Empörung nach Berichten über Foxconn-Produktion
US-Medienberichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen beim chinesischen Zulieferer Foxconn werden für Apple zu einem wachsenden Imageproblem, das in Boykottaufrufe münden könnte. Apple ist einer der größten Kunden von Foxconn, das weltweit rund 40 Prozent aller Elektronikgeräte zusammenbaut. Von Amazon, Dell, Hewlett-Packard, Motorola, Nokia und Samsung bis zu Sony lässt fast die gesamte Industrie bei Foxconn fertigen.
Cook zornig
Unter dem Titel "Menschliche Kosten bei iPad eingebaut" berichtete darüber die New York Times. Apple selbst hat ungewohnt rasch reagiert; schon früher hat der Konzern eine Liste seiner Lieferanten und Arbeitsprobleme veröffentlicht. CEO Tim Cook erklärte, "zornig" darüber zu sein, dass Apple unterstellt werde, Unfälle und Gesundheitsprobleme absichtlich in Kauf zu nehmen: "Jeder Unfall und alle Probleme bei Arbeitsbedingungen sind besorgniserregend. Jede Unterstellung, dass uns das egal sei, ist falsch und beleidigend für uns." Darum sei Apple auch der Fair Labor Association beigetreten, die weltweit für die Durchsetzung fairer Arbeitsrechte eintritt.
Boycott
Dennoch könnte Apple ein Boykott drohen: Kolumnisten von der Los Angeles Times bis zu Forbes werfen die Frage auf, ob Konsumenten nicht dadurch Druck ausüben sollten. (red/DER STANDARD Printausgabe, 31. Jänner 2012)