Vielleicht älteste Höhlenmalereien entdeckt

10. Februar 2012, 21:18
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London - Es könnte ein Rekordfund sein: Die in einer Höhle bei Málaga entdeckten Malereien - sie zeigen übrigens Robben - dürften die ältesten der Welt sein, wie der New Scientist berichtet. Die in der Nähe gefundene Holzkohle wurde auf 43.000 Jahre geschätzt. Die Malereien könnten sogar von Neandertalern stammen, was eine Weltpremiere wäre. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe,11./12.02.2012)


Der neue Superkontinent in 100 Millionen Jahren

London - Rechtzeitig zum 100-Jahr-Jubiläum von Alfred Wegeners Theorie der Kontinentalplattenverschiebung haben US-Geologen neue Modellrechnungen angestellt, wie die Kontinente in 100 Millionen Jahre angeordnet sein könnten. Laut den im Fachblatt Nature veröffentlichten Berechnungen wird Amerika mit Asien rund um den Nordpol zu einem Superkontinent verschmelzen. Einen Namen haben ihm die Wissenschafter auch schon gegeben: Amasien. (tasch)

Abstract
Nature: Supercontinent cycles and the calculation of absolute palaeolongitude in deep time

Protest gegen Verlag Elsevier weitet sich aus

London - Einigen Forschern, insbesondere Mathematikern, reichen die Geschäftspraktiken des Wissenschaftsverlagsriesen Elsevier, der mehr als eine Milliarde Euro jährlich Gewinn macht. Dem Totalboykott haben sich bereits 5000 Forscher angeschlossen, und auch Nature News ist der Protest nun ein größerer Artikel wert.

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Cannabis-Konsum verdoppelt das Unfallrisiko

London - Autofahrer, die bis zu drei Stunden vor der Fahrt einen Joint geraucht haben, sind laut neuer Metastudie im British Medical Journal doppelt so stark gefährdet, einen Unfall zu bauen, wie Personen, die nüchtern unterwegs sind. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, hatten die Forscher neun Untersuchungen mit insgesamt 49.411 Teilnehmern ausgewertet.

Abstract
British Medical Journal: Acute cannabis consumption and motor vehicle collision risk

(tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 10.02.2012)


Beim Champagner kommt es auch auf die Glasform an 

San Francisco - Ein französisches Forscherteam hat die Frage zu klären versucht, ob die Glasform beim Champagnerkonsum einen Unterschied macht. Die Antwort lautet: ja. Über der Sektflöte wurde jedenfalls ein sehr viel höherer Grad an Kohlensäure gemessen als über einer Schale, schreiben die Forscher in "PLoS ONE". (red)

Meereserwärmung zwingt Seeelefanten in die Tiefe

Bremerhaven - Wegen der Meereserwärmung wandern Fische in größere Tiefen ab. Und das treibe auch Seeelefanten dazu, immer tiefer zu tauchen, berichtet ein deutsch-südafrikanisches Forscherteam im Fachblatt "Marine Ecology Progress Series". Den Säugetieren bleibt dadurch auch weniger Zeit zur Jagd. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. Februar 2012)

Abstract
Marine Ecology Progress Series: Movement patterns of immature and adult female Kemp's ridley sea turtles in the northwestern Gulf of Mexico


Zigaretten schaden Männerhirnen stärker

Männliche Raucher bauen laut einer neuen Studie geistig schneller ab als ihre nichtrauchenden Geschlechtsgenossen, wie Forscher um Severine Sabia vom University College London in den Archives of General Psychiatry schreiben. Die Wissenschafter haben mehr als 5000 Männer und 2100 Frauen über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren begleitet und dabei auch Tests gemacht. Diese offenbarten, dass rauchende Männer bei sämtlichen Tests schlechter abschnitten als Nichtraucher. Bei Frauen war der Effekt weniger stark ausgeprägt, was an der geringeren Zigarettenanzahl liegen könnte. (APA)

Abstract
Archives of General Psychiatry: Impact of Smoking on Cognitive Decline in Early Old Age

Keuschnigg unterschrieb Vertrag als IHS-Direktor

Der in St. Gallen lehrende Wirtschaftswissenschafter Christian Keuschnigg hat die letzte Hürde genommen, um Anfang Juni die Leitung des Instituts für höhere Studien von Bernhard Felderer zu übernehmen. Am 14. Mai soll er der Öffentlichkeit vorgestellt werden, so das Präsidium des IHS-Kuratoriums. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 08.02.2012)


Wie Heuschrecken vor 165 Millionen Jahre zirpten 

Washington - Auch in der Jura, also der Zeit vor 150 bis 200 Millionen, gab es bereits Laubheuschrecken. Chinesische Forscher haben mithilfe eines exzellent erhaltenen Fossils und internationalen Kollegen im Fachmagazin "PNAS" rekonstruiert, wie deren durch Stridulation erzeugten Liebeslieder damals geklungen haben. (tasch)

Abstract
PNAS: Wing stridulation in a Jurassic katydid (Insecta, Orthoptera) produced low-pitched musical calls to attract females

Große Unterschiede bei Anfälligkeit für Anthrax

Washington - Der Milzbranderreger Bacillus anthracis, der bereits bioterroristisch missbraucht wurde, hat auf Menschen sehr unterschiedliche Wirkungen, wie US-Forscher im Fachblatt "PNAS" berichten. Drei von 234 Testpersonen zeigten aufgrund der Expression eines bestimmten Gens so gut wie gar keine Reaktionen auf das Toxin, bei anderen war sie um 250-mal stärker. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. Februar 2012)

Abstract
PNAS: Human genetic variation altering anthrax toxin sensitivity


"Springende Gene" treiben Evolution an

Wien - Beim Menschen besteht fast die Hälfte der DNA aus Transposons, auch "springende" oder "egoistische Gene" genannt, die ursprünglich nicht zur Erbsubstanz gehören. Diese DNA-Stücke wandern innerhalb des Genoms und stören damit die Funktionen eines Gens oder springen von einem Organismus zum anderen. Wiener Genetiker haben nun erstmals die Transposons einer ganzen Population von Fruchtfliegen erhoben. In der Fachzeitschrift "PLoS Genetics" zeigten sie, dass schädliche Fremd-DNA wieder aus dem Genom entfernt, während vorteilhafte fixiert wird. Das lasse vermuten, dass sie von Nutzen für die Anpassung und damit für die Evolution sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 4./5. 2. 2012)

Link
PLoS Genetics: "Sequencing of Pooled DNA Samples (Pool-Seq) Uncovers Complex Dynamics of Transposable Element Insertions in Drosophila melanogaster"


Wie das Fleckvieh zu seiner Musterung kommt

London/Wien - Wo auch immer auf diesem Planeten Rinder besonders gefleckt sind: Dahinter steckt ein bestimmter DNA-Abschnitt, der einen Ortswechsel vornahm und sich auf einem anderen Chromosom niederließ. Bei manchen Rassen kehrte dieses unvollständige Gen namens KIT auch wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück, wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Genetikers Johann Sölkner von der Boku Wien in der Fachzeitschrift "Nature" berichtet. (DER STANDARD, Printausgabe, 2. 2. 2012)


Hautzellen direkt in Gehirnzellen umgewandelt

Wissenschafter der Stanford University ist es gelungen, Hautzellen von Mäusen ohne Rückverwandlung in Stammzellen direkt in Vorläufertypen von Neuronen zu verwandeln. Diese hätten sich im Gehirn integriert und elektrische Impulse gesendet, wie die Forscher im Fachmagazin PNAS berichten. Weil diese zur Umwandlung Viren verwendeten, seien noch etliche Tests nötig, um die Methode auch bei menschlichen Patienten einzusetzen. (vih)

Abstract
PNAS: Direct conversion of mouse fibroblasts to self-renewing, tripotent neural precursor cells

Inuit erklären Forschern, was Orcas wirklich fressen

Meeresbiologen wussten bis jetzt recht wenig darüber, wie sich Orcas in freier Wildbahn ernähren. Einen neuen Ansatz haben nun zwei US-Forscher verfolgt: Sie befragten mit der Hilfe eines Dolmetschers einfach mehr denn einhundert Jäger aus dem Volk der Inuit. Wie die Biologen im Fachblatt Aquatic Biosystems berichten, hätten sie von den Inuit erfahren, dass diese Orcas ausschließlich dabei beobachtet hätten, wie sie Säugetiere (also vor allem Robben) und nicht, wie gedacht, Fische fressen. (vih/DER STANDARD, Printausgabe, 01.02.2012)

Abstract
Aquatic Biosystems: Prey items and predation behavior of killer whales (Orcinus orca) in Nunavut, Canada based on Inuit hunter interviews


Golfstrom erwärmt sich schneller als der Atlantik

Kiel/London - Der Golfstrom hat sich zwei- bis dreimal so rasch erwärmt wie der Atlantische Ozean. Das berichtet ein internationales Forscherteam um Martin Visbeck im Journal "Nature Climate Change". Laut den Analysen hat sich der Golfstrom im Laufe der vergangenen 100 Jahre um etwa 1,2 Grad Celsius erwärmt, der Atlantik um 0,4 Grad. (APA, red)

Abstract
Nature Climate Change: Enhanced warming over the global subtropical western boundary currents

Mütterliche Zuwendung lässt Gehirn wachsen

Washington - Der Hippocampus ist jene Hirnregion, die für Gedächtnis, Emotionen und Stressbewältigung wichtig ist. Bei Schulkindern, die als Kleinkind von der Mutter besonders viel Zuwendung erfahren haben, ist diese Hirnregion signifikant größer als bei anderen Kindern, berichten US-Psychologen in "PNAS". (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. Jänner 2012)

Abstract
PNAS: Maternal support in early childhood predicts larger hippocampal volumes at school age

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