Likud-Rebell mobilisiert gegen Netanjahu

30. Jänner 2012, 17:47
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    foto: dapd/balilty

    Will Palästinenser für Abwanderung bezahlen: Moshe Feiglin.

Siedlervertreter will Israels Premier via Vorwahlen noch weiter nach rechts bringen

Benjamin Netanjahu ist laut Umfragen in Israel populärer denn je, und doch muss der Premier sich vor den landesweiten Vorwahlen fürchten, zu denen seine konservative Likud-Partei die 125.000 eingetragenen Mitglieder am heutigen Dienstag aufgerufen hat. Netanjahu wird zwar mit überwältigender Mehrheit als Parteichef bestätigt werden, zugleich könnte aber der weit rechts stehende, von Siedlerkreisen unterstützte Mosche Feiglin einen Achtungserfolg einfahren.

Wenn Feiglin an die 30 Prozent der Stimmen bekommt, dann würde das dem Ansehen des Likud schaden und vielleicht Netanjahu zwingen, seine eigene Politik weiter nach rechts zu steuern. Feiglin (49) bewirbt sich bereits zum vierten Mal um den Parteivorsitz. 2003 bekam er nur 3,5 Prozent der Stimmen, 2007 schon 23 Prozent, und man traut ihm zu, dieses Ergebnis jetzt noch zu übertreffen.

Feiglin soll zehntausende Gesinnungsgenossen dazu bewogen haben, sich als Likud-Mitglieder einzuschreiben, was ihnen bei den Primaries das Stimmrecht gibt. Im Kern-Likud spricht man von einer Unterwanderung: "Das sind gar keine Likud-Wähler" , klagte ein Netanjahu-Anhänger, "sie schreiben sich nur für die Vorwahlen ein und wählen bei der Parlamentswahl eine andere Partei" .

Feiglin sagt etwa offen, dass er "zurück nach Gaza" möchte, also für die Wiederbesetzung des Gazastreifens eintritt, den Israel 2005 geräumt hat. Den Konflikt mit den Palästinensern will er lösen, indem er sie finanziell zur Abwanderung "ermuntert" : "Der Staat hat genug Geld, um jeder arabischen Familie in Israel 350.000 Dollar anzubieten, damit sie ihre Zukunft an einem besseren Platz findet." Ideologisch würde Feiglin viel besser in eine der kleinen Rechtsparteien passen, er glaubt aber, dass man nur über die große Traditionspartei Likud Einflusspositionen erobern könne. Für die Feiglin-Anhänger hat Netanjahu, der ja der Gründung eines Palästinenserstaats zugestimmt hat, die Likud-Grundsätze verraten.

Mit Blick auf seine hervorragenden Umfragewerte hatte Netanjahu die Vorwahlen im Dezember überfallsartig angekündigt. Einer Prognose zufolge würde der Likud unter Netanjahu auf 33 Knesset-Mandate kommen, während die Arbeiterpartei und die Zentrumspartei Kadima bei nur 13 bzw. elf Mandaten liegen. (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2012)

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00
24.4.2012, 15:23
man

kann sich nicht alles kaufen....

Hass Prediger
00
17.4.2012, 23:15
Der Staat hat genug Geld, um jeder eingewanderten isr. Familie in Israel 350.000 Dollar anzubieten, damit sie ihre Zukunft an einem besseren Platz findet.

Z.B Europa, Asien, N- und S-Amerika etc. etc.

seek+destroy
02
10.4.2012, 00:51

hr. segenreich,
wie definieren sie 'wiederbesetzung';: indem bevölkerungstransfer standfindet der onehin illegal ist ? gaza ist völkerrechtlich besetzt.

sonst: inwieweit man kadima als 'zentrumspartei' definiert sei dahingestellt.
die arbeiterpartei als schoßhut des likud kann man nur beileid aussprechen: den parteigranden ist es wohl wichtiger regierungsgehälter einzufahren als politik zu machen.

drKannibalFekter
 
14
Na, wenigstens redet der Feigling Klartext!

Endlich einer der ohne Umschweife bekennt welches Ziel Israel verfolgt. Raus mit den Palästinensern, wir wollen das ganze WJL incl. Jerusalem und Gaza noch dazu! Frieden sollen die anderen schließen!

Martin Dobes
 
31
Es gibt nur eine ganz kleine, fast nebensächliche Schwierigkeit

dass nämlich der gute Veiglin (mit dem Vogelvau verstehen Sie jetzt vielleicht besser den ethymologischen Ursprung seines Namens) Gott sei Dank nicht für "Israel" spricht.

Sie werden doch sicherlich nicht behaupten wollen, dass "Österreich", nämlich GANZ Österreich, aus Konsorten wie A.H. besteht, nur weil der zufällig aus Ö. stammte, ODER?

Lichtfreak
04
Er

vertritt offiziell die abertausenden von Siedlern!

wurm83
 
04
31.1.2012, 15:31
also jetzt mal ganz objektiv

wirklich ich habe keine vorurteile gegen juden, ganz im gegenteil ich habe vorurteile gegenüber allen religionen...

aber das ist ein andres thema, leider muss man es erwähnen bevor man ein israel-kritisches statement abgibt!

ich finde, dass sich israel in letzter zeit massiv nach rechts bewegt hat sogar noch schlimmer als in vielen europäischen ländern (geschlechtertrennung in bussen, zugeständisse an die religiöse rechte, ...)

hat hier irgendjemand psychlogisches fachwissen und kann mir sagen ob dies damit zusammenhängen kann, dass die israelis es so empfinden als wären sie bei "rechtsradikalen" themen im "leo" ?

eigentlich ist es das gleiche wie mit gewalt...man denkt immer jemand der selber geschlagen wurde, schlägt nicht....

1.Kp / EW 74
 
41
Versuch einer Erklärung...

Israel steht seit der Staatsgründung -militärisch gesehen - mit dem Rücken zur Wand.
Mit viel Glück konnte eine Vernichtung durch die "lieben Nachbarn" mehrfach vermieden werden.
Zusätzlich die Intifada mit mehreren hundert Toten durch Anschläge auf Busse, Restaurants etc., trotz des Abzugs Israels aus dem Südlibanon und Gaza.
Mit einem Wort:
Die haben schlicht Angst um das eigene Leben.
Und weil die israelische "linke" in ihren Augen sicherheitstechnisch nix witergebracht hat, laufen sie eben Typen wie früher Sharon und jetzt eben Netanjahu nach, in der Hoffnung auf Rettung...
Fast wie eine Massenpsychose, aber leider mit einem sehr ernsten Hintergrund.

Hubert Ungeist1
 
01
Erstens

ist Israel schon lange nicht mehr militärisch gefährdet - und das ist gut so.

Zweitens - bitte einen LInk zu den hunerten Toten der Intifada. Übrigens der Abzug aus dem LIbanon und Gaza war lange nach der Intifada.

Umgebracht werden aber die Palästinenser nicht die Israelis - zeigt die Statistik.

Der HIntergrund ist somit ziemlich getürkt

wurm83
 
01
das verstehe ich schon

allerdings muss man dazu noch anmerken, dass so ziemlich jede nation in einen krieg treten würde, wenn man ihnen die internationale gemeinschaft einfach ihr land "wegnimmt"

wir österreicher schaffens nciht einmal 2-sprachige ortstafeln aufzustellen...was denken sie wie wir usn aufegführt hätten wenn man den juden wien und ostösterreich geschenkt hätte und wir hätten uns ja weiterhin gerne in tirol und voralrberg aufhalten können...ach ja und sie sperren uns ein...

na da hätten wir bomben gschmissen bis zum letzten tag....

und die palis konnten auch ncihts für die judenverfolgungen, also warum müssen genau die zurückstecken? wegen Jerusalem...das ist aber nciht fair...

dafür können die palis nix...

bin trotzdem gegen terror!

1.Kp / EW 74
 
10
Genau da liegt der Hund begraben.

Es war eben nicht nur "ihr" Land, sondern ursprünglich Teil des osmanischen Reiches mit haptsächl. türkischen u. ägyptischen Großgrundbesitzern, die sich ihre Landarbeiter aus den umliegenden Gegenden holten. Der Privatgrund betrug nicht viel mehr als 5% der Gesamtfläche, der Rest war "Regierungsland".
Die Geschichte mit dem Teilungsplan werden Sie ohnehin kennen, die Araber wollten alles, und haben deshalb abgelehnt...ganz abgesehen davon, daß es auch eine jüdische Bevölkerung gab.
Sie sehen, das ganze ist ziemlich kompliziert, aber auch sehr spannend. Es lohnt sich wirklich, sich einzulesen.
Es gibt genug Literatur drüber, vergesen Sie nicht, es gibt kein Schwarz-Weiss, sondern viel, viel grau...

marlowe
 
12
31.1.2012, 16:57
psychlogisch...

...siehe Moshe Dayan: 'Israel must be like a mad dog, too dangerous to bother.

froilein froilein
01
24.4.2012, 22:14
?

tollwütige Hunde werden doch einfach *peng* erschossen.

wurm83
 
00
hat das schon jemals irgendwo funktioniert?

so weit mir bekannt enden alle gewaltspiralen in ziemlich blutigen auseinandersetzungen....

docNukem
00
31.1.2012, 14:17
Immer die gleiche Dummheit ....

Die Heilssuche am Rechten rand und wenn die Katastrophe eingetreten ist, das nicht wissen warum, dann ein paar Jahre später, die gleiche Show von vorn.

Da werden die sich Dank solcher Brandstifter wie dem Feiglin noch schön den Schädel einschlagen.
Aber das will ja angeblich niemand.

der schwitzbär der schwitzt sehr
310
31.1.2012, 01:54
den Herrn kennen wir vom Strache-Besuch in Israel

google Strache Feiglin Israel

Mölzer, der mit war, zitiert ihn mit "Jerusalem sei „der heiligste Platz der Welt“ und insgesamt Israel von Gott nur seinem „auserwähltem Volk“ gegeben."

Amen. Herr laß es Hirn regnen :-)

Adam Markus
311
30.1.2012, 23:42

Wenn einer in der Likud weit rechts steht, dann kann man so etwas schon ruhig rechtsradikal nennen.

Jedenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass auch in Israel das selbe Passiert wie hier, nämlich dass radikal Rechte Ideologien immer weiter in die "bürgerliche Mitte" vorstoßen.

Wenn er aber zahlen möchte kann er das gerne tun und mit jenen Palästinensern anfangen die bei der israelischen Staatsgründung vertrieben wurden. Damit würde er gleich auch eines der drängendsten Probleme auf der Suche nach Frieden lösen.

NONE
34
30.1.2012, 22:35

In Israel regieren die Hardliner - auch in Zukunft.

"Able Danger"
817
30.1.2012, 19:49
Man könnte den Spieß auch umderehen

und mit den ganzen Petrodollar jedem Israeli Geld in die Hand drücken, "damit sie ihre Zukunft an einem besseren Platz finden".

Martin Dobes
 
32
31.1.2012, 13:45
Vielen Dank für Ihr Angebot :-) Aber ich habe kein Interesse daran.

Wie heisst es in einem Gedicht Ehud Manors? - Ich habe kein anderes Land, auch auch wenn es unter meinen Füssen brennt.

Das wollen sich viele nicht klar sein. Genauso wie die Araber, ist die überwiegende Mehrheit der isr. Bevölkerung für die Verteidigung und den Erhalt der eignen Heimat bereit auch Blut zu vergiessen, wenn es sein muss - selbst das eigene, und das der eigenen Söhne und Töchter.

Dass man deswegen nicht rechtsradikal sein muss, vorallem, wenn man das selbe Gefühl als legitim der anderen Seite zugesteht, ergibt sich von selbst.
Kann kein Konsens für eine friedliche Koexistenz zwischen beiden, in der oben beschriebenen Weise fühlenden, Seiten erreicht werden, herrscht Krieg ... und der endet meist in einer Katastrophe.

der Kobold
03
17.4.2012, 09:47
"...Erhalt der eignen Heimat..."

die im Fall der Israelis bis vor 1-2 Generationen überwiegend in Europa und Amerika oder Asien und Afrika lag...

alp
00
asfdghj

man bedenke dass das reich juda damals von den erobert wurde, der tempel zerstört, die juden vertrieben wurden --> diaspora

Martin Dobes
 
00
17.4.2012, 13:41
Sie haben so wenig Ahnung, dass Sie bei mir schon Mitleid erregen

jedenfalls ist Ihre Behauptung vielleicht richtig im Bezug auf die russischen Einwanderer in den 90er Jahren, und die können auch nicht mehr zurück nach Russland, weil die nämlich die russische Staatsbürgerschaft verloren haben, abgesehen davon, dass ihre gesamte Lebensexistenz in Israel sich befindet.

Der meiste Teil der jüd. Bevölkerung lebt heute zumindest in 3. Generation, viele in 4. u. 5. Generation, und es gibt auch solche (hauptsächlich aus Jerusalem und Tiberias) die sich auf 10 Generationen und mehr in Israel zurückführen können.

Und übrigens, viele der sogenannten Palästinenser schaffen es auch nicht auf mehr als 4 bis 5 Generationen, nur zur Ihrer Information.

froilein froilein
00
24.4.2012, 22:47

Es gibt kaum Russische Einwanderer in Israel. Es sind Juden, die halt aus Russland, aus der Ukraine oder aus zentralasiatischen Gebieten kommen.

Es leben tatsächlich auch "einheimische" Juden in Palästina. Sie sind aber nur eine sehr kleine Gruppe. 95% sind einfach fremde Zuwanderer.

Martin Dobes
 
00
25.4.2012, 06:39
Wenn ich von "russischen Einwanderern" rede, meine ich natürlich Juden

kommt was anderes in Frage?

"fremde Zuwanderer" sind in diesem Sinne wenn Sie so wollen praktisch alle, einschließlich Drusen und ein großer Teil der sogenannten Pal.

Tut der Tatsache nichts ab, dass der überwiegende Teil der jüd. isr. Gesellschaft in 3., 4. u. 5. Generation im Land leben.

Auch ein Fakt ist eine Tatsache.

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