Sojus-Raumschiff war bei Tests nicht hermetisch dicht - Derzeitige ISS-Besatzung bleibt in der Folge länger im Orbit
Moskau - Drei Raumfahrer können wegen einer undichten Sojus-Landekapsel erst am 15. Mai
und damit rund sechs Wochen später als geplant zur Internationalen Raumstation
ISS aufbrechen. Darauf habe sich die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit
der US-Behörde Nasa geeinigt, sagte Alexej Krasnow, der Chef des
Roskosmos-Programms für bemannte Raumflüge, am Donnerstag der Agentur Interfax
in Moskau.
Die Raumfahrer sollen mit einer neuen Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof
Baikonur in Kasachstan abheben. Der Start der russischen Kosmonauten Gennadi
Padalka und Sergej Rewin sowie des US-Astronauten Joseph Acaba war ursprünglich
für den 30. März vorgesehen.
Längerer Aufenthalt
Drei der sechs Crew-Mitglieder, die derzeit auf der ISS arbeiten, müssten
wegen der Panne bis Ende April und damit deutlich länger als geplant auf dem
Außenposten der Menschheit bleiben, sagte Krasnow. Roskosmos hatte zuletzt mit
zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen.
Die ISS-Crewmitglieder Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin (beide
Russland) sowie Dan Burbank (USA) sollten ursprünglich im März zur Erde
zurückkehren. Außer ihnen arbeiten derzeit Oleg Kononenko (Russland), Donald
Pettit (USA) und André Kuipers (Niederlande) in rund 350 Kilometern Höhe. (APA)