Grünes Sparpaket

13 Milliarden sparen, drei Milliarden investieren

31. Jänner 2012, 14:48

Glawischnig: "Grüne Rettungsgasse" für die "Bremser"-Koalition

Wien - Die Grünen haben ihre Forderungen zu einem Sanierungspaket zusammengefasst: 13 Mrd. Euro wollen sie bis 2017 mit Strukturreformen und über Steuern aufbringen, drei Mrd. davon sollen für Bildung und Entlastung unterer und mittlerer Einkommen verwenden. Damit würden die Schulden reduziert, sozial gerecht gespart und ein erster Schritt in Richtung öko-soziale Steuerreform gesetzt, betonte Parteichefin Eva Glawischnig bei der Präsentation am Dienstag.

Sie pries ihr Paket als "Grüne Rettungsgasse" für die Regierung an. Es gelte, "die Bremser auszubremsen" - denn SPÖ und ÖVP hätten bisher nicht einmal gemeinsame Eckpunkte vorgelegt, weil sie nur in interne Klientelpolitik verstrickt seien und großen Reformwillen vermissen ließen. Mit Neuwahlen im heurigen Jahr rechnet sie nicht. Die Koalition werde schon etwas vorlegen - aber es sei zu befürchten, "dass nur herumgemurkst und in kleinen Bereichen heruntergekürzt" werde.

Die Bundesregierung sei "zu schwach", befand der stv. Klubchef Werner Kogler, die Landeshauptleute würden selbst die bescheidensten Ansätze blockieren. Vor allem Kärnten und Niederösterreich sind für Glawischnig die "Problem-Bundesländer" - auch angesichts der hohen Verschuldung -, und Erwin Pröll ist für sie der "Problem-Landeshauptmann".

Fifty-Fifty

Das Grüne Paket setzt sich je zur Hälfte aus höheren Einnahmen und niedrigeren Ausgaben zusammen. Strukturreformen wie Zusammenlegung der 19 Krankenkassen, der Pensionsversicherung und der Schulverwaltung sollen die Ausgaben "um mehrere 100 Millionen" reduzieren, "ohne dass Leistungen gekürzt werden". Außerdem müssten Doppelförderungen abgebaut und die Rechnungshofvorschläge - etwa zu den Wetterdiensten - umgesetzt werden.

Der Abbau von Steuerprivilegien soll mehr Einnahmen und ein gerechtes, ökologisch orientiertes Steuersystem bringen. Privilegien etwa für Agrardiesel, Dienstautos oder Kerosin wollen die Grünen streichen. Bei den Vermögenssteuern forderte Kogler die Halbierung der Stiftungsprivilegien sowie eine Erbschafts- und Schenkungssteuer "mit ganz hohen Freibeträgen".

Zwei Milliarden wollen die Grünen in die Bildung (Kindergärten, Schulen, Unis) und ein "grünes Jobprogramm" nach dem Vorbild Oberösterreichs investieren - und eine Milliarde wollen sie verwenden, um untere und mittlere Einkommen zu entlasten.

Ingelligentes Sparen

Als Beleg, dass "intelligentes Sparen möglich ist", priesen die zwei Regierungsmitglieder Maria Vassilakou (Vizebürgermeisterin in Wien) und Rudi Anschober (Umweltlandesrat in Oberösterreich) Maßnahmen der beiden Länder, in denen die Grünen mitregieren. Beide pochten auf eine Spitalsreform mit Konzentration von Planung und Finanzierung. Vassilakou bekräftigte die Forderung nach einer "Widmungsgewinnabgabe", die weitgehend in die Kassen der Länder fließen sollte. (APA)

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12 Postings
gb12
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Verknappung ist der Motor des Kapitalsimus

Ein dummes Spiel das da mit uns gespielt wird

Freigeistin1
11

Eva Glawischnig will das Sparen revolutionieren: Eine Krankenversicherung für alle, eine Pensionsversicherung für alle. Mit diesen grünen Sparvorschlägen geht sie in die Verhandlungen mit dem Vizekanzler.
Grün?
Diese Systemrevolutionen haben wir doch schon gehört. Und zwar nicht nur einmal. Es waren die gebetsmühlenartig wiederholten Forderungen des grünen Gott-sei-bei uns – Jörg Haider. Übernommen und aufpoliert von H. C. Strache.
Und jetzt ist Frau Glawischnig auf den Haider gekommen.

Weltfremd ?
00
Das ist aber eine der wenigen

vernünftigen Forderungen der Grünen. Alles andere ist eben ungerechtfertig und ungerecht.

Freigeistin1
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Was soll daran vernünftig sein? Vernünftig wäre Vielfalt, Konkurrenz und eine Versicherungspflicht statt einer Pflichtversicherung (wie bei der KFZ Haftpflicht).
Schwer Versicherbare könnten per Gesetz aufgeteilt werden (wie auch bei der KFZ üblich).
Dann würde Konkurrenz herrschen und der Staat müsste sich mehr zurückziehen - was ja wünschenswert für den Bürger wäre.

Weltfremd ?
00
Wenn es keine einheitliche Versicherung geben soll,

dann soll es auch gleich keine Versicherungspflicht geben. Jeder ist seines Glückes Schmied. Doch die heutige Regelung sollte jedenfalls geändert werden und dabei ist der Vorschlag ein Weg in die richtige Richtung, wenn wir für dafür eintreten, dass soziale Sicherheit füe alle geben soll. Übrigens, ich halte auch nichts von Versicherungen, die sich auf bestimmte Gruppen von Versicherten konzentrieren. Der Sinn einer Versicherung ist eben gerade die Unwägbarkeitne rein statistisch auzugleichen. Das wird aber scheinbar von niemandem verstanden, weder in der Pensionsversicherung noch in einer anderen Versicherung, da man häufig genug von Versicherungsbetrügereien hört. So ist auf beiden Seiten ein Wandel der Einstellung notwendig. ...

benutzer0
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na und? ;)

Hard Boiled Wonderland
02
Passt, inhaltliche Diskussion

so wie es sich gehört. Nur bitte, hörts auf mit der polemischen Phrasendrescherei ala "Grüne Rettungsgasse" und "Bremser ausbremsen". Die Bremser gehören nicht ausgebremst - der Staat und seine Finanzen gehören solide und zukunftssicher aufgestellt. Punkt! Genau diese Formulierungen zeigen die typisch österr. "Hauptsache-Hackl-ins-Kreuz" Mentalität. Reicht eh wenn rot-schwarz-blau nix anderes auf die Reihe bekommt.

WilliamvonBaskerville
04
31.1.2012, 15:28
na, geht ja!

Bingo. Die letzten Tage war ja wieder Mal zu befürchten, dass die Grünen sich ihrer ehemaligen Lieblingsbeschäftigung, dem Haltungsnotenverteilen für Parteichefs, hingeben. Offenbar ist aber mittlerweile jene Fraktion in der Mehrheit, die doch lieber echte Politik macht. Bitte nutzt das geistige und politische Vakuum.

Der Busfahrer
00
31.1.2012, 15:21
steuer auf kerosin..

...macht zwar prinzipiell sinn, ist aber im alleingang höchstens ein schlechter witz, da flugzeuge dann eben im ausland betankt werden.
am ehesten trifft man damit die aua, aber die einnahmen daraus kann man gleich zum ams umleiten....

CTRL+ALT+DEL
27
31.1.2012, 15:06

Liebe Vassilakuh: wie wäre es mit einer Pensionsrefor für Wiener Beamte, wenn wir schon vom Sparen reden?

Durchschnittliches Pensionsalter: 57 Jahre
Anpassung der Pensionsbezüge: ab 2042 (Bund: 2028)

Aber den "armen" Wr. Beamten-Ruheständlern kann man ja nix wegnehmen, oder?

Und gleich mit Sparen in einem Atemzug die Umwidmungsabgabe zu nennen ist zynisch (wenngleich die Abgabe auch gerechtfertigt ist).

bratak
12
31.1.2012, 16:30
wer ist in wien nochmal bürgermeister?

welche partei, und seit wann? damn, mir liegts auf der zunge ...

btw., kann mich noch an den wahlchat mit häupl erinnern, wo er auf genau die frage sehr ausweichend reagiert hat:
http://tinyurl.com/7bjwfea

chacun à son gout
10
31.1.2012, 15:29
Probieren Sie Ihren Nick einmal im Selbstversuch - vielleicht hilft's??

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