Evakuierung: Neue Vorwürfe gegen Kapitän

31. Jänner 2012, 11:27

Nach Angaben des Bordarztes Gianluca Marino Cosentino kam es wegen Schettinos Verhalten zu gravierenden Verzögerungen bei der Evakuierung

Rom - Gegen den Kapitän der am 13. Jänner vor der toskanischen Küste verunglückten "Costa Concordia" sind am Dienstag neue Vorwürfe bekannt geworden. Nach Angaben des Bordarztes Gianluca Marino Cosentino kam es wegen Francesco Schettinos Verhalten zu gravierenden Verzögerungen bei der Evakuierung. "Das Besatzungspersonal war schon eine halbe Stunde lang zur kompletten Evakuierung bereit, bevor per Lautsprecher der Befehl zum Verlassen des Schiffes kam", so Cosentino im Interview mit der neapolitanischen Tageszeitung "Il Mattino" (Dienstag-Ausgabe). Der Evakuierungsbefehl war seiner Ansicht nach nicht vom Kapitän gegeben worden. "Es war zu 90 Prozent nicht seine Stimme", so Cosentino.

In der Nacht nach der Havarie sei ihm der Kapitän geschockt und nicht bei sich vorgekommen. Er sei keineswegs seinen Koordinierungspflichten an Bord nachgekommen, so der Bordarzt. "Ich war sehr überrascht, als ich nach Mitternacht Schettino ohne Uniform auf der Insel Giglio gesehen habe", so Cosentino.

Aus Livorno traf unterdessen ein Schiff ein, das den Müll aufnehmen soll, der von der "Costa Concordia" ins Meer geschwemmt wurde. Noch unklar ist, ob am Dienstag die Suche nach Vermissten fortgesetzt werden soll. Die Zahl der geborgenen Toten stieg am Sonntag auf 17. Die "Costa Concordia" hatte mehr als 4.200 Menschen an Bord, als sie vor mehr als zwei Wochen vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen fuhr. Das Schiff kippte zur Seite und ging teilweise unter. Auch 77 Österreicher befanden sich an Bord. (APA)

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11 Postings
Ohne Uniform ???

Es hat mich vom anfang an gewundert, dass der kapitaen nicht in uniform auf den photos zu sehen war. Das ist voellig unueblich, vor allem da er auf der bruecke war um sein schiff haendisch zu steuern. Irgend etwas stimmt da nicht !
Wenn der evakuierungsbefehl gegeben wird, hat sich der der ihn per lautsprecherdurchsage gibt, auch zu identifizieren bevor derf befehl gegeben wird. " This is the captain speaking... " , oder " this is the first officer speaking... ".

Die Meldungen waren genauso chaotisch

wie der ganze Ablauf. Angeblich hat es wegen der Schockstarre des Kapitäns eine Art Meuterei auf der Brücke gegeben und ein anwesender schiffsfremder Kapitän hat den Evakuierungsbefehl gegeben.

Die geruechte werden immer hoeher in den himmel wachsen. Ein schiffsfremder kapitaen kann keinen evakuierungsbefehl geben, da er keine befehlsgewalt ueber das schiff hat da er ja auch nicht auf der schiffsrolle eingetragen ist.
Der war wahrscheinlich auf einladung des kapitaens auf der bruecke um das verneigungsmanoever mitzuerleben, aber das war auch schon alles.
Der befehl koennte nur vom 1. offizier sein, da der der einzige an bord ist der auch ein kapitaenspatent " grosse fahrt " besitzt und seerechtlich der einzige ist der den kapitaen vertreten kann.

Es war eben eine sehr schwierige Lage

für die Crew und keiner wollte gegen den Kaptän entscheiden, und anscheinend hat das dann dieser Gast gemacht.
1. und 2. Off. haben sich gemeinsam mit dem Käpt in Sicherheit gebracht, hat er selbst in diesem skurilen Telefonat mit dem Chef in Livorno gesagt.

Ganz schlimme Bilder vom Kapitän

nach der Kollision!

http://www.youtube.com/watch?v=8jJCh-7PMVo

einfach grauslich!

Resi

Oisdann, DI hol i ned mitm Traktor oh.

He, ein (1) Schuldiger!! Wie praktisch.

Das passt zum Bericht des Bordpfarrers (Corriere)

"Schettino war verzweifelt, hat geweint und um ein Wunder gebetet." Der war einfach nicht Herr der Lage in seinem Schock.

Sollte das wirklich stimmen...

dann wurde der falsche mann mit den aufgaben der schiffsfuehrung beuauftragt. Er wird ja dafuer bezahlt in allen notlagen seinen kopf zu bewahren und entschluesse zu fassen und nicht einen " hysterischen " anfall zu bekommen der leider vielen das leben gekostet hat.
Sein eigenartiges verhalten ist auch darin zu sehen, dass er seine mutter angerufen hatte und dass er die frechheit besessen hatte im hotel um ein paar trockene socken zu bitten ( CNN + FOX NEWS der letzten woche ).
Der falsche mann, am falschen platz , zur falschen zeit. UJnd so wie ich die amis kednne, werfden die auch daraus der reederei einen verdienten strick drehen bei den wiedergutmachungsverhandlungen.

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Wenns brenzlig wird, macht er sich aus dem Staub - hierzulande wird so einer Bundespräsident.

man geht in eine "sitzung".

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