Boris Podrecca baut Wiener UniCredit-BA-Campus

Martin Putschögl, 31. Jänner 2012, 13:26
  • Boris Podrecca schlägt eine verkehrsfreie Mitte vor, "die sowohl von vier architektonischen Köpfen gehalten als auch durch die Ausprägung der Bodentextur betont wird".
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    rendering: boris podrecca architekten

    Boris Podrecca schlägt eine verkehrsfreie Mitte vor, "die sowohl von vier architektonischen Köpfen gehalten als auch durch die Ausprägung der Bodentextur betont wird".

  • "Das Ideogramm des Projekts schlägt eine großzügige Zusammenfügung von Stadtlandschaft und gebauter Stadt vor. Die Architektur der Arbeitswelt wird in diese Polarität eingebettet und bietet zugleich den Zipp und die Rahmenhandlung beider Sphären", so der Architekt.
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    rendering: boris podrecca architekten

    "Das Ideogramm des Projekts schlägt eine großzügige Zusammenfügung von Stadtlandschaft und gebauter Stadt vor. Die Architektur der Arbeitswelt wird in diese Polarität eingebettet und bietet zugleich den Zipp und die Rahmenhandlung beider Sphären", so der Architekt.

  • Was mit der derzeitigen Bank-Austria-Zentrale in der Schottengasse - im Bild das "Oktogon" - passiert, ist noch unklar.
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    foto: putschögl

    Was mit der derzeitigen Bank-Austria-Zentrale in der Schottengasse - im Bild das "Oktogon" - passiert, ist noch unklar.

Bis 2016 soll das neue Hauptquartier der Bank Austria am Nordbahnhofgelände bezugsfertig sein, der Entwurf verspricht viel frei zugängliches Grün

Der fast 500 Millionen Euro teure "UniCredit Bank Austria Campus" am Wiener Nordbahnhof-Gelände wird von Boris Podrecca Architekten gebaut werden. Der Entwurf des Büros des Roland-Rainer-Schülers setzte sich im städtebaulichen Wettbewerb gegen zwölf weitere Entwürfe teils ebenso renommierter Architekten durch, bis 2016 soll das aus vier Gebäudeblöcken bestehende Bauvorhaben nun umgesetzt werden. Der Baubeginn wird für das zweiten Quartal 2013 angepeilt, BA-Chef Willibald Cernko zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, dass alle Genehmigungen bis dahin erledigt sind. 

Der neu entstehende Gebäudekomplex mit einer Bruttogeschoßfläche von rund 200.000 Quadratmeter wird teilweise von der Bank als neuer Konzernsitz genutzt werden, der Rest wird anderen Investoren bzw. Nutzern zur Verfügung gestellt. Unter anderem sollen ein Hotel mit 200 Zimmern, Betriebsrestaurants und -kindergärten, ein betriebsärztliches Zentrum und Geschäfte zur Nahversorgung entstehen.

Visuelle Kommunikation

Podreccas Entwurf beruht auf der Grundidee einer "Parallelität von Urbanität und Landschaft". In den Innenhöfen der Objekte werden frei zugängliche Grüngärten geschaffen, die "visuell miteinander kommunizieren", wie der Architekt erklärte. Somit sollen auch die angrenzenden Parkanlagen - etwa der nahe Rudolf-Bednar-Park - an das Planungsgebiet angebunden werden.

Begrenzt wird das Projektgebiet - die Bank Austria hatte fünf Baufelder von der ÖBB übernommen - im Osten durch Gewerbebauten entlang der Lassallestraße, im Süden durch die S-Bahn-Trasse der ÖBB und im Norden und Westen durch Baufelder auf dem Gebiet des ehemaligen Nordbahnhofs. Öffentliche Verkehrsanbindung ist durch die Nähe zum Praterstern mit zwei U-Bahn-Linien und die Züge der ÖBB gegeben. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne), die bei der Präsentation ebenfalls anwesend war, wies im Gespräch mit derStandard.at. außerdem auf die existierenden Pläne bezüglich der Straßenbahnlinie O hin. Diese soll ab 2015 vom Praterstern durch das neue erschlossene Gebiet bis zum Friedrich-Engels-Platz verlängert werden.

"Klares Bekenntnis zum Standort Wien"

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man in Zeiten wie diesen derartige Projekte in Bewegung setzt. Für uns ist es ganz klar ein Bekenntnis zum Standort Wien", sagte Cernko, der auch gestand: "Vor 15 oder 20 Jahren hätten wir unseren Mitarbeitern einen Standort außerhalb des ersten Bezirks noch nicht 'zumuten' können. Das hat sich heute gründlich gewandelt."

Schon jetzt verfügt die Bank Austria an der angrenzenden Lassallestraße über große Bürogebäude mit 3000 Arbeitsplätzen. Auf den neuen Bauplätzen werden bis zu 9000 weitere Arbeitsplätze entstehen, kündigte Cernko an. Für Vassilakou ist das Projekt "sehr wesentlich zur Belebung des Nordbahnhofs".

Standort Schottengasse könnte verkauft werden

Mit der Inbetriebnahme des Komplexes wird der bisherige Bank-Austria-Standort Julius-Tandler-Platz im neunten Bezirk Geschichte sein. Offen ist hingegen noch, was mit der derzeitigen Zentrale in der Schottengasse passiert. Laut Cernko ist vorerst noch keine Entscheidung gefallen, ob man das Haus behalten oder verkaufen wird. Falls es abgegeben werde, wolle man sich dabei die Nachnutzung aber genau ansehen. Denn man trage Verantwortung für diesen sehr markanten Punkt der Stadt, betonte Cernko. Das repräsentative Gebäude mit dem imposanten "Oktogon" im Zentrum, wo am Dienstag auch die Pressekonferenz stattfand, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und beherbergte über mehrere Jahrzehnte die Zentrale der Creditanstalt-Bankverein. (map, derStandard.at, 31.1.2012)

So ändern sich die Zeiten...

Vor Jahren hätten die Grünen die Umweltverträglichkeit eines solchen Großbauprojektes überprüft und womöglich dagegen demonstriert.

Ich nehme Wetten an:

Ein Bauunternehmer erwirbt die Immobilie und dann wird es auf einmal im Zuge der Umbauarbeiten am denkmalgeschützten Gebäude brennen?

das gleiche hab ich mir auch gerade gedacht...

und nicht nur beim innenstadt-palais, sondern ganz besonders beim franz josefs bahnhof...

warmabtragungen haben in wien leider tradition, siehe die vergangene brauerei liesing, sophiensäle, jetzt halt am hof...

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