Geplatzte Mogelpackungen

1. Februar 2012, 16:56
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Versuche, Kosten zu verstecken und zu verschleiern, sind mühsam und auf lange Sicht auch sinnlos

Mogelpackungen verfolgen uns, wir werden angeschwindelt, ein bisserl hinters Licht geführt, ganz leicht auf den Arm genommen. Da gibt's die Chips-Sackerln, die sich so aufplustern, dass man aus Platzangst kaum wagt, sie ins Einkaufssackerl zu stecken. Der Fleischer des Vertrauens wiegt den gemischten Aufschnitt immer mit dem Einwickelpapier und schummelt uns damit ein paar Milligramm dazu. Und der Friseur spricht beruhigende Worte, während er genau die zehn Zentimeter abschneidet, die er uns eigentlich versprochen hat dranzulassen.

Eine der besten Orte für den Verkauf von Mogelpackungen ist das Internet. Hier glitzert und funkelt es, alles scheint so billig und vor allem so schnell zu haben zu sein. Dass man sich da schnell einmal zu einem Klick hinreißen lässt, der sich hinterher als Kostenfalle herausstellt, ist nachvollziehbar. Und darüber, dass man bei eBay in einen Bieterrausch verfällt und am Ende das iPhone 100 Euro mehr kostet, als es neu im Geschäft gekostet hätte, kann man auch noch hinwegsehen.

Dass aber Airlines bei Buchungen im Internet nach wie vor die EU-Verordnung standhaft ignorieren (siehe Artikel) und noch immer Tickets großmundig für Preise anbieten, die niemals auch nur annähernd an den tatsächlichen Endpreis heranreichen, wird langsam lästig, mühsam - und teuer. Zahlt sich auch langfristig nicht aus! Mogelpackungen zerplatzen irgendwann wie luftgefüllte Chips-Sackerln. (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 1.2.2012)

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    Irgenwann muss die Katze - oder der Kartoffelchip - sowieso aus dem Sack. Wozu die Schummelei?

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