Alkoholisierter 28-Jähriger feuerte auf Ruine Rauheneck fast 100 Patronen ab - Karabiner sichergestellt, Führerschein weg
Baden - Nächtliche Schießübungen haben am Dienstag für einen umfangreichen Polizeieinsatz in Baden bei Wien gesorgt. Ein alkoholisierter 28-Jähriger aus der Kurstadt hatte nach Angaben der Stadtpolizei auf der Ruine Rauheneck fast 100 Patronen abgefeuert. Der von ihm verwendete Karabiner K11 wurde sichergestellt. Weil sich der Mann mit umgerechnet zwei Promille ans Steuer seines Autos gesetzt hatte, wurde er auch den Führerschein los.
Gegen 0.30 Uhr hatte zunächst eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, Schüsse am Eingang zum Helenental vernommen. Sie verständigte die Stadtpolizei. Kurz danach meldeten sich weitere Anrufer, die von "Böllerschüssen" sprachen. Die Besatzung einer Funkstreife stellte wenig später fest, dass es sich um Schüsse aus einer Faustfeuer- oder Langwaffe handelte, die aus Richtung der Ruine Rauheneck kamen.
Am Weilburgplatz in unmittelbarer Nähe des Aufganges zur Ruine fiel den Beamten ein abgestellter Pkw auf. Das Fahrzeug blieb unter Beobachtung von Uniformierten. Weitere Streifenbesatzungen der Bundes- und Stadtpolizei nahmen im Bereich des Waldgebietes um die Ruine Aufstellung.
Das Auto wurde schließlich gegen 2.30 Uhr in der Weilburgstraße angehalten. Es wurde von einem 28-jährigen Badener gelenkt, am Beifahrersitz hatte ein Mann (31) aus Alland Platz genommen. Bei der Fahrzeugkontrolle fanden die Beamten einen Karabiner K11.
Bei der Einvernahme am Stadtpolizeiamt gab der Kfz-Lenker zu, die Schüsse von der Ruine Rauheneck abgegeben zu haben. Er will vom Turm aus senkrecht in die Luft gefeuert heben. Das Gewehr habe er im November in Baden gekauft, in einem anderen Waffengeschäft Bestandteile für die Fertigung von Munition erstanden. Die Patronen, von denen am Dienstag an die 100 abgefeuert wurden, seien selbst hergestellt.
Der Karabiner und ebenfalls beschlagnahmte Munition wurden wie der Führerschein des Beschuldigten der BH Baden übergeben. Den 28-Jährigen erwartet außerdem eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. (APA)