Mitarbeiter des verstorbenen Diktators für Mord an Abiolas Ehefrau verantwortlich gemacht
Lagos - Ein nigerianisches Gericht hat am Montag einen engen
Mitarbeiter des verstorbenen Militärdiktators Sani Abacha wegen Mordes zum Tod
verurteilt. Hamza al-Mustapha war laut dem Urteil für den Mord an der Ehefrau
des Wahlsiegers Moshood Abiola 1996 verantwortlich. Seit dem Ende der Herrschaft
Abachas durch dessen plötzlichen Tod 1998 saß Mustapha in Haft. Das
Berufungsgericht verurteilte ihn nun zum Tod durch den Strang.
General Sani Abacha hatte 1993 durch einen blutigen Putsch die Macht
übernommen. Er hatte demokratische Präsidentenwahlen in dem
bevölkerungsreichsten afrikanischen Land annulliert und den Wahlsieger Abiola
ins Gefängnis geworfen. Tausende Gegner der Diktatur wurden ins Exil getrieben,
wie der Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka. Nach dem Justizmord an dem
Dichter Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter für die Rechte des
Ogoni-Volkes im Jahr 1995 war Nigerias Mitgliedschaft im Commonwealth
vorübergehend suspendiert worden.
Bis zu seinem Tod unterschlugen der Diktator und sein Clan geschätzte 2,2
Mrd. Dollar und brachten die Gelder außer Landes. Inzwischen wurde ein Großteil
der auf Schweizer Konten geparkten Gelder an Nigeria zurückerstattet. (APA/sda)