Grundwehrdienst

Befehl zum Abmarsch

Kommentar | Nina Weißensteiner, 30. Jänner 2012, 19:07

Mit Recht will der Verteidigungsminister zunächst die Systemerhalter abbauen und endlich die Wehrpflicht abschaffen

Monatelang niedrige Dienste für höhere Militärs: Oft genug mutiert die Ausbildung an der Waffe später zu einem simplen Handlangerjob. Da werden Grundwehrdiener in den Heeresgroßküchen zum Tellerschrubben vergattert, in den Amtsstuben mit lästigem Bürokram eingedeckt oder in den tarnfarbenen Fahrzeugen als Chauffeure benutzt.

Bei diesen Aussichten kein Wunder, dass dem Bundesheer die jungen Männer abhandenkommen. Nicht nur wegen der geburtenschwachen Jahrgänge, nein, immer mehr Taugliche ziehen es vor, statt des Wehrdienstes unter Dauerbefehlston lieber Zivildienst im Sozialwesen oder bei den Blaulichtorganisationen abzuleisten - und zwar ganze neun Monate lang statt sechs, wohlgemerkt.

Mit Recht will der Verteidigungsminister zunächst die Systemerhalter im Heeresbetrieb abbauen und dann endlich die Wehrpflicht abschaffen - auch wenn sich über sein politisches Vorgehen bekanntlich trefflich streiten lässt.

Auch 21 von 27 EU-Staaten haben die Sinnlosigkeit des Einziehens von meist widerwilligen Volljährigen längst erkannt - und setzen nur mehr auf freiwillige Berufs- und Zeitsoldaten. Doch die ÖVP denkt angesichts der schrumpfenden Zahl an Rekruten lieber daran, Untaugliche mit Drohgebärden gefügig zu machen. Stur hält sie an der Wehrpflicht fest - aber wohl nur zu einem einzigen Zweck: dass sie damit Darabos' Mission scheitern lassen kann. (DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 69
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Lt K.....
13
27.3.2012, 06:59
Seien wir uns ehrlich:

Jene, die die Wehrpflicht abschaffen wollen, wollen dies nicht, weil sie unbedingt ein Berufsheer befürworten, sondern weil sie das Bundesheer abzuschaffen versuchen.

Lazarus Long
14
Liebe Frau Weissensteiner,

dass einzige was die 21 EU-Staaten erkannt haben ist, dass die Einführung der Berufsarmee ein schwerer, nur kaum mehr umzukehrender Fehler war.

Nur weil 21 schon von der Brücke gesprugen sind bedeutet es noch lange nicht das man den selben Fehler auch machen muss. Und das die Einführung einer Berufsarmee ein schwerer Fehler ist, sieht jeder der die Erfahungen der Länder, die diesen Fehler bereits gemacht haben objekiv betrachtet.

rari
11
31.1.2012, 18:58
lupenreine Verfassung ?

Die allgemeine Wehrpflicht trägt nicht gerade zur Effizienzsteigerung Österreichs bei, aber wie gross die Gefahr ist, daß igendeine radikale Führung ein Berufsheer für seine Zwecke mißbrauchen kann, sollte (verfassungs)rechtlich geprüft und hundertprozentig zu verhindern sein.

Dir. E. Glukos
40
31.1.2012, 18:23
NUR mehr 3 EU Länder haben WEHRPFLICHT !

Griechenland - im ewigen Konflikt mit dem Nachbarn TR
Finnland - ewiges Kriegstrauma mit Nachbarn RU
und
Österreich - ewig rückständiges Völklein, umringt von lauter befreundeten EU-Ländern, die alle die Wehrpflicht längst abgeschafft haben !

UND - VIELE LÄNDER der 2-ten und 3-ten WELT haben die Wehrpflicht ABGESCHAFFT, zb. Saudi-Arabien, Oman, Jemen, Indien, Pakistan, Nepal, und, und, und ....

http://upload.wikimedia.org/wikipedia... _world.svg

.
.

Eigentlich ohne Worte und es ist schon Schande, dass wir überhaupt noch darüber diskutieren, noch dazu mit Geistes-Kindern, die Profiteure der Zwangsarbeit sind ....

supermike
13
31.1.2012, 18:02
Was Darabos aber vergisst

kommt es wirklich mal zu einem Krieg, ist nur ein Teil der Soldaten an der Front.
Man braucht auch Fahrer, Waffenmeister, Köche, Sanitäter, Pioniere etc und die werden dann nicht von heut auf morgen wie die Schwammerl aus dem Boden wachsen.
Eine Armee aus lauter Häuptlingen kann nicht funktionieren. Man braucht auch Indianer und freiwillig melden sich nicht so viele zum Indianerdienst wie Darabos sich das vorstellt. Derzeit hat er Glück, dass man von den 20.000 GWD`s pro Jahr welche für den EF Dienst oder Auslandseinsätze begeistern kann.
Später wird er nur mehr Leute finden die sonst keine Berufsperspektiven haben...

Dir. E. Glukos
40
31.1.2012, 18:29
BERUFSHEERE funktionieren und BEGEISTERN !

Sie verbreiten permanent Unwahrheiten und vorgefertigte Unsinns-Textbausteine.

Sie sind wohl einer der Profiteure jener Zwangsarbeits-Form, die in der Zentral-EU mittlerweile EINZIGARTIG geworden ist !

Ich sprech es mal ganz offen aus, PFUI über sie und ihresgleichen.

Der größte Unsinn in ihrem Kommentar ist die nicht verifizierbare Behauptung, "später würden nur Leute ohne Berufsperspektiven gefunden werden" - außer zum Verhetzen von Leuten taugt die Aussage nichts, denn das Gegenteil ist bereits der Fall.
Das Bundesheer hat aktuell mehr als 1.000 BERUFS-SOLDATEN aktiv an der WAFFE, mein kleiner Unwahrheiten-Verbreiter.
Alles Leute, die dies als Beruf und Berufung sehen !
Sie treten diese Menschen mit den Füssen, sie !

Wolfgang Pimminger
 
00
"BERUFSHEERE funktionieren und BEGEISTERN"

Darüber können Sie - als Berufssoldat - sicherlich aus erster Hand berichten, oder? Oder doch nicht?

Zweifellos gibt es Menschen, für die der Beruf des Soldaten die Erfüllung ihrer Träume darstellt. Hubschrauber- und Eurofighterpiloten gehören mit Sicherheit zu dieser Kategorie.

Ebenso gibt es zweifellos Menschen, die zum Heer gegangen sind, in der Aussicht eine ruhige Kugel zu schieben.

Aber ebenso wie bei der Polizei, ist die Anzahl jener, für die der Soldatenberuf erstrebenswert ist, sehr begrenzt, das gilt vor allem für die Stoppelhopser. Und wenn's dann mit dem Nachwuchs nicht so recht klappt, werden ganz schnell die Anforderungen reduziert. Zu sehen beispielsweise in Spanien.

Lazarus Long
02
Sie haben sich offensichtlich nie ernsthaft mit Berufsarmeen beschäftigt.

Das ALLE Berufsarmeen massive Probleme haben ausreichend und qualifiziertes Personal zu bekommen ist altbekannt und bei jeder Berufsarmee zu sehen.
Desweiteren hat Österreich 1600 Mann derzeit im Auslandseinsatz. Nur ist die Masse dieser Soldaten Miliz/Reservisten, also Soldaten die ohne Wehrdienst nie zum Heer gekommen wären.
Der einzige der hier irgend etwas mit Füssen tritt, sind sie: nähmlich die Realität!

blackdeeper
11
31.1.2012, 17:50
putzen = nieder?

gute frau: nichts besseres konnte einem präsenzdiener passieren, als in der küche zu landen statt im schlamm im gelände. und was heißt hier "niedere" dienste? ned jeder hat a putzfrau für sowas. und "lästigen bürokram" zu erledigen war von allen mittelschülern heißbegehrt beim BH.
aber im ernst: bei uns haben diese sogenannten systemerhalter im grunde genommen den laden alleine geschaukelt, unter leichter anleitung von unteroffizieren, die kurz vor der pension standen. das war eine nicht zu verachtende leistung und sicher ein schritt im reifeprozess. tat manchem jungen mann gut :)

andreas lamers
 
42
31.1.2012, 15:35
entschuldigen sie

aber berufssoldaten in oesterreich halte ich fuer eine schlechte idee:

_http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... Crgerkrieg

_http://de.wikipedia.org/wiki/Revo... 6sterreich

gerade in einem land wo man recht gerne soldaten gegen buerger sendet, (und das war im ganzen reich so nicht nur in wien)
eigentlich kann hier sogar der 30 jaehrige krieg hinzugezogen werden wo man soeldner gegen die eigenen buerger gesendet hat weil die ihre verbrieften rechte wahrgenommen haben.

Lünz
23
31.1.2012, 17:18
Sehr seriöser Vergleich.

Schon den 2. WK vergessen ? Da hat auch eine Wehrpflichtigenarmee ganz Europa terrorisiert.

Prof. Alois
 
01
Ja und nein

Dieser Staat wäre ohne Berufssoldaten nicht lebensfähig gewesen. Dort hat die SS regiert. Nach innen und zunehmend auch im Militär. Was dann im Juli 44 passierte werde ich Ihnen nicht erzählen müssen.

andreas lamers
 
01
naja

ich wuerde die wehrmacht nicht gerade als ein milizheer sehen. mal abgesehen davon das der einsatz gegen andere voelker je sehr erfolgreich war, aber sie den wesentlichen punkt verpasst haben, kann mich nicht erinnern das man die WEHRMACHT gegen die eigene bevoelkerung eingesetzt hat. wohl aber SS oder die kettenhunde. und die waren reine soeldner und meines wissens auch nichts anderes als berufssoldaten (keiner war eigentlich baecker der nur nebenbei frauen und kinder gehaengt hat)

Lünz
20

Auch der österreichische Bürgerkrieg ist ein schlechtes Beispiel. Hier spielte das, an Mannstärke und Ausrüstung schwache, Bundesheer nur eine untergeordnete Rolle. Den eigentlichen Bürgerkrieg lieferten sich die Privatarmeen von SPÖ und ÖVP.

Prof. Alois
 
01
Welcher Bürgerkrieg?

Der im Februar 1934 oder der im Juli?

In beiden Fällen hat sich das österr. Berufsheer ganz gut geschlagen. In beiden Fällen mit Unterstützung von Milizen. Schade, dass es damals noch keine Wehrpflicht gab.

andreas lamers
 
01
nicht wirklich

erstens haben die regierenden gerade im deutschen reich was ja auch von oesterreich regiert war regelmaessig und das das bundesheer eine untergeordnete rolle spielt sollten sie den arsenal erzaehlen. und den leuten im karl marx hof. das wird die beruhigen.

wurm83
 
22
31.1.2012, 15:17
zum thema zivi als minister

ich kenne keinen innenminister der auf der polizeischule war, die meisten haben ncihtmal das Bundesheer absolviert.

die frauen sowieos nicht weil sie zu alt sind und damals nichtmal durften, bei den männern konnte ich in eingein profilen ncihts finden, was darauf hindeutet, dass sie keinen präsenzidienst geleistet haben denn bei allen andere steht es dabei.

beispiele: molterer und schüssel (zufälligerweise 2 ÖVPler die ja sooooo für die wehrpflicht sind)

meine nächste frage wäre für wen es in ÖSTERREICH wahrscheinlicher ist waffengewalt anzuwenden...einen BHler oder ein Polizist.

meiner meinung nach steht die polizei der waffengewalt näher als das bh also müssten auch die proteste gegen den innenminister größer sein...

Cpu
03
Natürlich muss man nicht Polizist gewesen sein um Innenminister zu werden, genauso wenig wie Jurist um Justizminister zu werden etc, etc, man muss auch nicht beim Heer gewesen sein um Verteidigungsminister zu werden ABER: zu der Zeit als sich Herr

Darabos für den Zivildienst entschieden hat gab es noch eine Gewissensprüfung die (ich kenne natürlich die Antworten von Herrn Darabos nicht) auch Fragen bezüglich Waffeneinsatz und Gewalt beinhaltet hat. Und vielleicht können sie mir zustimmen dass es um die Optik einer Person nicht zum Besten bestellt ist wenn ein Mensch der Waffen und Gewalt schon einmal kategorisch abgelehnt hat keine Probleme hat andere Menschen in Kampfeinsätze zu schicken.
Und DAS ist es was Minister Darabos angekreidet wird. Bei jedem anderen Ministerium (vielleicht mit Ausnahme des Innenministeriums mit ähnlicher Begründung; warum müssen alle Polizisten Bundesheer machen (2006 wars noch so) aber der Chef nicht?) wäre es ums kurz zu machen sicherlich kein Thema.

Iweb
21
31.1.2012, 15:35
Innenminister, "Polizeischule"

Günther Platter war Innenminister und auf der "Polizeischule". Er war Gendarm...

wurm83
 
20
juhu...also ein ganzer von allen?

Lobo Merunga
22
31.1.2012, 10:39
Das paßt zur Linie des Standard,

der offenbar unbedingt ein Berufsheer will. Das wird es leichter machen, daß Österreich wieder an internationalen Kampfhandlungen teilnimmt.

Politisch unkorrekt
67
31.1.2012, 08:26
Eine nicht von der Wehrpflicht betroffene Person - weil weiblichen Geschlechts - erzählt uns wieder einmal etwas über die Wehrpflicht. Naja, wir haben ja auch einen Zivi als Verteidigungsminister.....

Dir. E. Glukos
20
31.1.2012, 18:43
GANZ so wie MIKL-LEITNER !

Die - soll ja auch weiblichen Geschlechts sein - will ja die Wehrpflicht erhalten wissen, da sonst die Zwangsarbeiter und Lohndumping-Schiene des Staates Österreich, gemeinhin auch beschönigend Zivildiener genannt, gefährdet ist.

Die M-L scheint die Profiteure der Wehrpflicht ja geradezu zu erregen, aber wenn eine INTELLIGENTE Frau wie Nina W. was gegen die WP schreibt, nach dazu etwas gänzlich nachvollziehbares und sachliches, dann kommen die Wehrpflicht-Fans gleich hysterischen Gockeln angeeitelt und sind beleidigt, weil eine Frau etwas schreibt, was nur Männer, und blah blah blah ... ihr Macho-Dummies in Uniform.

Politisch unkorrekt
00
Ich persönlich bin gegen die derzeitige Form der Wehrpflicht, weil sie niemanden etwas bringt.

Nur weil eine andere Person wie Mikl-Leitner auch keine Berechtigung hat über das Thema zu diskutieren ist das kein Grund warum die Autorin diese haben sollte.

Ich habe auch nicht die Intelligenz der Autorin bezweifelt, nur ihre Kompetenz dieses Thema betreffend. Nachvollziehbar und sachlich - aja.

Das einzig hysterische Posting hier stammt von Ihnen und jenen bei denen mein Kommentar anscheinend ins Schwarze getroffen hat.

grimsvotn eyjafjallajökull
23
31.1.2012, 12:13

Warum soll sich eine Frau keine Gedanken über das Bundesheer machen. Sie wird das bestimmt nicht ohne eingehende Recherchen getan haben. Da haben die meisten Bundesheerler wahrscheinlich weitaus weniger Überblick weil sie über den Tellerrand ihrer Abteilung nicht hinausschauen.

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