Herzog beim US-Team

"Egal, was andere über einen sagen und denken"

Christian Hackl, 30. Jänner 2012, 17:27

Andreas Herzog hat seinen Einstand als Klinsmann-Assistent beim US-Fußballteam unfallfrei ab­solviert. Vielleicht ist irgendwann alles möglich

Wien - Es war nicht so, dass sich die US-Medien um Andreas Herzog gerissen haben. Interviewanfragen hat es ungefähr null gegeben, wurscht, davon hängen Selbstbewusstsein und Wohlbefinden eines Wieners niemals ab. "Ich habe mich bewusst zurückgenommen, ich bin ja der Assistent." Chef ist Jürgen Klinsmann, der Deutsche soll die US-Fußballer als Cheftrainer zur WM 2014 (Brasilien) führen. Herzog ist der eine Untergebene, der Mexikaner Martin Vasquez der andere.

Der eine ist am Wochenende nach Wien zurückgekehrt. Dreieinhalb Wochen hat der 43-jährige Herzog in Phoenix, Arizona, verbracht. Zwei Partien wurden gewonnen, gegen Venezuela und Panama, jeweils 1:0. "Darauf kann man aufbauen. In Österreich hat man keine Ahnung, wie stark Panama ist. Besser als Aserbaidschan und Kasachstan."

Das Trainingslager spielte sämtliche Stückerln, das Hotel, eine wunderbare Wellnessoase samt Golfplatz. Und es hatte 25 Grad im Schatten. Teile des Tages, Herzog meint die karge Freizeit, wurden in der Badehose erlitten. Und wie ist der Klinsmann? "Gut, er ist immer am neuesten Stand, hat klare Vorstellungen. Wir kennen uns schon lang, pflegten immer losen Kontakt."

Kein Zauderer

Mitte Dezember wurde er äußerst konkret. "Er fragte mich, ob ich sein Assistent werden will." Herzog, dem das Image des Zauderers und Stubenhockers anhing, zögerte dreieinhalb Sekunden. Dann war ihm klar, den ÖFB verlassen zu müssen. "Obwohl ich gerne U21-Teamchef war. Aber es war nicht erfüllend, nur alle paar Monate eine Partie zu haben. Man musste sich fast jedes Mal neu vorstellen. Und hattest du einen guten Kicker, war der sofort im A-Nationalteam. Es war mehr ein Abgeben als ein Aufbauen. Und gescheitert in der Qualifikation bin ich auch." Seinem Nachfolger Werner Gregoritsch wünscht er "nur das Beste".

Dass Uli Hoeneß über Jürgen Klinsman gesagt hat, der sei der größte Irrtum in der langen und ruhmreichen Trainergeschichte von Bayern München gewesen, tangiert Herzog gar nicht. Dazu ist er schon zu amerikanisch. "Ich habe in der kurzen Zeit gelernt, dass es egal ist, was andere über einen sagen und denken. Jedes Image ist ein Blödsinn."

Der Fußball in den USA befinde sich nach wie vor im Entwicklungsstadium. Die MLS, die Major League Soccer, wurde erst 1994 gegründet, nun soll ein 19. Verein, Montreal, dazukommen. Herzog hatte 2004 seine aktive Karriere in Los Angeles beendet, damals wurde in Football-Stadien gewerkt, die Yards-Linien störten. "Das hat sich mittlerweile geändert."

Ein Vergleich

Der Fußball habe es gegen Basketball, American Football, Baseball und Eishockey schwer. "Dort sind die besten der Welt engagiert. Willst du es im Fußball schaffen, musst du weg aus den USA." Insofern sei ein Vergleich mit Österreich zulässig. "Für unsere Spieler ist die deutsche Bundesliga das Ziel, für die amerikanischen die englische Premier League." Clint Dempsey ist somit der Paradelegionär, er dient Fulham.

Klinsmann gilt als Vertreter der nicht gerade originellen, aber in den USA verbreiteten These "Alles ist möglich". Herzog: "Er möchte, dass die Spieler agieren, nicht reagieren. Weil es der amerikanischen Einstellung entspricht." Anders ausgedrückt: "So ist der amerikanische Way of Life, das hat was." Natürlich sei es nicht empfehlenswert, gegen Spanien groß zu agieren. "Aber mit Reagieren verliert man auch." Herzog wird nun Kontakte zu den Legionären in Europa pflegen, am 29. Februar treffen die USA in Genua auf Italien. Im Mai und Juni stehen fünf Partien an, Gegner sind u. a. Brasilien und Schottland. "Die USA bestreiten doppelt so viele Matches wie Österreich. Da ist einiges möglich."

Vielleicht wird Assistent Herzog bald "Alles ist möglich" sagen. "Der Job ist ein Traum." Sollte ein US-Journalist um ein Interview bitten, "werde ich es ihm geben". Ohne zu zögern. "Englisch habe ich in der Schule gelernt." (Christian Hackl, DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 62
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Philip II
13
31.1.2012, 18:20

spannt bissl der Trainingsanzug :)

Süffisant
21
31.1.2012, 17:41
...ich kann mich nicht entscheiden:

Andick Herzog oder Andi Herzogris?

Tschick Tschaikowsk
01
31.1.2012, 14:54
Lieber Andi:

Sicher haben wir eine Ahnung: "Oh wie schön ist Panama..."

zuckergoscherl
02
31.1.2012, 14:45

irgendwie bin ich erleichtert dass zwischen herzog und unserem a-nationalteam ein paar tausend kilometer und der atlantische ozean liegen/liegt.

cupertino
13
31.1.2012, 13:31
"Englisch habe ich in der Schule gelernt."

und dafuer braucht man sich als oe'r nicht zu schaemen. alles gute.

Gordon_Gecko
10
31.1.2012, 13:59

Immer noch besser als der Großteil, der Englisch in der Schule nur gehabt hat.

Stephen Morrissey
01
31.1.2012, 13:13

mit panama muss er auch nicht gleich übertreiben, die sind selbst in der (von mexico und den usa mal abgesehen) schwachen concacaf-zone keine hausnummer, weltrangenlistenplatz hin oder her (der irrsinn dieser fifa-rangliste sollte ja schon bekannt sein), nicht umsonst gabs ja selbst im gegensatz zu jamaica, honduras oder el salvador noch nie eine erfolgreiche wm-quali, und die zeiten von dely valdes, dem einzigen star, den sie jemals hatten, sind auch schon lange vorbei.

übrigens: der immer wieder als großer erfolg kolportierte sieg gegen venezuela ist zu relativieren, da diese ohne legionäre antraten.

DrGonzo1991
02
31.1.2012, 13:05
egal

is des net sowos von scheißegal wos für a figur der Herzog hot????

speakers corner
28
31.1.2012, 13:00
Haha-Österreich wie es leibt und lebt.

Das einzige wo wir unangefochten Weltmeister sind ist im neidisch sein. In anderen Ländern würde man hier wahrscheinlich schreiben "viel Erfolg" aber hier "Dick is a g'worden", "wir wissen eh wo Panama liegt". Fehlen nur nur noch ein paar anti-amerkanische Klischees -mit der Einstellung wird Ö nie was werden.

Mike McCready
00
stimmt

das forum hier ist ein guter boden zum fremdschämen.

ich poste wann und wo ich will
34
31.1.2012, 12:56
Wahnsinn,

so kurz in den USA und schon a "Burger-Wampn"

meresi
00
31.1.2012, 14:40
irrtum...die tragen alle einen bleigürtel um den bauch

zusätzliches gewicht...im training ist ja ganz normal odrr...lol

Young Doc
23
31.1.2012, 11:58
Laufen oder mitmachen...

...muss er hoffentlich nicht der arme Andi, sonst wirds eng mit der Kondi bei dem Schwimmreifen!

IHR WERNER HANSCH
50
31.1.2012, 11:56

die körperhaltung vom herzog...einfach grauslich!

und zum klinsi kann ich nur sagen...he dropped the soap!

speakers corner
00
31.1.2012, 13:37

na stehst gar auf ihn oder warum ist des so wichtig?

Kontrolltroll
00
31.1.2012, 12:09

Herzog war in den Neunziger Jahren ein sehr athletischer Mittelfeldspieler auf internationalem Niveau. Den Körper hat er jedenfalls optimal gehalten in dieser Zeit, aber was tut das heute zur Sache?

IHR WERNER HANSCH
30
31.1.2012, 12:26

er steht da wie ein prolo, und klinski freut sich schon drauf die soap zu droppen!

Kontrolltroll
01
31.1.2012, 13:01

Samma ein bisschen homophob und um die bourgoise Abgrenzung nach "unten" simma auch ein bissi bemüht, gell?

IHR WERNER HANSCH
00
31.1.2012, 13:47

habe überhaupt kein problem mit homos. ich steh nur auf outings. das von klinsi ist seit jahren überfällig.

El Vez
140
31.1.2012, 11:27

herrn herzog kann man beruflich nur alles schlechte wünschen, von menschenführung und taktik hatte dieser herr noch nie eine ahnung. als fußballer war er hingegen genial, nur die genialität vom platz in den trainersessel zu verlagern wird ihm nicht gelingen! dafür mangelt es an verstand und würde!

re-play
12
31.1.2012, 12:26

frustrierter Nachwuchskicker?

miles a head
00
31.1.2012, 12:11
Hm

Warum Schlechtes wünschen?

semper fidelis
50
31.1.2012, 11:24
Na ja,

der hellste war er ja noch nie,der Andi.

Nepomuk Eder
03
31.1.2012, 12:45

ich weiß nicht, wie sie zu dieser einschätzung kommen? die trifft meiner meinung nach absolut nicht zu!

Franz Werfel
017
31.1.2012, 11:15
heast, andi!

sicher kennen wir panama! wir interessieren uns nur nicht so sehr für fussball in asien!

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