ERC-Chefin empfiehlt internationale Öffnung
Wien - "Gut im Mittelfeld" liege Österreich bei den vom Europäischen
Forschungsrat (European Research Council, ERC) vergebenen Förderungen für
Grundlagenforschung, meinte die Präsidentin des ERC, Helga Nowotny, am Dienstag
bei einer Pressekonferenz in Wien. Um noch besser zu werden und - wie von der
Regierung geplant - in die europäische Spitzengruppe im Bereich der Forschung
vorzudringen, empfiehlt die aus Österreich stammende ERC-Chefin eine
"internationale Öffnung".
Rund 2.500 Grundlagenforscher hat der ERC in den fünf Jahren seines Bestehens
bisher gefördert, mit "Starting Grants" für Nachwuchsforscher und "Advanced
Grants" für bereits etablierte Wissenschafter. Zwischen 2007 und 2011 gingen
nach Angaben des Wissenschaftsfonds FWF 68 der Förderpreise in beiden Kategorien
nach Österreich.
In der jüngsten, kürzlich abgeschlossenen Ausschreibungsrunde für "Advanced
Grants" wurden sieben Wissenschafter ausgezeichnet. Umgelegt auf die
Einwohnerzahl liegt Österreich damit auf dem 7. Platz in Europa. Die Gesamtzahl
der seit 2008 vergebenen "Advanced Grants" für Forscher in Österreich erhöht
sich damit auf 28.
"Internationalisierung macht sich bezahlt"
Nowotny erklärte, im Wissenschaftsministerium eine Beobachtergruppe für den
ERC angeregt zu haben. Diese sollte etwa untersuchen, was man von erfolgreichen
Institutionen mit vielen ERC-Preisträgern lernen könnte. Das erfolgreichste
größte Land ist laut Nowotny Großbritannien, der erfolgreichste kleinste Staat
die Schweiz. Die ERC-Preisträger dort seien zu einem hohen Anteil nicht Bürger
des Landes, "Internationalisierung macht sich offenbar bezahlt", so Nowotny, die
damit vor allem die Berufungspolitik und die Nachwuchsförderung anspricht.
Sollten die Budgetpläne der EU für den ERC so wie derzeit geplant umgesetzt
werden, könnte das Niveau der derzeitigen Förderung von rund einer Milliarde
Euro jährlich gehalten werden. "Unter den gegenwärtigen Krisenaussichten bin ich
damit einigermaßen zufrieden", so Nowotny. (APA)