Eisfrei in die Lüfte

Mit Spritzen und Lampen gegen den Frost

Ansichtssache | 31. Jänner 2012, 14:34

Frostige Tage stehen bevor. Für die Flughäfen bedeutet das, die Enteisungsgeräte auszupacken und im Minutentakt die Flugzeuge startklar zu machen

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foto: apa

Meteorologen sagen frostige Tage voraus. Für Flugpassagiere bedeutet das, dass sie mit Verzögerungen rechnen müssen, denn die Maschinen müssen vor dem Start enteist werden. Vor allem bei Nachtflügen ist das ein beeindruckendes Schauspiel, Dampfwolken hüllen die Maschinen in einen unheimlichen Nebel und die Scheinwerfer der Enteisungsmaschinen leuchten in den Passagierraum.

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foto: apa

Um Schnee und Eis von allen wichtigen Bestandteilen wie Tragflächen und Leitwerk zu entfernen, werden die Maschinen vor dem Start einer Prozedur unterzogen, die je nach Größe des Flugzeugs mindestens zehn Minuten in Anspruch nimmt. Zwangsläufig bilden sich Warteschlangen, Verspätungen sind die Folge.

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foto: apa

Bei der Enteisung werden Flüssigkeiten aus ferngesteuerten Düsen auf das Flugzeug aufgetragen. Lkws karren die Enteiserchemie zu den Maschinen, dann wird die Flüssigkeit auf alle wichtigen Teile gesprüht. Die Passagiere können sich das Spektakel vom Sitz aus ansehen.

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foto: apa

Es gibt zwei Arten der Enteisung. Das De-Icing dient der Befreiung des Flugzeugs von Eis, Schnee und Matsch. Beim Anti-Icing wird eine Schutzschicht aufgetragen, die einer neuerlichen Vereisung der Maschine entgegenwirkt. Welche Variante angewendet wird, entscheidet der Pilot.

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foto: reuters/michaela rehle

Je nach Witterungsverhältnissen werden verschiedene Enteisungsflüssigkeiten aufgetragen. Es gibt vier Flüssigkeitstypen, jede besteht aus Wasser, Glykol und Verdickern.

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foto: ap photo / bjoern sigurdsoen, scanpix

Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit der Enteisung mit Infrarotstrahlen. Dabei werden die Maschinen in einer Halle mit Infrarotlampen vom Eis befreit.

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foto: reuters/michaela rehle

Die Menge der verbrauchten Flüssigkeit richtet sich nach der Flugzeuggröße. Pro Quadratmeter Flugzeugoberfläche kommt ein Liter Enteisungsmittel zum Einsatz. Am Flughafen Frankfurt sind rund eine Million Liter gelagert, in der Hochsaison reicht das für vier Tage. Im Flug enteist sich das Flugzeug quasi selbstständig durch die Abwärme der Triebwerke, die alle relevanten Teile eisfrei hält. (ham/derStandard.at/31.1.2012)

carbonara
00
Schon ´mal daran gedacht ?

Wäre es denkbar, die Oberflächen so zu modifizieren, dass sich kein Eis darauf absetzt ?

Stichwort: Lotuseffekt

http://de.wikipedia.org/wiki/Lotuseffekt

Patent, Patent !!

groover
11
31.1.2012, 14:48

...die frage der umweltbelastung durch die enteisungsmittel wäre auch zumindest einen nebensatz wert gewesen finde ich...

Das Zapferl
01
31.1.2012, 15:37

Alle De-icing Fluids sind biologisch abbaubar und werden außerdem von den De-icing Pads regelmäßig abgesaugt, gesammelt und entsorgt.

acca acca
00
31.1.2012, 14:45

"Welche Variante angewendet wird, entscheidet der Pilot"

Schätze mal wenn Schnee und Matsch am Flieger sind wird es das De-Icing werden, sonst das Anti-Icing.

Oder auch beides, wie die Gold Wäsche in der Waschstraße.

Das Zapferl
01
31.1.2012, 15:46

De-icing ist immer der 1. Schritt. Bei Niederschlag kommt noch Anti-icing als 2. Schritt hinzu.

Das Zapferl
02
31.1.2012, 15:44

Am Flugzeug befindlicher Frost, Schnee und Eis werden mittels geheiztem - meistens Type I - Fluid entfernt.
Wenn es darüber hinaus auch Niederschlag gibt (Regen, Schnee, Hagel, Nebel) müssen die Oberflächen vor einer neuerlichen Kontamination mit einer weiteren Schicht - meistens Type II oder Type IV - geschützt werden. Wie lange dieser Schutz anhält (Hold Over Time - HOT) ist von der Art und Intensität des Niederschlags, der Temperatur und dem Mischungsverhältnis des Fluids abhängig.

Andy82
 
00
31.1.2012, 15:03

jep. nummer 8 mit felgen

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