Die Sanierung der "Jungfer Akkumulatorenfabrik" kostet über sechs Millionen Euro - Die Bleikontamination reicht in eine Tiefe von acht Metern
Feistritz - An den einst wichtigsten Arbeitgeber der Region erinnert nur noch das Logo mit dem gelben Bären, das auf einer Hauswand auf dem ehemaligen Fabriksgelände prangt: Die Bären-Batterie-Produktion in Feistritz im Rosental ist seit 1998 eingestellt. Allerdings hat die nach Firmengründer Leopold Jungfer benannte "Jungfer Akkumulatorenfabrik" ihre Spuren hinterlassen: Bleikontaminationen, die bis in eine Tiefe von acht Metern reichen, dazu erhöhte Konzentrationen an Antimon, Arsen, Cadmium, Kupfer, Zink und Kohlenwasserstoffen. Betroffen sind Grundwasser, Boden und die Feistritz - für das Umweltbundesamt Grund genug zur Einstufung in die zweithöchste Prioritätenstufe des Altlastenkatasters.
Die Sanierung steht nun kurz bevor. 6,4 Millionen Euro sollen die Maßnahmen kosten, knapp fünf davon kommen aus dem Altlastensanierungsfonds. Den Rest übernimmt der Eigentümer des Geländes, die Bären-Liegenschaftsverwaltung. "Aus heutiger Sicht können wir den restlichen Betrag finanzieren", sagt deren Gesellschafter Robert Uckermann auf Standard-Anfrage. Im Moment sind zwei Drittel des am Eingang zum Bärental gelegenen Areals an Unternehmen vermietet, auch Bären Batterie hat darauf noch einen - aus nur mehr einer Halle bestehenden - Standort. Uckermann plant, auf der Liegenschaft Betriebe mit dem Schwerpunkt Holz anzusiedeln: "Das Bärental verfügt ja über große Holzreserven." Erster Schritt ist der Bau eines Biomasseheizwerks, das die Feistritzer Bevölkerung mit Fernwärme versorgen soll.
Kein Weiterverkauf
Ob der Unternehmer nach der Sanierung das Gelände weiterverkaufen will? "Das habe ich definitiv nicht vor", sagt Uckermann. Jetzt stehe erst einmal das Behörden- und Vergabeverfahren zur Sanierung an, Anfang Sommer solle dann mit den eigentlichen Maßnahmen begonnen werden, die etwa ein Jahr dauern werden.
"Für die Region wäre es wirklich wichtig, dass das Gelände saniert wird. Immerhin ist da eine Fläche von fast fünf Hektar kontaminiert", sagt Sonya Feinig (SP), Bürgermeisterin von Feistritz. Die Metallindustrie hat in der 2600-Einwohner-Gemeinde eine lange Tradition: Seit dem 16. Jahrhundert wurde am Standort der Jungfer Akkumulatorenfabrik Eisen verarbeitet, 1939 belebte Leopold Jungfer das sechs Jahre zuvor geschlossene Eisenwerk wieder und startete die Batterieproduktion, die in ihrer Blütezeit 450 Mitarbeiter beschäftigte. Jungfer verkaufte 1992 Bären Batterie an den italienischen Fiamm-Konzern, der in den Jahren darauf einen harten Sanierungskurs einschlug. 1998 wurde das Werk in Feistritz geschlossen, 180 Mitarbeiter verloren ihren Job, die Batterieproduktion wurde nach Tschechien verlagert. Seit 2008 ist das Grundstück im Besitz der Bären-Liegenschaftsverwaltung. (Jutta Kalian, DER STANDARD-Printausgabe, 31.1.2012)
Die Jungfer Akkumulatorenfabrik ist eine von insgesamt 18 Altlasten in Kärnten, österreichweit sind es insgesamt 143.