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München - Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und der Ärztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) weisen in einer Aussendung darauf hin, Multiple Sklerose Patienten ab sofort vor, während und nach der Neueinstellung auf Fingolimod einer engmaschigen kardiovaskulären Überwachung zu unterziehen. Nachdem in den USA eine Patientin in weniger als 24 Stunden nach der Ersteinnahme von Fingolimod aus bislang unbekannter Ursache verstarb, hat die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) einen Reviewprozess eingeleitet. Die Ergebnisse werden für März 2012 erwartet. Die Herstellerfirma hat einen entsprechenden Rote-Hand-Brief veröffentlicht.
Bis die abschließenden EMA-Empfehlungen vorliegen, sollten aus Sicht des KKNMS und des Ärztlichen Beirats der DMSG bei Neueinstellung auf Fingolimod folgende Maßnahmen getroffen werden:
Zusätzlich sollte stündlich Blutdruck und Herzfrequenz kontrolliert werden.
Liege die Herzfrequenz unter einer gewissen Schlägeanzahl pro Minute, müssen Patienten länger überwacht werden. Wird Fingolimod für mehr als zwei Wochen abgesetzt, gelten die gleichen Maßnahmen wie bei Erstmedikamentation.
Neurologische Praxen, die eine kontinuierliche EKG-Kontrolle logistisch nicht leisten können, sollten ihre MS-Patienten zur Einstellung auf Fingolimod an eine Einrichtung - idealerweise eine neurologische Klinik - mit entsprechenden Überwachungsmöglichkeiten überweisen oder mit einem Kardiologen/Internisten in ihrer Nähe kooperieren, raten die Experten. Das Qualitätshandbuch und der dazugehörige Patientenaufklärungsbogen stehen auf den Webseiten des KKNMS zum Download zur Verfügung. (red, derStandard.at)
Link
Qualitätshandbuch auf den Webseiten des KKNMS (pdf)
Wissen: Über Fingolimod
Fingolimod ist seit März 2011 zur Eskalationstherapie der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose in der EU zugelassen. Das oral einzunehmende Medikament sorgt dafür, dass Entzündungszellen am Auswandern aus den Lymphknoten gehindert werden und es damit zu einer Umverteilung von Lymphozyten aus dem Blut in die lymphatischen Organe kommt. Die Ersteinnahme von Fingolimod ist mit einer Abnahme der Herzfrequenz verknüpft, die nach etwa vier bis fünf Stunden ihren Tiefpunkt erreicht.
Lagerungshinweise auf dem Beipackzettel beachten - Angebrochene Medikamente sind trotz Kühlschranklagerung nur begrenzt haltbar
Vernetzung für klinische Studien geplant
2012 war die medizinische Berichterstattung gespickt mit zahlreichen Meldungen über die personalisierte Medizin
Wissenschaftler haben epigenetischen Marker gefunden, der das Therapie-Ansprechen bei Depressionen prognostiziert
Der Mediziner Wolf-Dieter Ludwig hält den Weg von der Standardtherapie zur "personalisierten Medizin" für richtig, erkennt aber keinen Durchbruch
Kontrolluntersuchungen der Patienten sind erforderlich
Rohypnol und Somnubene werden als Begleitmedikation künftig strikter verschrieben - Risiko der Überdosierung soll gesenkt werden
Im Internet sind vier von fünf Pillen gefälscht - Der Pharmakonzern Pfizer will mit dem Angebot unter anderem seinen Ruf schützen
Das Generikum Budeprion ist therapeutisch nicht äquivalent zum Originalpräparat
Entzündungshemmende Substanzen stehen im Fokus des Forschungsnetzwerkes "Drugs from Nature Targeting Inflammation"
Die Antibiotika-Skepsis bei viralen Erkältungen steigt mit höherer Schulbildung - Eine Alternative liegt in amtlich registrierten Phythotherapeutika
Eine EU-Neuregelung für Medikamentenforschung sorgt für kontroversielle Diskussionen unter Experten
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Zum Fortschritt in der Medikamentenentwicklung tragen auch die Patienten bei - Wer an Studien teilnehmen darf, ist streng geregelt
17 Postsendungen enthielten 792 gefälschte Pillen - Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitsweisen warnt Konsumenten vor dem Kauf aus dubiosen Internetquellen
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Fußball: Der Missbrauch von Schmerzmitteln ist auch im Jugendbereich immer stärker verbreitet
Ein Lipid-Überzug soll die Einnahme unangenehm schmeckender Medikamente erleichtern
Ein Medikamentenpatent läuft aus, billigere Generika ersetzen es - Diese Dynamik nutzen Krankenkassen, um Preise zu drücken - Sind die Billigprodukte wirklich gleich gut für Patienten?
Medikamente müssen strengen Richtlinien entsprechen, um in Österreich zugelassen zu sein. Das vermeintliche Krebsmittel Ukrain erfüllte diese Kriterien nicht
Spironolacton ist ein aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung einer diastolischen Herzinsuffizienz
Sildenafil lässt "Hüftgold" eventuell schmelzen und senkt vermutlich das Risiko für Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit. Experten warnen vor vorschneller Anwendung
Placebos und Nocebos werden in ihrer Wirkung oft unterschätzt - Ärzte sollten dafür mehr Bewusstsein entwickeln, so Experte Kress vom AKH Wien
Neue Substanz verliert im Magen-Darm-Trakt nicht seine Wirkung - Zulassungsverfahren in den USA und Europa läuft
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