EU-Forschungsrat

Österreich bei Förderungen für Grundlagenforschung "gut im Mittelfeld"

31. Jänner 2012, 15:32

ERC-Chefin empfiehlt internationale Öffnung

Wien - "Gut im Mittelfeld" liege Österreich bei den vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) vergebenen Förderungen für Grundlagenforschung, meinte die Präsidentin des ERC, Helga Nowotny, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Um noch besser zu werden und - wie von der Regierung geplant - in die europäische Spitzengruppe im Bereich der Forschung vorzudringen, empfiehlt die aus Österreich stammende ERC-Chefin eine "internationale Öffnung".

Rund 2.500 Grundlagenforscher hat der ERC in den fünf Jahren seines Bestehens bisher gefördert, mit "Starting Grants" für Nachwuchsforscher und "Advanced Grants" für bereits etablierte Wissenschafter. Zwischen 2007 und 2011 gingen nach Angaben des Wissenschaftsfonds FWF 68 der Förderpreise in beiden Kategorien nach Österreich.

In der jüngsten, kürzlich abgeschlossenen Ausschreibungsrunde für "Advanced Grants" wurden sieben Wissenschafter ausgezeichnet. Umgelegt auf die Einwohnerzahl liegt Österreich damit auf dem 7. Platz in Europa. Die Gesamtzahl der seit 2008 vergebenen "Advanced Grants" für Forscher in Österreich erhöht sich damit auf 28.

"Internationalisierung macht sich bezahlt"

Nowotny erklärte, im Wissenschaftsministerium eine Beobachtergruppe für den ERC angeregt zu haben. Diese sollte etwa untersuchen, was man von erfolgreichen Institutionen mit vielen ERC-Preisträgern lernen könnte. Das erfolgreichste größte Land ist laut Nowotny Großbritannien, der erfolgreichste kleinste Staat die Schweiz. Die ERC-Preisträger dort seien zu einem hohen Anteil nicht Bürger des Landes, "Internationalisierung macht sich offenbar bezahlt", so Nowotny, die damit vor allem die Berufungspolitik und die Nachwuchsförderung anspricht.

Sollten die Budgetpläne der EU für den ERC so wie derzeit geplant umgesetzt werden, könnte das Niveau der derzeitigen Förderung von rund einer Milliarde Euro jährlich gehalten werden. "Unter den gegenwärtigen Krisenaussichten bin ich damit einigermaßen zufrieden", so Nowotny. (APA)

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