All-taugliche Rechner

Bessere Bordcomputer für präzise Weltraummanöver

4. Februar 2012, 12:22

Deutsche Forscher wollen Positionierung und Steuerung von Raumfahrzeugen verbessern

Raumfahrzeuge müssen bei Landemanövern auf anderen Himmelskörpern oder beim Andocken an eine Raumstation selbstständig und präzise agieren. Bildgebende Sensoren erfassen dabei eine Flut von Daten, die in Echtzeit analysiert werden. Deutsche Wissenschafter haben nun ein System entwickelt, mit dem sich Raumfahrzeuge in Zukunft noch genauer steuern und positionieren lassen.

Damit ein Raumfahrzeug "sehen" kann und nicht aus dem Gleichgewicht gerät, braucht es einen leistungsfähigen Bordrechner. Dieser muss gleichzeitig eine Vielzahl von Sensordaten bearbeiten und den erschwerten Bedingungen im Weltall standhalten. Mit dem Projekt MUSE (Multicore-Architektur zur Sensorbasierten Positionsverfolgung im Weltraum) wollen die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST die Positionierung und Steuerung solcher Raumfahrzeuge verbessern.

Im Rahmen des Vorhabens entwickelten Wissenschafter vom FIRST einen Bordrechner, der mit modernen Multicore-Prozessoren eine äußerst hohe Rechenleistung schafft. Hochauflösende Kameras sowie Infrarot oder Radarsensoren an den Raumfahrzeugen liefern immense Datenmengen, mit deren Hilfe die Lage des Zielobjekts bestimmt wird. Diese Daten gilt es in Echtzeit zu verarbeiten, um die genaue Steuerung des Fahrzeugs zu berechnen. Bisherige weltraumtaugliche Rechner mussten hier aufgrund des hohen Leistungsbedarfs immer Abstriche in punkto Qualität machen.

Hohe Rechenleistung unter Computer-feindlichen Bedingungen

"Die große Herausforderung im Weltall ist: Bei minimalen Anforderungen an Stromversorgung, Gewicht, Platz und Kühlung muss das System eine enorm hohe Rechenleistung bereitstellen. Zudem können durch Weltraumstrahlung sporadisch Datenverfälschungen auftreten, die es anhand von Fehlertoleranzmechanismen zu erkennen und beheben gilt", erklärt Samuel Pletner, verantwortlich für Business Development Luft- und Raumfahrt bei FIRST. "Wir müssen zuverlässig ausschließen, dass unerkannte Fehler zu falschen Steuerbefehlen und damit unkontrollierten Bewegungen des Raumfahrzeugs führen".

Das Problem lösen die Forscher mit dem Multicore-Prozessor P4080 des Herstellers Freescale, der hoch integriert und besonders robust ist. Neben maximaler Rechenleistung lassen sich damit auch leistungsfähigere Fehlertoleranzmechanismen realisieren. Speziell für Multicore-Architekturen haben die Fraunhofer-Experten komplexe Algorithmen zur Positionserkennung entwickelt. Kritische Berechnungen können damit auf verschiedenen Prozessorkernen durchgeführt und die Ergebnisse durch einen sicheren Vergleich überprüft werden. (red)

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10 Postings
chg4711
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Wie ging das nur bei der Mondlandung 1969 ?

Beachtlich wie die das mit den einfachen, langsamen Computern der damaligen Zeit bewerkstelligt haben !

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Apol... e_Computer

G. B. Corner
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Ging gar nicht gut; während der Landung musste Armstrong den Computer abschalten brachte den Eagle manuell an einer sicheren Stelle herunter. Eines der Argumente für bemannte Raumfahrt :)

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Nun. Bei der Mondlandung mussten sie im Allgemeinen ja nur irgendwo auf einer geeigneten Stelle in der Landezone runterkommen.

Was die Andockmanöver mit dem LEM betrifft, waren die Manöver immer extrem Fehleranfällig. Mit entsprechenden Computern hätten sie sich den Dockspezialisten ersparen können. Das hätte der CC dann auch mit ein paar Knopfdrücken und einer leichten Einschulung gekonnt.

Aber prinzipiell geht es auch um unbemannte Flüge. In der Zukunft könnten Versorgungskapseln von der Erde zum Mond oder Mars fliegen müssen und dort Punktlandungen hinlegen. Roboter, die auf andere Himmelskörper geschickt werden sind ebenfalls davon abhängig, so genau und sanft wie möglich zu landen. Jede Verbesserung in der Flug-, Navigations- und Landesoftware ist daher sehr wünschenswert. Kost ja ois a Göd.

Utrillitn
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mich wundert, daß man überhaupt imstande ist teleskope für hochauflösende aufnahmen ausreichend genau und ruckfrei nachzuführen. Bei satelliten noch heikler.

dieter tiefensteppe
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ja der trick ist, die machen das sogar ohne teleskope.

scherz bei seit, natürlich schaut keiner von der erde aus nach wo sich ein raumschiff oder modull im andock manöver befindet. die haben natürlich ihre sensoren schon an board.

wobei man den artikel nun etwas entschwächen muss. es ist natürlich viel einfacher im fast schwerelosen raum und zusätzlich im vakuum ein flug gerät zu navigieren.

was natürlich interessant wäre, wobei in dem artikel nur kurz auf deren parallel architektur, wäre die software architektur die zum einsatz kommt.

dieter tiefensteppe
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ich meinte natürlich entkräften. ^|°

°<°~~
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Du findest, das war der einzig korrekturwürdige Fehler in diesem Beitrag?

wizenstain
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Bessere Bordcomputer

wann gibts die für schiffe?

her wig
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Schiffskapitäne können aussteigen, die brauchen keine besseren Computer.

Turbinenreiter
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'äußerst genau präzise agieren'
'Deutsche Wissenschafter haben nun auf Basis von ein System entwickelt, ...'

kann man ja noch schnell ausbessern.

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