Euro-Krise

Europa ringt sich zu Fiskalpakt durch

31. Jänner 2012, 08:38

Großbritannien und Tschechien nehmen am Budgetpakt nicht teil, der dauerhafte Rettungsschirm tritt ab Juli in Kraft

Brüssel - Die EU-Staaten haben beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Montag in Brüssel mit großer Mehrheit einen neuen Pakt für strenge Haushaltsdisziplin und den künftigen Eurorettungsfonds ESM beschlossen. Dem Budgetpakt verweigerten nur Großbritannien und Tschechien ihre Zustimmung. In der Debatte um eine Finanzkontrolle Griechenlands stellte sich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gegen Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Einigung von 25 der 27 EU-Mitglieder auf den Fiskalpakt verkündete Ratspräsident Herman Van Rompuy am Abend nach dem Gipfel. Großbritannien hatte eine Teilnahme an dem Vorhaben bereits abgelehnt. Tschechien stimmt dem Abkommen EU-Diplomaten zufolge "im Moment" nicht zu, könnte jedoch nachziehen. Mit dem Vertrag verpflichten sich die Unterzeichnerländer, striktere Regeln zur Haushaltsdisziplin zu befolgen als in den EU-Verträgen vereinbart. Die Grenze für das strukturelle Defizit wird zum Beispiel auf 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts festgelegt. Zudem sollen verpflichtende Schuldenbremsen in nationalem Recht verankert werden.

Faymann: "Nähern uns stabilerer Phase"

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) begrüßte die Einigung und betonte gleichzeitig, dass er an einer Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung festhält. Es sei klar, dass die Schuldenbremse eine Einrichtung sei, "die man nicht nach politischem Wohlgefallen wieder aufhebt", sagte Faymann. Er wolle sich insbesondere um Unterstützung der Grünen bemühen. Mit der Einigung auf den Fiskalpakt sei "nicht das Ende, aber ein wichtiger Punkt" erreicht, so Faymann. Ohne diese Einigung würde die Beurteilung durch die Märkte schlechter und die Zinsen für die Länder höher ausfallen. Der Pakt werde durch 25 Staaten "breit getragen", Großbritannien mache nicht mit, auch Tschechien sei "vorläufig" nicht dabei, sagte der Kanzler. Wenn man bedenke, dass es vor kurzem noch um die Vermeidung einer Insolvenz von Ländern gegangen sei, zeige die Entwicklung, "dass wir uns einer stabileren Phase nähern".

Streit hatte es zuletzt darüber gegeben, inwiefern Nicht-Euro-Länder, die den Pakt unterzeichnen, an Gipfeln der Euroländer teilnehmen dürfen. Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt zufolge sieht ein Kompromiss nun vor, dass sie "mindestens an einem Gipfel jährlich teilnehmen" sowie an solchen Treffen, die sich mit allgemeinen Fragen wie Wettbewerbsfähigkeit befassen.

Auch die ESM-Einigung gab Ratspräsident Van Rompuy über Twitter bekannt. Der Mechanismus löst im Sommer den aktuellen Hilfsfonds EFSF ab. Die Euroländer geben Garantien über 620 Milliarden Euro und zahlen 80 Milliarden Euro direkt ein. Das Kapital soll das Vertrauen der Finanzmärkte gewinnen.

Kein Aufseher für Athen

Sarkozy stellte sich indes gegen den deutschen Vorschlag, Griechenland die Hoheit über sein Budget zu entziehen. Das sei "unangemessen, undemokratisch und ineffizient", sagte er. Der Vorstoß der deutschen Bundesregierung sieht unter anderem vor, einen Kommissar zur Haushaltsüberwachung einzusetzen. Zudem soll Athen mit Einnahmen zunächst Schulden tilgen, bevor andere Ausgaben getätigt werden. Der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, dagegen erklärte das Thema für erledigt. Es sei beim Gipfel nicht zur Sprache gebracht worden. "Mein Eindruck ist, dass diese Frage vom Tisch ist."

Merkel bekräftigte nach dem Gipfel jedoch, dass "durchaus Überwachung in Griechenland" gebraucht werde. Schließlich habe das Land vereinbarte Spar- und Reformmaßnahmen nicht eingehalten. Merkel sagte, im Oktober sei schon eine "Überwachungsvereinbarung" getroffen worden, "von der wir jetzt überlegen, wie kann man die noch wirksamer machen". Van Rompuy teilte mit, bis zum Ende der Woche solle ein umfassender Plan zu Griechenland vorgelegt werden. Die EU-Finanzminister sollten "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen, damit die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt und neue Hilfen zum Abschluss kämen. Sarkozy brachte indirekt einen Verzicht der Europäischen Zentralbank auf Forderungen an Griechenland ins Gespräch.

Bei dem Gipfel wurden auch wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen etwa zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit, zur Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie zur Verbesserung des europäischen Binnenmarkts beschlossen. Dafür sollen noch vorhandene Mittel aus den EU-Strukturfonds von etwas mehr als 80 Milliarden Euro eingesetzt werden. (Reuters)

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EricCartman
 
02

Ist Fiskal eigentlich eine Kreuzung aus "Fisten" und "Fäkal"?

That Gay...
00

ach du dickes a....loch! ;)

www.banken-volksbegehren.at
00
31.1.2012, 14:28
Das Schöne am ESM.

Es ist eigentlich egal, mit welchem Volumen der ESM "gestartet" wird. Kann ja jederzeit erhöht werden.
Und das Schönste am ESM? Er ist bedingungslos und unwiderruflich.
http://www.banken-volksbegehren.at/politik/1... derruflich

Markus Alexander
00
31.1.2012, 16:03
Und: wir bezahlen ihn....

madman
01
31.1.2012, 14:14
hauptsache

die griechen können ihre rüstungsschulden bei den deutschen bezahlen, nicht?

Mostbluzza
01
31.1.2012, 13:53
Endkampf des Habenwollens gegen Naturwissenschaft

wer wird gewinnen, die simple Mathematik (Finanzierungsgrade, Liquidität, Zinseszinsrechnung, uvm) oder der Mensch, der glaubt, die Bestie des beliebig erweiterbaren, ungedeckten Papiergeldsystems bezwingen zu können?

Angela, die physikerin, weiss "es" vermutlich. Die meisten wissen nicht, wie das geldsystem funktioniert und das war bisher auch gut. Jetzt kippt das System des Wachstums, der Verteilung, des steuerfreien Kapitals ohne Leistung.

Die Sache ist einfach wieder Zeit für einen reset. Ein natürlicher Zyklus (Steuerquoten/Bip Wachstum/Korruption/Verschuldung/Dekadenz bis ein Siedepunkt erreicht ist) geht zu ende. so einfach ist das.

was ich meine, der blinde hilft dem krüppel und umgekehrt, grafisch dargestellt:
demonocracy.info

oblomow II
10
31.1.2012, 15:22
mathematisch gesprochen

ist Ihr posting geschwurbl, wobei ich zugebe, dass geschwurbel kein mathematischer begriff ist ... ;-)

thermik2000
 
02
31.1.2012, 13:49
Viel Geld ins System pumpen

und alles wird gut. Genau das ist doch unser Übel, und wurde von Fr. Merkel noch vor einem halben Jahr,als Ursache entlarvt. Warum plötzlich der Sinneswandel? Warum plötzlich keine Angst mehr um den deutschen Steuerzahler? Steckt dahinter etwa System? Wurde sie von Ackermann geackert? Wo endet das Spiel der Mächtigen? Wer dieser Tage nur etwas mitdenkt wird soviele Ungereihmtheiten entdecken, die wiederum eine Rückkehr zur Normalität fast auswegslos erscheinen lassen. Leider trügt dieser Schein in keinster Weise, vielmehr sind wir dem Abgrund schon viel näher. Mit Geld den jetzigen Vollbrand zu bekämpfen ist löschen mit Benzin, und auf eine Explosion warten die dem Feuer den Sauerstoff entzieht. Bumm machts auf jeden Fall.

mgl86
00
31.1.2012, 13:34
Hauptsach

im Parlament dürfen sie sich noch streiten die Kinder, aber entschieden wird dort ja eh nicht mehr:

"Zudem sollen verpflichtende Schuldenbremsen in nationalem Recht verankert werden. "

Markierstift (gelb)
00
31.1.2012, 13:31
Vertrag Fiskalpakt?

weiß jemand, wo der aktuelle Vertragsentwurf für den Fiskalpakt zu finden ist??

Yudhistira
13
31.1.2012, 13:18
Bei unseren Politikern grasseriert in letzter Zeit

die unheilbare Kopfnick-Krankheit. Nur ein intaktes zivilgesellschaftiches Immunsystem kann ein Übergreifen dieser tödlich endenden Krankheit auf die Bevölkerung/ Demokratie noch verhindern.

Im Übrigen bin ich der Meinung, der Kapital-Faschismus (+Geldsystem) muss zerschlagen werden.

Eduard van Hinten
01
31.1.2012, 13:16
hier ist das problem:

http://www.transparency.de/Tabellari... 021.0.html

platz 69. und 80. (ita,gre)

griechenland hat doch seit seinem eu-beitritt (1981) massive förderungen bekommen. 30 jahre lang!

die korruption (siehe liste) ist das größte problem.

FrostY Iceberg
01
31.1.2012, 13:14

Dieses ewige Wachstum macht uns alle noch komplett irre. Eine neue Bescheidenheit wäre gefragt, lasst uns alle ein bischen langsamer im Hamsterrad laufen.

Bananinger
01
31.1.2012, 13:13

und es geht noch besser: jetzt kommt der 1.500 Mrd.-Superrettungsschirm.

http://www.ftd.de/politik/e... 61987.html

Fernando Castro
00
31.1.2012, 13:09
Jean-Claude Juncker

ist einfach ein Ignorant.

F S 3
011
31.1.2012, 13:03
Die Abschaffung der Nationalen Souveränität am Beispiel Amerikas: Robert Welch, Gründer der John Birch Society beschrieb bereits 1958…

…jene Vorgangsweise der Finanziellen Internationalen, samt den von ihren Banken abhängigen Politikern, die heute mit dem Beschi… - pd.Beschluß zum ESM Realität geworden ist, und die genauso in Amerika vollzogen wird.

Ein FS3-ZEITDOKUMENT:
http://www.youtube.com/watch?v=AZU0c8DAIU4

Welch spricht zwar über die USA, aber die Muster sind fast 1:1 auf Europa umzusetzen, wobei die Gehirnwäsche am alten Kontinent bereits über 300 Jahre alt ist und deshalb viele Dinge überhaupt nicht mehr hinterfragt werden, sondern als gottgegeben und selbstverständlich hingenommen werden.

Dieser Beitrag zeigt auch schön die Kontinuität dieses alten Planes auf, die Menschheit als selbstzahlende Leibeigene in einem globalisierten Wirtschaftsmoloch auszubeuten.

Steverd
60
31.1.2012, 13:50
So ein Topfen!

Die UNO als sozialistische Organsiation?!

Der Typ steckt ja noch mitten in der McCarthy Ära!

neuraltradingfx
02
31.1.2012, 12:48

wann wird faymann endlich entmuendigt und seines amtes enthoben? der mann ist heillos ueberfordert aufgrund seiner eklatanten inkompetenz sowohl in politischen als auch in wirtschaftlichen angelegenheiten.
eine zumutung fuer jeden (spö)waehler und buerger! und wenn klein spindi ihn begleitet waers auch kein fehler. unglaublich wer uns regiert. einfach irre.

Collector2
14
31.1.2012, 12:48
Europa schafft sich ab!

Die „Meisterleistung“ von Kaiserin Merkel, Faymann und Konsorten besteht darin, Europa abzuschaffen. Unbedingt lesen: http://www.faz.net/aktuell/f... 0285.html.
Ein Poster hat dankenswerter Weise auf diesen fundamentalen Artikel schon aufmerksam gemacht.
Erschütternd!

Allmächtiger Satan
00
31.1.2012, 14:27

Das Volk hat jahr(zehnt)elang frei entschieden, eine Politik zu wählen, die in die Pleite führt. Und da wir jetzt alle vor der Pleite stehen, sollte man tunlichst vermeiden, dass das Volk auch nur noch irgendwo mitredet. Europa hat bewiesen, dass der Mensch zu blöd für Demokratie ist. Und wenn der Masseverwalter im Haus steht, ist Schluss mit Demokratie und keiner hat mehr was zu melden - man lässt doch die Pleitegeier nicht über das Familiensilber entscheiden.

Prinzessin Li
00
31.1.2012, 13:10

Link funktioniert bei mir nicht.

Rune Rebellion
00
31.1.2012, 13:21

Link in die Adresszeile kopieren und den Punkt am Ende weglöschen (hinter html)

zimbo
 
00
31.1.2012, 12:50
funzt leider nit

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