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Fühlt sich bestätigt: Darabos.

Die Zahl der Grundwehrdiener schrumpft weiter.
Wien - Dem Bundesheer kommen die Grundwehrdiener abhanden - und zwar in einem Ausmaß, dass es ab 2015 für den laufenden Betrieb zum Problem werden kann. Das geht aus einer Prognose hervor, die die Sektion IV des Verteidigungsministeriums, die sich mit Einsätzen beschäftigt, für die nächsten zehn Jahre erstellt hat und die dem Standard vorliegt.
Derzeit hat das Bundesheer einen Bedarf von exakt 21.800 Grundwehrdienern pro Jahr, der bisher stets gedeckt werden konnte. Nach den jüngsten Berechnungen fehlen ab 2013 aber hundert, ab 2015 schon mehr als 1200 Rekruten. Ab 2017 entsteht dann gar eine Lücke von 2700 Mann, gemessen am eigentlichen Jahresbedarf.
Für die schrumpfende Zahl an Präsenzdienern gibt es mehrere Gründe. Erstens sinkt aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge die Zahl der Stellungspflichtigen massiv. Zum Vergleich: Heuer müssen rund 45.000 junge Männer zur Musterung, in fünf Jahren, also 2017, nur mehr etwa 38. 000, im Jahr 2021 sind es dann überhaupt bloß noch 36.600.
Lieber zivil als uniformiert
Zweitens: Von den Tauglichen entschieden sich im Vorjahr 36 Prozent für den Wehrersatzdienst, also dafür, Zivildienst abzuleisten. Für ihre Zehnjahresprognose nimmt die Sektion IV an, dass die Anzahl der Zivildiener auf dem hohen Niveau konstant bleibt und dass auch für die kommenden Jahre mit einem Zivi-Anteil von rund 35 Prozent zu rechnen ist.
Die Anzahl der Untauglichen wiederum budgetiert der Stab mit stabilen 15 Prozent, nachdem in den letzten sechs Jahren stets Werte zwischen 13 und 14 Prozent verzeichnet wurden.
Auch hier zum Vergleich: Vor gut 25 Jahren, etwa 1986, lag der Anteil an Ausgemusterten bei 10,6 Prozent. Die Zunahme in den vergangenen Jahrzehnten erklärt sich damit, dass die Untersuchungen bei der Stellung mittlerweile umfangreicher und genauer vorgenommen werden.
Das Fazit des Ressorts für heuer lautet jedenfalls bereits, dass die Anzahl der "heranziehbaren Grundwehrdiener erstmals" nur mehr "der Hälfte der Stellungspflichtigen" entspricht.
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), seit knapp eineinhalb Jahren Verfechter eines Freiwilligenheeres, sieht sich angesichts dieser Zahlen freilich bestätigt und will den Bedarf an Funktionssoldaten - das sind jene Grundwehrdiener, die als Systemerhalter etwa zu Küchen-, Fahrten- oder Bürodiensten herangezogen werden - deutlich reduzieren. Und Darabos weiter zum Standard: "Diese Entwicklung zeigt, dass wir eine grundlegende Reform der Strukturen im Bundesheer brauchen. Denn das derzeitige System ist auf die Ausbildung von Grundwehrdienern ausgerichtet, die aber von Jahr zu Jahr weniger werden." Deswegen ist der Heeresminister auch davon überzeugt: "Die Zeit arbeitet für mein Modell."
Der Koalitionspartner ÖVP, der an der Wehrpflicht festhält, präferiert jedoch wohl sein eigenes Modell. Die Schwarzen wollten bisher stets bei der Rate der Ausgemusterten ansetzen, etwa, indem man die Untauglichkeit an die Berufsunfähigkeit knüpft - was für die Betroffenen dann freilich arbeits- und sozialrechtliche Konsequenzen hätte. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2012)
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Österreich profitiert direkt von friedenserhaltenden Einsätzen in seiner Umgebung. Vergleichen Sie die Flüchtlingsrate aus dem Kosovo und Bosnien in den Neunzigern und heute.
Weiters, irgendwer muss diese Einsätze machen, es sei denn Sie glauben auch ohne internationale Truppen wäre es zum Frieden gekommen bzw. dieser erhalten geblieben. Warum sollen das andere Staaten machen, und Österreich profitiert davon ohne selbst etwas beizutragen.
Auf die gleiche Schiene läuft "wir sind von Freunden umgeben". Entweder das stimmt, dann sollten wir ein Militärbündnis eingehen (wo wir auch Truppen beisteuern müssen - wir haben eh schon den Ruf eines sicherheitspolitisches Trittbrettfahrers) oder eben nicht, dann brauchen wir aber auch ein Heer.
glücklicher sklave halt.
verteidigst schön die pfründe der besitzstandswahrer und machst den strache stolz.
und das alles während im ernstfall ein jeder unterbelichtete unteroffizier dir legal befehlen könnte mit deinem körper panzergranaten abzufangen
(additivpanzerung).
ich wär nie auf die Idee gekommen, 6 oder 9 Monate für sowas herzugeben. Klar, patriotisch wärs schon, und mei ein bissal was machen fürn Vater Staat schön und gut. Aber wer würds dann wirklich machen?
Sicher keine 21.800 pro Jahr!
wenns 2021 noch 36.000 männer gibt die zur musterung kommen, davon dann die quote von 35% den zivildienst wählt bleiben immer noch 27.000 übrig. man muss nur eben auch die untauglichen einziehen. das war ja früher noch gerechtfertigt zu sagen jemand wäre untauglich wies den zivieldienst noch nicht gab, aber heutzutage kann man ja wirklich sagen jeder ist tauglich. da würden sich dann auch viele der zuvor untauglichen dazu entschliessen zum heer zu gehen, somit ist die lücke schon geschlossen.
Man kann Untaugliche nicht zum Zivildienst heranziehen.
Ein als tauglich befundener Wehrpflichtigter hat das Recht auf eine militärische Ausbildung. Ansonsten ist er eben, nun ja, untauglich.
Jemand einzuziehen und nicht militärisch auszubilden ist nicht gesetzeskonform. Dieses Recht wäre auch einklagbar.
Einfach zu ändern ist es nicht, denn nur wenn der Wehrpflichtige freiwillig angibt keinen Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen ableisten zu können, und nur dann, kann er ersatzweise zu Zwangsarbeit verpflichtet werden.
Überrascht mich nicht, Zivildienst ist um einiges "besser" als Wehrdienst (einerseits verbringt man mit Glück den halben Tag vorm Fernseher, andererseits muss man sich nicht von Idioten (Ausnahmen...) in der Gegend rumkommandieren lassen).
Den Vorschlag der ÖVP find ich allerdings auch nicht so schlecht, derzeit ist's ziemlich unfair, da man sich das ganze Theater relativ leicht sparen kann und mind. sechs Monate verlieren oder nicht verlieren...
Naja ... ich hatte im Zivi oft genug meine 60 Stundenwochen. Zum Fernsehen (Zivi in der Altenpflege) hatte ich keine Zeit. Und dumme Kolleginnen gab es auch zuhauf, die meinten, Zivis erst Recht die "Wadeln viare" richten zu müssen - weil diese Zivis sich ja nur vor dem Wehrdienst drücken wollen würden.
Trotzdem hat mir die Zeit nicht geschadet. Ich habe mir einfach nicht auf den Kopf gacken lassen und die Alten hatten durchwegs eine Freude mit "ihren" Zivis. Weil sie auch gesehen haben, dass die Zivis einen guten Job leisteten. Und ab und an schmuggelten wir den Alten auch mal Bier oder Zigaretten rein. Das kam natürlich auch gut an und stimmte den grantigsten Alten gnädig ;-)
Es ist mir schon klar, dass das auf den jeweiligen Fall drauf ankommt, aber ich bin mir relativ sicher, dass es im Schnitt als Zivi "besser" ist. Und klar, "ungute" Vorgesetze kann man immer und überall haben, aber beim Bundesheer gibts quasi nur solche...
Die ÖVP will also junge Männer die physisch oder psychisch nicht in der Lage sind zum Wehrdienst eingezogen zu werden zu Sozialempfängern machen.
Christlich & Sozial ich hoffe die ÖVP verschwindet bald in der Versenkung wo Sie hinghört.
Mfg Adyingwish
wie jetzt??
ich dachte immer, darabos' modell sei ein berufsheer, nicht die reduzierung von grundwehrdienern als systemerhalter
aber es wird schon so sein, weil aus "es wird immer weniger rekruten geben" ein "es wird genug freiwillige geben" zu folgern wär ja auch unlogisch - und einen derartigen fehler in einer argumentation würde sich unser verteidigunsminister doch nie erlauben...
und das zugtier braucht heu und hafer. Diese absurde vorstellung, man könne waren mit pferdelosen wagen transportieren und sich die ausgaben für heu und hafer sparen, ist zum scheitern verurteilt. Das haben schon unsere großeltern gewusst!
island
* unterhält sehr wohl bewaffnete kräfte, nennt die nur anders
* ist NATO-gründungsmitglied
* hatte bis vor kurzem tausende us-soldaten im eigenen land stehn, jetzt übernimmt das dänemark/norwegen.
kaum die art von souverenität die sie anstreben werden, oder?
Jetzt im Ernst. Glauben Sie wirklich deutsche Soldaten würden Österreich im Ernstfall beschützen, wenn Sie die Wahl haben ob sie ihre Heimat oder das Nachbarland beschützen?
Welchen Sinn sollte dies haben? Glauben Sie ernsthaft, das wäre billiger?
Also ich versteh das so:
Der Chef freut sich, weil sein eigener Betrieb in Zukunft keine Leut mehr findet? Oder fühlt er sich dafür verantwortlich, dass die immer weniger werdenden jungen Leute dort nicht hinwollen oder hinkönnen?
Warum stellts Bundesheer nicht Zivildiener an? Jedem Rekrutenzimmer einen zum Putzen und a paar zum kochen *fg*.
Frühpensionisten aus dem Beamtenbereich auffüllen. Also,anstatt in die Frühpension und den Bürgern nur lästig im Wege, Dienst für das Vaterland bis 65 Jahre. Im Sinne der Gleichbehandlung sollte man auch hier Frauen berücksichtigen und auch Politiker, wenn sie ausscheiden und wie gewohnt bis zu einem Jahr arbeitslos das Gehalt weiterbeziehen.
"Die Schwarzen wollten bisher stets bei der Rate der Ausgemusterten ansetzen, etwa, indem man die Untauglichkeit an die Berufsunfähigkeit knüpft" ... auf so eine Idee kann aber wirklich nur die Österreichische Verfassungsbruchs-Partei kommen. Sowas würde glaube ich nichtmal dem HC einfallen.
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