Regierung entschädigt Opfer der Neonazi-Zelle

30. Jänner 2012, 19:33

Geplante Flucht nach Südafrika an Veto von Beate Z. gescheitert

Berlin - Die deutsche Regierung hat mit der Entschädigung von Opfern der rechtsterroristischen Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) begonnen. Es lägen bereits "sehr viele Anträge" von Geschädigten der NSU vor, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums am Montag in Berlin. Es seien "auch schon Opfer entschädigt worden".

Das Geld stamme aus einem Fonds des Ministeriums für Opfer rechter Gewalt, die gezahlten Pauschalsummen lägen im Bereich von 5.000 bis 10.000 Euro. Die Gelder würden unbürokratisch ausgezahlt, ohne dass die Opfer im einzelnen die Details des erlittenen Schadens nachweisen müssten. Zur Zahl der entschädigten NSU-Opfer wollte die Sprecherin keine Angaben machen.

Flucht nach Südafrika

Eine bereits geplante Flucht der Zwickauer Neonazi-Zelle nach Südafrika ist vor gut zehn Jahren am Veto der mutmaßlichen Terroristin Beate Z. gescheitert, wurde unterdessen aus einem Zeitungsbericht bekannt. Z. wollte im Gegensatz zu ihren Gesinnungsgenossen Uwe B. und Uwe M. offenbar nicht weg aus Deutschland, wie die "Welt" vom Montag unter Berufung auf einen Ermittler berichtete. Diese Darstellung wird laut dem Bericht durch eine geheime Dokumentation gedeckt, in der die deutschen Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern ihr früheres Wissen über die Terrorzelle zusammentrugen.

Das 24-seitige Papier enthält demnach die Aussage eines V-Manns (Kontaktmann des Verfassungsschutzes, Anm.) aus der rechten Szene, der im April 2001 über "Unterbringungsmöglichkeiten in Südafrika" berichtete. "Während B. und M. mit dem Ziel einverstanden seien und dies auch als Daueraufenthaltsort anstrebten, beabsichtige Z., die nicht ins Ausland wolle, sich nach der Abreise der beiden den Behörden zu stellen", heißt es laut "Welt" in der Dokumentation, die der Zeitung nach deren Angaben vorliegt.

B., M. und Z. seien offenbar zu keinem Zeitpunkt ins Ausland gegangen, um sich der Verfolgung zu entziehen, berichtete die Zeitung weiter. Längere Aufenthalte in Bulgarien, Tschechien, Ungarn oder Belgien, über die immer wieder spekuliert worden war, halten die Ermittler inzwischen für nahezu ausgeschlossen. Vielmehr gehen die Behörden demnach davon aus, dass die Rechtsextremisten seit ihrem Untertauchen 1998 bis zum Auffliegen der Zelle im vergangenen Jahr ununterbrochen über Wohnungen in Sachsen verfügten.

Die jahrelang unentdeckt gebliebene Zwickauer Terrorzelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. (APA)

Fritz Meyer
00
31.1.2012, 08:54
5000-10000 Euro

Und eine Entschuldigung wird's bestimmt auch nicht geben.

Erwin Wolfram
00
30.1.2012, 20:38
uebersetzung

die zivilgesellschaft zahlt fuer die uebergriffe der polizei, war im nationalsozialismus auch so.

AlBundyFan
 
00
31.1.2012, 08:57
ich bin mir nich ganz sicher

aber gehts hier nicht um die typen die mehrere bomben gelegt haben - und du glaubst wirklich, daß diese bomben von der polizei gelegt wurden und nicht von den neonazis?

Niemand & Keiner
01
31.1.2012, 09:50

Ich bin der Meinung, daß da ne menge daran nicht so ist wie es uns erzählt wird.

senfspender
10
31.1.2012, 15:14
Deine "Meinung" interessiert niemand...

...was zählt sind Beweise und keine vorurteilsbedingten Verschwörungstheorien

Fritz Meyer
00
31.1.2012, 09:14
Wenn eine Polizei Extremisten nicht nur kennt...

sondern auch noch duldet und fördert, dann ist das definitiv eine eklatante Verletzung der Pflichten.

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