Staatsanleihen

Entspannung bei Italiens und Spaniens Bonds

31. Jänner 2012, 13:01

Während die portugiesische Verzinsung sich in Richtung Griechenland bewegt gibt es bei bei Italiens und Spaniens Schuldentiteln Entspannung

Wien - Zweigeteilt ist zur Zeit der Markt bei europäischen Staatsanleihen: Während die portugiesischen Staatsanleihen in den vergangenen Tagen massiv angestiegen sind, sind die Renditen bei den für die europäische Finanzstabilität als wichtig angesehenen Staatsanleihen weiter zurückgegangen. Erste-Analystin Gudrun Egger sieht die Entwicklung bei den italienischen und spanischen Schuldtiteln als Teil eines Trends: "die Entwicklung ist schwer zu interpretieren, offenbar trauen sich die Anleger aber wieder in etwas risikoreichere Anlagen", sagte sie am Dienstag auf APA-Anfrage. Darauf deuteten auch die seit Dezember wieder besser laufenden Aktienmärkte und die Nachfrage nach hochverzinslichen Unternehmensanleihen hin.

Gleiches gelte wohl auch für die italienischen und spanischen Bonds. Dass die langfristige Refinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Dezember (knapp 500 Mrd. Euro Volumen) den spanischen und italienischen Anleihen geholfen habe, gelte vielleicht für die kurzfristigeren Laufzeiten, "bei den zehnjährigen kann ich das nicht bestätigen".

Während die griechischen Anleihen (1 Jahr) bei über 450 Prozent kaum noch steigen können, sind die portugiesischen Schuldtitel zuletzt in die Höhe geschossen. Die zehnjährigen Papiere stiegen am Dienstag auf über 18 Prozent, bevor es am späten Vormittag zu einer heftigen Gegenbewegung kam. Die Renditen der italienischen zehnjährigen Bonds sanken in den letzten drei Wochen von mehr als 7 auf heute 6 Prozent, bei den spanischen Papieren ging die Verzinsung gar von 6,7 auf nun 5 Prozent zurück.(APA)

Walter Bimini
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das kostet der ezb sicher wieder milliarden

Walter Bimini
00
tsa tsa

das kostet die ezb wieder milliarden

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
02
31.1.2012, 17:36

"Während die portugiesischen Staatsanleihen in den vergangenen Tagen massiv angestiegen sind"

"Die zehnjährigen Papiere stiegen am Dienstag auf über 18 Prozent"

Gestiegen ist also die Rendite. Wenn die Rendite steigt, sinkt der Preis der Anleihen.

Da haben die Genies von der APA wieder kräftig zugeschlagen.

Alexander M. Swoboda
11
31.1.2012, 14:13
Einfache Erklärung

GR und POR sind auch kurzfristig kaum zu retten - daher gehen die Spreads rauf.

I und E werden mit den derzeitgen Maßnahmen noch länger am Leben gehalten werden können. Unklar, ob es langfristig reicht, aber die Märkte glauben, dass es zumindest 2-3 Jahre gut geht und die Banken die 3 Jahresgelder in Staatsanleihen stecken.

Michael Seeber
04
31.1.2012, 14:53

die krux mit einfachen erklärungen ist, dass sie meistens nicht stimmen: ZEHNjährige anleihen-spreads gehen nach unten, nicht nur die kurzfristigen. nachdem die anleihen sehr viel von versicherungen und pensionsfonds gekauft werden, die diese dann als held to maturity bilanzieren, wird hier auch nicht auf spekulationsgewinne geschielt. es ist tatsächlich ein - wenn auch mit vorsicht zu genießendes - zeichen der entspannung.

Alexander M. Swoboda
00
31.1.2012, 16:26

Deswegen schreibe ich "unklar" - es gibt Investoren die es glauben und andere die nicht (dazu gehöre ich) - daher schwanken die Spreads (auf relativ hohem Niveau).

Es hat sich zudem die Chance erhöht, dass die EZB die Schulden weginflationiert - das würde zwar auch einen realen Verlust bedeuten, wäre für z.B. Versicherungen aber leichter verkraftbar, da auch deren Verbindlichkeiten nicht in gleichem Ausmaß mitwachsen würden.

Trotzdem richtig, dass das die Erklärung stark simpliziert ist :-)

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