiert hatten.

Außerdem wurde in Thatcher die reale Industrie in GB weitgehend abgebaut, die haben seither praktisch nur noch die Zahlen-Schuppser.
Und vom Zahlenschupssen alleine kann kein Land leben.

GB lehnt nicht umsonst jede Regulierung der Finanzmärkte ab - wenn die Finanzinstitute nicht mehr nach GB kommen weil sie dort so schön zocken können, dann haben die nichts mehr...

Erzpiefke
 
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Das war nicht ein paar Investoren sondern große Teile der Mittelschicht. Das ganze wurde von Thatcher als "People's Capitalism" verkauft, erfolgreich für alle Seiten, wenn man mal von der katastrophalen Bahn-Privatisierung absieht. Thatcher wäre wohl abgewählt worden, wenn nicht der Falklandkrieg sie gerettet hätte. Danach zeigten sich dann aber die Erfolge ihrer Politik und vieles wurde auf den Kontinent nachgemacht. Das Telefon wäre ohne Thatcher wahrscheinlich noch immer fest in Beamtenhand und wir könnten uns höchstens 10 Minuten Telefon am Tag leisten. So eine Roßkur braucht also etliche Jahre Zeit, bis ihre positve Wirkung sichtbar wird.

Erzpiefke
 
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Wenn auch nur ein Funken der obigen These richtig wäre,

dann würden mehr Schulden positiv wirken. Richtig ist, daß es fast immer Rezessionen gibt, wenn gespart wird. Das liegt aber nicht sparen, sondern daran daß die Leute zum sparen gezwungen wurden und es genau die Ursache dieses Zwanges der zur Rezession führt. Wenn ein Staat in Zahlungsschwierigkeiten gerät und sparen muß, dann gibt es sofort auch einen Investitionsstop in der privaten Wirtschaft, Leute werden entlassen, die Leute haben Angst um ihren Arbeitslatz und sparen selber verrückt. Außerdem versteht der Staast unter sparen meist Steuererhöhungen, insbesondere der Mwst.. Es sind genau diese Begleitumstände die eine Rezession bewirken und nur zu einem sehr geringen Teil staatliche Ausgabenkürzungen.

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:34
Spätestens jetzt weiß ich, dass Sie vielleicht die Buchstaben konsumiert,

nicht aber den Inhalt verstanden haben. Ursache und Wirkung:

Schulden wirken zunächst einmal absolut positiv: Zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme! Egal ob Staat, Unternehmen oder Privatleute einen Kredit aufnehmen: Es fließt mehr Geld in die Wirtschaft.

Sparen - im klassischen Sinn - ist das genaue Gegenteil: Der Wirtschaft wird Geld entzogen. Das muss aber nicht zwangsweise in eine Rezession führen.

Sparen - jetzt im Sinne von Schuldenabbau - in Zeiten einer Krise, löst aber mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Rezession aus.

Steuererhöhungen bei gleichzeitiger Einschränkung staatlicher Ausgaben ist die URSACHE. Investionsstopp, Entlassungen, vermindertes Privateinkommen sind AUSWIRKUNGEN.

Fazit: Die Analyse ist richtig.

Ph Gudenus
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Kaiserweg, was besagt dieser?

was ich immer schon sagen wollte ...
02
wir sind auch alle immer wieder aufs hoechste ueberrascht, dass es einen unterschied zwischen bwl und vwl gibt ...

... also die vielzitierte ,,schwaebische hausfrau'' anders denkt und denken muss wie ein staatengebilde.

leider kommt das bei unseren politiker_innen nicht wirklich an - zb. khg mit seinem 0% staatsdefizit war vor 10 jahren fast ein popstar ... auch wenn ausser ihm niemand was davon gehabt hat.

hmmm ...

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:43
Mal unabhängig davon wie Grasser zum Nulldefizit kam:

Der Zeitpunkt war dafür grundsätzlich nicht schlecht. Der Wirtschaft ging's gut und in solchen Zeiten kann man staatliche Investitionen durchaus absenken.

sawi48
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2. Unterschied zwischen

KHG und schwäbischer Hausfrau:

Die Hausfrau würde niemanden dazu verpflichten, Rücklagen für die Pension mindestens zu 40 % in Aktien zu veranlagen (KHG mit Pensionsvorsorge-Versicherungen).

Ist meines Wissens bis heute nicht aufgehoben - aber da kann ich mich auch täuschen.

pluralis modestatis
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Denkfehler

"Regierungen müssen ihre Schulden nicht zurückzahlen. Falls ihre (ausländischen) Kreditgeber sie zu sehr unter Druck setzen, stellen sie einfach die Zahlungen ein."

Aha, Denkfehler #1 :

Schulden muss man NICHT zurückzahlen.

"Die Regierung eines Landes mit eigener Notenbank kann einfach immer weiter Geld aufnehmen, indem sie das Geld druckt, das man ihr leiht."

Aha, Denkfehler #2 :

Und wenn doch, dann DRUCKT man einfach Geld.

Das sind die mit Abstand erfreulichsten News im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise, die in letzter Zeit zu hören waren.

WARUM gibt es dann doch Probleme (mit Schuldenlast, Zinsen) ?

Lösungsvorschlag:

Weil die Gläubiger diese frohe Botschaft nicht kennen. Die Schuldner haben das Wissen.

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:49
WARUM gibt es dann doch Probleme (mit Schuldenlast, Zinsen) ?

Weil man Probleme auch so lange in den Medien breittreten kann, bis dann schließlich jeder daran glaubt.

WJM
01

Ad #1
Im Artikel steht keineswegs, dass man Schulden nicht zurückzahlen muss. Aber es ist ein Unterschied zwischen den Schulden Privater und Schulden von Staaten. Die USA machen gerade das - Notendruckmaschine unter Dauerbetrieb.
Weiters ist die Schuldenlast der USA bei derzeit mehr als 15.000.000.000.000 Dollar, höher als das BIP!
Ad #2
Das Problem speziell bei Griechenland (und Portugal und Italien) ist, dass sie eben NICHT MEHR die Gelddruckmaschine anwerfen können!

P.S: Wenn Sie mit Ihren Nickname den Begriff "pluralis majestatis" paraphrasieren wollen, dann sollten Sie ihn in "pluralis modestiae" ändern

dasandere
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Bei dem

Staatsschuldenzinsen-sind-zu-zahlen-Dogma vergisst man leicht, dass dahinter wohl eine sehr mächtige Anwaltsarmada der (reichen) Gläubiger stehen muss, die diese Zahlungsdienste beinhart einfordern. Tatsächlich leben wir unter einem Terrorismus der falschen "Rechte". Nur, wo werden die mal die odiösen Rechte ihrer Klienten einklagen, wenn Staaten nicht einmal mehr eine Gerichtsbarkeit aufrecht erhalten können?

PS. Das Konzept der "odious debts" würde langsam auch EUR zu Gesicht stehen ..

Wolfgang Pimminger
 
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21.2.2012, 01:55
Das mit den "Rechten" ist so eine Sache für sich:

Im Prinzip stehen die Nationalstaaten in der deutlich stärkern Position, denn es sind die Staaten, die diese Rechte gewähren. DAS lässt sich aber auch ändern.

Konkret: Dass die Geldschöpfung in der Hand der Banken liegt ist nicht naturgegeben, auf das Zinseszinssystem trifft das ebenso zu. Es sind dies lediglich gewährte Rechte aufgrund von Gesetzen. Gesetze werden aber nicht - derzeit zumindest - von Banken beschlossen.

site:°~+*-||!#.\>
02

Q wie Quatsch.

UK ist aufgrund seiner entarteten Finanzindustrie so pleite, wie kein anderes Land der Welt:

http://rwer.wordpress.com/2012/01/0... 16-graphs/

raff1
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31.1.2012, 23:11
bla bla halt.

ausser "das Gespenst der Revolution".

dies erschüttert das mark des neoliberalismus.

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