Europas Börsen schließen einheitlich stärker

1. Februar 2012, 18:39
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Wien - Die europäischen Leitbörsen schlossen am Mittwoch mit klaren Kursgewinnen. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 54,13 Einheiten oder 2,24 Prozent auf 2.470,79 Zähler. Im Wesentlichen dürften gut aufgenommene Konjunkturdaten für den Auftrieb zum Monatsauftakt gesorgt haben, hieß es. Bereits in der Früh hatte der eindeutig robuster als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindex für China ein positives Sentiment beschert und die Hoffnung geschürt, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt könnte sich den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise entziehen.

Darüber hinaus kursierten Gerüchte über eine baldige Einigung um einen Schuldenschnitt für Griechenland am Markt. Im Verlauf bestärkte sich die positive Stimmung unter anderem durch eine erfolgreich verlaufene Auktion portugiesischer kurzlaufender Staatsanleihen. Nach den jüngsten Turbulenzen waren diese besonders kritisch beäugt worden.

Aktuelle US-Konjunkturdaten waren zwar hinter den Erwartungen geblieben, konnten aber die Grundstimmung nicht sonderlich trüben. Die Arbeitsmarktzahlen des privaten ADP-Instituts aus den USA sorgten für etwas Enttäuschung, Experten verwiesen allerdings darauf, dass der Report ein klares Stellenplus für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag andeute. Auch der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist gestiegen. Der Zuwachs liegt auch hier etwas unter den Erwartungen, unterm Strich hat die US-Industrie im Jänner aber Fahrt aufgenommen.

In einem europäischen Branchenvergleich zeigten sich Bankenwerte an der Spitze. Der Rohstoffsektor und die Autobranche folgten dicht dahinter. Societe Generale schlossen als bester Wert im Euro-Stoxx-50 mit einem Kursprung von knapp sechs Prozent auf 21,57 Euro. Intesa SanPaolo rückten um ebenfalls beträchtliche 5,55 Prozent auf 1,54 Euro vor.

Zu den wenigen Verlierern zählten unterdessen Repsol mit einem Minus von 0,52 Prozent auf 20,89 Euro und auch Enel verabschiedeten sich 0,06 Prozent tiefer bei 3,12 Euro. Enel gehört zu den europäischen Versorgern mit der höchsten Schuldenlast. Der Schuldenstand des Unternehmens lag zum Jahresende bei 44,6 Mrd. Euro, nach 44,9 Mrd. Euro Ende 2010. Eine Zwischendividende für das Jahr 2012 schloss Enel aus. Der größte italienische Versorger hat im abgelaufenen Jahr mehr verdient als von Analysten erwartet.

Scania verbesserten sich in Stockholm um 0,68 Prozent auf 118 Schwedische Kronen. Nach überraschend schlechten Geschäften zum Jahresende 2011 schwenkt der schwedische Lastwagenbauer endgültig auf Krisenkurs ein. Scania setzt fast doppelt so viele Zeitarbeiter auf die Straße wie zuvor angekündigt. Zudem drosselt das Unternehmen die Produktion weiter, verschiebt Investitionen und spart Kosten.

Q-Cells schossen knapp 40 Prozent auf 0,465 Euro nach oben. Der angeschlagene deutsche Solarkonzern will mit einem radikalen Schulden- und Kapitalschnitt einen Neuanfang versuchen. Ziel sei es, dass die Anleihenbesitzer künftig als Eigentümer einsteigen und dann 95 Prozent des Unternehmens halten. Nachdem die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York erwartungsgemäß geplatzt ist, schlossen Deutsche Börse-Anteilsscheine 1,07 Prozent fester bei 45,48 Euro. Die EU-Kommission legte am heutigen Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext zum weltgrößten Börsenbetreiber ein. (APA)

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