Wirtschaft & Recht

Fragwürdige Umwelt­hürden für die Windkraft

31. Jänner 2012, 17:36
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    foto: apa

    Sieben Windkraftanlagen mit jeweils drei MW benötigen eine Umweltverträglichkeitsprüfung, aber zehn Zwei-Megawatt-Windräder nicht. Das ist nur einer der Schwachpunkte in der heutigen Rechtslage.

Auch ein eng gefasster Natur­schutz und Raumordnungsregeln verhindern oft den Ausbau alternativer Energien

Der Zwang zur Prüfung der Umweltverträglichkeit erschwert den Bau von Windkraftanlagen in Österreich.

***

Kaum ein Bereich der Energiegewinnung genießt derartig viel Zuspruch wie die Windkraft; politische Bekenntnisse überschlagen sich förmlich ebenso wie Aktivitäten des Gesetzgebers. Doch halten diese, was sie versprechen?

Derzeit bestehen in Österreich mehr als 600 Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 1000 MW. Geht es nach den politischen Wünschen und "nationalen Aktionsplänen", so soll diese Energiegewinnungsart - die derzeit in Österreich Strom für mehr als eine halbe Million Haushalte liefert - in Zukunft noch beträchtlich erweitert werden. Auch der Gesetzgeber hält sich mit programmatischen Bekenntnissen nicht zurück. Mit dem vergangenen November beschlossenen Klimaschutzgesetz sollte insbesondere auch eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger und eine Erhöhung des Anteils am Gesamtenergieverbrauch herbeigeführt werden. Auch in die Raumplanung solle der Klimaschutz einbezogen werden.

Dort, wo sich all diese Ziele niederschlagen müssten, besteht allerdings Nachholbedarf: In den Verfahren zur Genehmigung von Windkraftanlagen bestehen nach wie vor - auch wenn sie für Betreiber und Behörden mittlerweile einigermaßen zur Routine geworden sind - verschiedene inhaltliche Schwierigkeiten, die legistisch aufgegriffen werden sollten. Maßgeblich dabei ist insbesondere das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz. Zunächst führt schon die Anwendbarkeit dieses Gesetztes zu einem höheren Verfahrensaufwand, zusätzlichen Prüfkriterien und einer längeren Verfahrensdauer als bei bloß "materienrechtlichen" Verfahren (beispielsweise elektrizitätsrechtlichen und anderen Genehmigungsverfahren).

Darüber hinaus ist der Schwellenwert von 20 MW, der zwingend eine UVP bedingt, kritisch zu hinterfragen. Diese Schwelle war früher, als Zwei-MW-Windenergieanlagen Stand der Technik waren, durchaus sinnvoll, da dann Projekte mit zehn Anlagen UVP-pflichtig waren. Aber aufgrund der technischen Entwicklung sind heute Drei-MW-Anlagen üblich. Das führt zum absurden Ergebnis, dass etwa Projekte mit nur sieben Drei-MW-Anlagen auch UVP-pflichtig sind, obwohl die Umweltauswirkungen weniger gravierend sind wie bei neun Zwei-MW-Anlagen. Auch die Frage, welche UVP-rechtlichen Folgen die Modernisierung von Anlagen wie der Austausch eines Zwei-MW- durch einen modernen Drei-MW-Konverter hat, lässt der Gesetzgeber offen.

Nicht schlechter als Solar

Ferner wäre eine Diskriminierung der Windkraftanlagen etwa im Verhältnis zu Solarstromerzeugungsanlagen zu beseitigen: Obwohl beide vom Kapitel "Energiewirtschaft" der europäischen UVP-Richtlinie umfasst sind, unterliegt nur die Nutzung von Windenergie dem UVP-Gesetz.

Vor allem aber scheint eine strukturelle Erneuerung des UVP-Gesetzes angezeigt: Denn es ist nicht einzusehen, warum angesichts der umfassenden politischen und gesetzgeberischen Bekenntnisse zum Klimaschutz derartige Anlagen demselben Genehmigungsregime unterliegen wie Atom- oder thermische Kraftwerke. Insbesondere fehlt eine Wertung bei miteinander in Konflikt stehenden Schutzgütern: So sollte der Gesetzgeber anordnen, dass dem Schutz der allgemeinen Umwelt, vor allem des Klimas, der Vorzug vor sektoralen Einzelanliegen wie dem Tier- und Pflanzenschutz zukommen müsste. Überspitzt formuliert: Der bloße Naturschutz, der schon verschiedene Projekte zu Fall gebracht hat, müsste sich dem generellen Umweltschutz unterordnen.

Konflikt mit Raumordnung

Dasselbe gilt auch für den Bereich der Raumordnung, die grundsätzlich in die Zuständigkeit der Länder fällt. Denn jeder Windpark bedeutet zwangsläufig "Konsum von Raum" und Eingriffe in das Natur- und Landschaftsbild. Hier werden für den Gesetzgeber ein klares Bekenntnis und eine entsprechende Regelung, welchen Interessen im Widerspruchsfalle der Vorzug zukommt, nicht vermeidbar sein.

Legistisch zu überlegen wäre dahingehend auch eine Umsetzung eines "Konzentrationsgebots" nach dem Motto: Besser wenige große, als viele kleine Windparks. Für ein derartiges Primat und entsprechende Konzentrationsprozesse bestehen aber keine gesetzlichen Regelungen. Vielmehr führt die strenge - in dieser Form europarechtlich nicht gebotene - Behördenpraxis bei der UVP-rechtlichen Kumulationsprüfung dazu, dass kleine in der Landschaft verstreute Windparks leichter und kostengünstiger realisiert werden können. (Michael Hecht, Wolfram Schachinger, DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2012)

 

MICHAEL HECHT und WOLFRAM SCHACHINGER, Fellner Wratzfeld & Partner.

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kasperl-und- Petzi
12
Ich habae wirklich nichts gegen Windkraft und bin fuer einen guten Mix.

Aber warum schreibt man bei Windkraft immer die max. Nennleistung hin die 1-2 mal im Jahr erreicht wird.
1000 MW In A?
Das sind 3 Donaukraftwerke wuerden die Dinger wirklich so laufen . Ich bin mir sicher das die 1000 MW Windkraft nicht so viel strom liefern wie 3 Donaukraftwerke uebers Jahr.

bei Windkraft muss man immer angeben wieviel die wirklich produzieren sonst hat das ja keinen Sinn. Oder man schreibt 1000 MW mit 10% Auslastung oder sowas in der art

Sonst kommt dann wieder so ein Greenpeace Rechenkuenstler und erklaert uns in 5 Jahren keonnen wir A mit Strom durch Wind alleine versorgen was schlichtweg Bloedsinn ist.

notsure
01
Paradox...

wie sich die Leute doch zusammentun können, wenns um die Umwelt geht .. bei Windkraft wird protestiert, bis der letzte Opa davon überzeugt ist, dass die Natur darunter leidet .. Ölbohrungen, Atomreaktoren sind aber scheinbar nur mäßig ein Problem... oder aber es ist nicht mehr "cool" sich gegen diese bereits "mainstream" Umweltverschmutzungen auszusprechen ... die Demobewegungen brauchten wohl sprichwörtlich "frischen wind"

higgs - wozu?
00

alles ein problem - und alles von den gleichen energiemonopolisten gefördert, die gleichzeitig die wissenschaft am gängelband halten um die alternativen, welche seit tesla eigentlich bekannt sind, ja nicht an die oberfläche kommen zu lassen - dann wär ihr einfluß und unsere abhängigkeit von ihnen nämlich dahin

verleih nix
00
ja genau! bürgermeister und lobbyist sollten sich das einfach ausschnapsen. eine derartige regelung würde viel besser ins österreichische verwaltungsgefüge passen.

la Lyc
01
Lesen bildet

1. ad "wasserkraft ist besser" - stimmt nur bedingt. Natürlich hat auch Wasserkraft Auswirkungen auf die Flussökologie und Fische- ausserdem ist das Potential für Großkraftwerke in Ö beinahe ausgeschöpft und Kleinkraftwerke sind zwar gut, aber haben meist geringere Leistungen als ein gscheites Windradl
2. ad "uhh man sieht die Windradln ja" nun, es ist unwahrscheinlich dass Sie einen Weg finden werden, unsichtbar Energie zu erzeugen. Sie können gerne physikalisch unmöglichen Hirngespinsten nachjagen oder schnell beginnen Energie zu sparen, wenn Sie keine Energieerzeugung wollen. Ich gehe davon aus, daß Sie auch kein calorisches KW oder AKW in Ihrer Umgebung wollen ?!

styx12
02

Ich versteh die Aufregung nicht. Bei uns im Burgenland funktioniert das so: Der Landeshauptmann sagt: Ich will 500 neue Windräder - und diese werden umgehend gebaut.

Das kommt davon, wenn man keinen tollen Landespapi hat, wie wir. ;-)

freimann1
11
Der Landespapi im Burgenland will ja nur seine BEWAG mit den Subventionen stützen

Wie es den dort lebenden Menschen geht ist ihm doch vollkommen wurst.
Dieser jämmerliche LH eines bundeslandes von der Größe eines kleineren Wiener Gemeindebezirkes redet immer davon, dass er das Bgdl. "energieautark" machen will.
Tatsache ist, dass er für seine marode BEWAG die Subventionen aller Österreicher braucht. Ohne diese schändliche Umverteilung von unten nach oben, würde ja offensichtlich, dass er ein jämmerlicher Versager ist.

Andreas Mittermayer
02
Weil das Argument, Windräder verursachen Lärm, gar so oft auftaucht:

.
http://www.oekonews.at/index.php... id=1032046

most4tla
13

Der Begriff ist Infraschall und dieser ist die totale Katastrophe.
Bei der Auswertung einer Messung ergab sich dass das meiste unter 30Hz stattfindet und daher erstens nicht hörbar ist
und zweitens,
man die Organe mit ihrer Eigenfrequenz anspielt.
Dies kann bei entsprechenden dB Werten zu Netzhautablösungen, Übelkeit und vielen anderen Symptomen führen.
Daher sollten Windkraftanlagen ja auch min 2000m von der nächsten Ortschaft und 1200m vom nächsten Haus entfernt sein.
Zu sagen Windkw sind nicht laut weil man nichts hört ist ein Irrglaube - schon mal neben einer Baustelle gewohnt an der schweres Gerät im Einsatz war? Körperschall wird auch zur Folter verwendet

Andreas Mittermayer
13
Infraschalldrücke:

.
PKW: 83 dB(A)
Büroräume: 52 dB(A)
Büroräume-Lüftungsanlage: 33 dB(A)
WKA in 300m Abstand: 40 dB(A)
WKA in 500m Abstand: 33 dB(A)

(Quelle: Berufsgenossenschaft für Feinmechanik und Elektronik; Magnuson&Malmquist (Infraschall am Arbeitsplatz); DI A. Buhmann (Exposé über Infraschall)

(Ergänzung: LKWs haben eine noch höhere Infraschallemission als PKWs. Deren Werte sind aber in diesen Datenblättern nicht enthalten)

Mindestabstände Windkraftanlagen etwa in NÖ:

http://www.raumordnung-noe.at/uploads/w... nlagen.pdf

most4tla
01

Schreibst selber dB(A) !!

aber suchs dir selber bzw. infraschall ist nicht gleich schalldruck.

Andreas Mittermayer
13
Bitte:

.

Geräuschquellen (Schalldruckpegel im Bereich 1-20 Hz):

PKW: 126 dB(L)
Büroräume: 97 dB(L)
Büroräume-Lüftungsanlage: 80 dB(L)
WKA in 300m Abstand: 67-77 dB(L)
WKA in 500m Abstand: 63-73 dB(L)

(Gleiche Quellen wie oben)

higgs - wozu?
11

danke, daß du uns die enorme "frequenz-verseuchung" der wir täglich ausgeliefert sind so schön vor augen führst - hab noch ein paar relevante frequenzen:
schumann frequenz - eigenfrequenz der erde: 7,83 hz
gehirnfrequenz des menschen je nach bewusstseinszustand: koma ~ 2 hz
schlaf ~ 4 hz
halbwach ~ 8hz
hellwach ~ 12 hz

könntes du mir jetzt den einfluß der von dir genannten frequenzen auf unser bewusstsein und unser biosystem darlegen - sind die deiner meinung nach gesund? natürlich? nötig? hilfreich?

http://www.youtube.com/watch?v=7... ure=fvwrel

Andreas Mittermayer
00
Danke für den link!

.
Ich werde mir das Video bei Gelegenheit ansehen.

Beim Video geht es aber anscheinend um elektromagnetische Fleder und nicht um Schall.

Und zweitens ging es mir bei meinen Ausführungen um den Vergleich verschiedener Schallemittenten.

Andreas Mittermayer
00
Hätte oben natürlich "(elektromagnetische) Felder" heißen sollen.

und i hob in kalender g'schaut, heit geht da wind
13

Atomkraft - Angst
Wasserkraft - die armen Viecher
Kalorische KWs - das Klima
Solarenergie - so teuer
Windräder - so schiach und so laut

WBR
00

Biogas - Pestizidverseuchte Mais-Monokulturen.

;-)

higgs - wozu?
41

lösung:
http://www.youtube.com/watch?v=D2I3EJyYcfc

gratis und in unendlichen ausmaß vorhandene energie, die wir nur nutzen müssen - manche waren in ihrer forschung schon sehr weit - tesal, baumann, morey.....aber aus verständlichen gründen wird da von einer veröffentlichung eher abgesehen, solang man uns noch öl, kohle und atom verkaufen kann.

und i hob in kalender g'schaut, heit geht da wind
24

ach ja, vergaß ich:

Vakuumfeldenergie - funktioniert nicht

higgs - wozu?
00

blöd, der empirische beweis ist ja schon erbracht, und die theorethische herleitung mit streng schulwissenschaftlichen methoden erfolgt - also heisenberg, schrödinger, feynman etc. scheinen deine thesen nicht zu stützen.

und i hob in kalender g'schaut, heit geht da wind
12

Da glaube ich schon eher daran, dass es wirtschaftlicher ist, aus Furzen Energie zu gewinnen.

Den Beweis dafür wurde schon mit dem Feuerzeug erbracht.

higgs - wozu?
00

biogas - kein thema - funktioniert selbstverständlich auch und wäre durchaus nutzbar - soll das dein argument gewesen sein?

Hausverstand
02
Negative Auswirkungen (siehe Vorposter)

kurz zusammengefasst:
Windräder
erzeugen Lärm
verschandeln die Landschaft
töten Vögel
Verkehr (egal ob Schiene oder Straße):
erzeugt Lärm
verschandelt die Landschaft
tötet Vögel.

Windräder haben sicher Nachteile, sie haben aber auch Vorteile: Wenn Wind geht, erzeugen sie Strom zum Nulltarif, haben (außer Lärm) keine Emissionen und können mit geringstem Aufwand wieder abgetragen werden.
Die Vor- und Nachteile dieser Art der Energiegewinnung sollte man halt bedenken.

G. B. Corner
32

Ganz so einfach ist es nicht. "Nulltarif" ist schon einmal grundlegend falsch; der Strom ist im Gegenteil teurer als aus einem Wasserkraftwerk. Wenn man die notwendigen Zwischenschritte zur Energiespeicherung berücksichtigt, sogar viel teurer. "Mit geringstem Aufwand wieder abgetragen" ist auch falsch, weil in kalorischen Kraftwerken mehr Strom bei weniger Materialaufwand erzeugt werden kann. Natürlich ist also ein einzelnes Windrad schneller abgetragen als ein Block von Dürnrohr, Sie müssen aber die Vielzahl der benötigten Räder + Energiespeicher bedenken.

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